S-Bahn Berlin: Betriebsratsvorsitzender als Whistleblower

Spätestens nach seinen Aussagen in der gestrigen Kontraste Sendung darf der Betriebsratsvorsitzende der Berliner S-Bahn Heiner Wegner wohl mit Fug und Recht als Whistleblower bezeichnet werden.

In dem Beitrag für das TV-Magazin des MDR äußerte sich Wegner u.a. wie folgt zu den Ursachen der Sicherheitsprobleme:

„Lieber mal einen Zug ausfallen lassen, als wie die Sicherheit aufs Spiel setzen. Dieser Grundsatz, der ist verändert worden. Der Grundsatz lautete dann in Zukunft: Gewinnmaximierung. Koste es was es wolle.“

Bravo Herr Wegner! Endich einmal ein Betriebsratsvorsitzender der nicht nur die Sicherung der Gewinninteressen – uups an dieser Stelle muss es natürlich es natürlich „Arbeitsplätze“ heißen – im Sinn hat, sondern auch die Gesundheit und Sicherheit der Kunden und sich auch öffentlich dazu bekennt.

Betriebsratsmitglieder genießen anders als andere Mitarbeiter weitgehenden Kündigungsschutz und sollten sich – auch mit Unterstützung der Gewerkschaften – öfter mal trauen frühzeitig auf Missstände hinzuweisen und wie im Falle der S-Bahn Berlin die Belegschaft auch dann zu organisieren, wenn es um Missstände geht, die Kunden und Allgemeinheit betreffen. Spätestens wenn alles auffliegt sind die Mitarbeiter dann nämlich auch betroffen.

Was die Berliner S-Bahn und ihren Mutterkonzern angeht, so scheint die Lernfähigkeit auch des neuen Bahnchefs Grube aber beschränkt. Die verantwortlichen Manager machen auch unter ihm Karriere und das Ziel Börsengang, die eigentliche Ursache der überzogenen Gewinnmaximierungsstrategie zu Lasten von Material und Menschen, wird ebenfalls weiterverfolgt.


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