Ratgeber zu Prävention und Hilfe bei Mobbing und Burnout

12. März 2010

Der Fonds Gesundes Österreich hat zwei Broschüren herausgegeben die sich mit den Themen Burnout bzw. Mobbing beschäftigen und Unternehmen und Betroffenen Hilfe bei Prävention und der Suche nach Auswegen bieten wollen. Die Broschüren stehen kostenlos im PDF-Format zur Verfügung und bieten sicherlich auch für nicht Österreicher einige Interessante Informationen, so z.B. auch für Gewerkschaftler die sich informieren wollen welche Inhalte Betriebsvereinbarungen gegen Mobbing haben sollten. Für (potentielle) Whistleblower und Unternehmen die Whistleblower schützen wollen ist das Wissen um Mobbing-Mechanismen und Mobbing-Prävention ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt.

Donald Rumsfeld wegen Folter von Whistleblowern vor Gericht

11. März 2010

Der ehemalige US-Verteidigungsminister muss sich jetzt vor einem US-Bundesgericht in Chicago wegen angeblich “durch ihn persönlich genehmigter verfassungswidriger Folter” verantworten. Kläger sind die US-Bürger Donald Vance und Nathan Ertel die 2006 in Bagdad für eine private Sicherheitsfirma tätig waren, in deren Umfeld sie von Korruption und gewalttätigem Verhalten erfuhren, welches sie u.a. dem FBI in Chicago meldeten. Laut Klageschrift wurden andere Mitglieder der Sicherheitsfirma dann ihrer Anschuldigungen gewahr, was zu einer Eskalation der Situation vor Ort führte und Vance und Ertel zwang sich zu verbarrikadieren und sich Hilfe suchend an das US-Militär in Bagdad zu wenden. Dieses kam dann, rettet die beiden auch aus der unmittelbaren Gefährdung, aber nur um sie danach – so die Klageschrift weiter – für die Dauer von einem bzw. zwei Monaten selbt gefangen zu halten.

Während dieser Gefangenschaft soll es dann zu Schlafentzug, stundenlangen Verhören, Beschallung mit ohrenbetäubender Musik, Drohungen, Nahrungsentzug und dem so genannten “walling” gekommen sein, bei dem Opfer gezwungen werden mit verbundenen Augen gegen Wände zu laufen. Verbunden ist die Klage mit dem Vorwurf Rumsfeld habe persönlich dazu beigetragen, dass derartige Foltermethoden beim US-Militär im Irak als akzeptierte Praktiken galten.

Für die Anwälte von Rumsfeld waren all diese Vorwürfe derart absurd, dass sie beim zuständigen Bundesrichter Andersen beantragten die Klage als offensichtlich unbegründet schon im Vorfeld abzuweisen. In einer aktuellen Entscheidung ist Richter Andersen diesem Antrag aber nicht gefolgt. Seiner Meinung nach haben die Kläger ihre Vorwürfe zwar noch nicht bewiesen, sie seinen aber immerhin derart fundiert, dass eine weitergehende Beweisaufnahme angebracht sei. Der nächste Verhandlungstermin ist auf den 25. März terminiert.

Mehr z.B. bei The Huffington Post und ChicagoReader.

Grimme Preis für Whistleblowing-Film

11. März 2010

Der Film “Frau Böhm sagt nein”, mit Senta Berger in der Titelrolle, der im vergangenen Oktober in der ARD lief, wurde gestern mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es dazu:

In loser Anlehnung an die Mannesmann-Affäre erzählt der Film davon, wie eine kurz vor der Rente stehende Sekretärin zu rebellieren lernt. Als sich die Bosse im Zuge eines Übernahme-Manövers ein paar satte Prämien genehmigen, verweigert Frau Böhm die erwartete mechanische Dienstleistung. Und löst damit nicht nur ein enormes Medienecho und den Beifall der Kollegen aus, sondern auch einen beispiellosen Wirtschaftsprozess.

Die dahinter stehende reale Whistleblowerin war die mutige Whistleblowerin Helga Anna Schöller, die mit Ihrem “Nein” den Mannesmann-Skandal ins Rollen brachte.