Wieder fand ein Whistleblower intern kein Gehör

200 Milliarden Euro. 

So viel Geld muss man erstmal waschen. Doch der Danske Bank schien der Aufwand nicht zu groß zu sein.

Der frühere Mitarbeiter Howard Wilkinson versuchte schon 2013/14 intern auf illegale Praktiken hinzuweisen. Keine der vier Meldungen des Whistleblowers wurde weiterverfolgt – stattdessen bot man ihm Schweigegeld.  

Nun muss die Danske Bank eventuell mit Strafen von bis zu 800 Mio Euro rechnen. Auch die Deutsche Bank, JP Morgan und die Bank of America geraten in den Ermittlungen immer weiter ins Visier.  

Vielleicht hätten sie doch auf den Whistleblower hören sollen… 

https://www.wiwo.de/unternehmen/banken/danske-bank-geldwaesche-skandal-erreicht-auch-deutsche-bank/23654006.html

https://www.theguardian.com/business/2018/nov/19/whistleblower-reveals-more-players-in-178bn-danske-bank-scandal

Mehr zum Hintergrund der Ermittlungen:

https://www.theguardian.com/business/2018/sep/19/danske-bank-chief-resigns-over-money-laundering-scandal

 

von Vera Hannah-Wildfang und Antonia Peißker

Geschäftsführer/in gesucht

Whistleblower-Netzwerk e.V. sucht zum 1. 1. 2019 eine/n Geschäftsführer/in.

Die Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden.

Z. Zt. haben wir folgende Arbeitsschwerpunkte:
Veränderung politischer und rechtlicher Strukturen, die für Whistleblowing relevant sind; Unterstützung von Whistleblowern, Beratung von Unternehmen, Behörden und Organisationen, Aufklärung der Öffentlichkeit, europaweite Kooperationen und Networking. Hierbei werden der europäische Richtlinien-Entwurf zum Whistleblowerschutz und seine Umsetzung in deutsches Recht im Vordergrund stehen.

 

Ihre künftigen Aufgaben

  • Sie tragen gemeinsam mit dem Vorstand die Verantwortung für die Entwicklung und Strategie der Organisation
  • Sie koordinieren die Arbeit von Vorstand, Beirat, Mitgliederversammlung und Beratungsgruppe und bereiten die Zusammenkünfte vor
  • Sie bringen strategische Impulse für Fundraising und Projekt-Akquisition ein
  • Sie bauen verlässliche Strukturen für die Geschäftsstellenarbeit auf
  • Sie pflegen bestehende und knüpfen neue Kontakte zu deutschen und europäischen NGOs und Advocacy Groups, die sich für Meinungs- und Gewissensfreiheit, Whistleblowing, Presse- und Informationsfreiheit, Transparenz und politische Partizipation einsetzen
  • Sie planen, organisieren und koordinieren gemeinsame Veranstaltungen
  • Sie sind mit verantwortlich für die Formulierung von Positionen und die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins und vertreten ihn bei Bedarf nach außen.
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    Wandel durch Whistleblowing

    Ein Whistleblower, der um Anerkennung des aerotoxischen Syndroms als Berufskrankheit kämpfte, hatte die Recherche von Johannes Ludwig zu den Praktiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ausgelöst: http://9430.seu.cleverreach.com/c/32446775/e88b73af15-pf8u3y

    Nachdem im Mai ein Bericht zur oft schwierigen Anerkennung von Berufskrankheiten in der Süddeutsche Zeitung und auf der Plattform ansTageslicht.de erschienen war, wurde im neuen Report der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein entscheidender Passus geändert.

    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/berufskrankheiten-teilsieg-fuer-menschen-die-der-job-krank-machte-1.4133728

    Entwurf einer EU-Richtlinie zum Whistleblower-Schutz

    Auf die Umsetzung in deutsches Recht kommt es an

    Die Kommission in Brüssel hat heute den Entwurf einer Richtlinie zum Whistleblower-Schutz vorgestellt. Das ist ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung.
    Vorausgegangen waren seit Jahren Forderungen von Seiten des Europäischen Parlaments und Empfehlungen des Europarats, Whistleblower angemessen zu schützen. Mit einem eigenen Gesetzentwurf und einer beispiellosen Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Gruppen europaweit hatte die Fraktion der GRÜNEN/EFA im EP erheblichen Druck aufgebaut. Spektakuläre Enthüllungen wie die Luxemburger-PWC-Steuerdeals durch Antoine Deltour mögen der Politik schließlich ihre eigene Hilflosigkeit vor Augen geführt haben, Missständen ohne Insider auf die Spur zu kommen.
    Im Ergebnis hat dies zu einem ansehnlichen Vorschlag von gemeinsamen Mindeststandards zum Whistleblower-Schutz im privaten und öffentlichen Sektor geführt.
    Als Stärken des vorliegenden Entwurfs sind hervorzuheben:

    • Die Motivation des Whistleblowers tritt in den Hintergrund. Es zählt der Wert der Information.
    • Behörden und Unternehmen schon ab 50 Mitarbeitern/10 Mio. € Umsatz müssen Hinweisgebersysteme einführen. Den Hinweisen muss nachgegangen und über den Verlauf Rechenschaft abgelegt werden.
    • Behinderungen des Whistleblowing und Vergeltungsmaßnahmen aller Art sind unter Strafe zu stellen. Die Vertraulichkeit ist zu wahren. Die Beweislast im Fall von Verstößen trägt im Wesentlichen der Arbeitgeber.

    Soweit, so gut. Was auf dem mehrjährigen Weg bis zur Umsetzung in nationales Recht daraus wird, ist schwer vorherzusagen. Ohnehin regelt der Entwurf nur das Anzeigerecht der WB bei Rechtsbrüchen von Unionsrecht auf bestimmten Gebieten. Die entsprechenden Rechtsakte werden in einem „Annex“ detailliert aufgeführt. Der Katalog ist lang. Aber lang ist auch Liste der Bereiche, die keine Erwähnung finden: von Arbeitnehmerrechten über Handelsabkommen, Migration, Asyl und außenpolitische Angelegenheiten bis hin zum Energierecht (außer Atomenergie). Wenn also nur die Mindeststandards umgesetzt würden, bedeutete das für potentielle Whistleblower kein Mehr, sondern ein Weniger an Rechtssicherheit in Bezug auf das, was sie ungestraft aufdecken dürfen.
    Qualität und Folgen des Kommissionsentwurfs für deutsche Whistleblower werden sich also erst nach der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht einschätzen lassen.
    Annegret Falter, Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerk meint dazu: Den ganzen Beitrag lesen