Druck auf Whistleblower in Ungarn

Am 8. November 2013 wandte sich der ungarische Steuer-Gutachter Andras Horvath an die ungarische Staatsanwaltschaft, um eine Verletzung der Treuepflichten durch führende Mitarbeiter des Landesamt für Steuern und Zoll (Nemzeti ADO-és Vámhivata – NAV) zu melden.  Dabei soll es sich um einen groß angelegten Betrug mit fiktiven Rückzahlungen der Mehrwertsteuer, besonders bei großen nationalen und internationalen Unternehmen, handeln.

Horvath geht davon aus, dass der Verlust für die ungarische Wirtschaft etwa 1,7 Billionen Forint (ca. 5,6 Milliarden Euro) jährlich beträgt.

Die Polizei durchsuchte am 19. Dezember 2013 seine Wohnung, da NAV ihn unter anderem wegen Missbrauch von persönlichen Daten und Verleumdung angezeigt hatte. Die Durchsuchung war der Beginn einer Untersuchung, eine Befragung Horvaths durch die Polizei oder durch Ermittler fand allerdings vorher nicht statt.

Die Historikerin und gebürtige Ungarin Eva S. Balogh hat in ihrem Blog die aktuelle Situation von Andras Horvath dokumentiert. Euronews und der Pester Lloyd berichten ebenfalls über den Fall und Solidaritätsbekundungen der Bevölkerung.

Sein Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig der Schutz von Whistleblowern ist. Laut den aktuell vorliegenden Informationen hat Andras Horvath einen Betrug gemeldet, der Ungarn Verluste in Milliarden-Höhe verursacht – aber statt dem nachzugehen versucht man, den Whistleblower Horvath unter Druck zu setzen und ihn zu diskreditieren.

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