Gründung eines Whistleblower-Netzwerks

Am 29.09.2006 wurde in Iserlohn im Rahmen einer Tagung: Zivilcourage in der Risikogesellschaft, der Verein Whistleblower-Netzwerk gegründet. Whistleblower sind Menschen, die illegales Handeln, Missstände oder Gefahren für Mensch und Umwelt nicht schweigend hinnehmen, sondern aufdecken.

Gerade die jüngsten Ereignisse im Gammelfleischskandal haben gezeigt wie wichtig zivilcouragierte Menschen sind, um kleine oder größere Katastrophen zu verhindern. Leider geschieht dies aber oft zu spät. Ob bei menschenunwürdiger Krankenpflege, bei Korruption am Bau oder der Entsorgung giftiger Abwässer in einen Fluss: Immer gibt es Menschen, die eigentlich nicht weiter zusehen wollen. Doch wenn sie ihr Wissen preisgeben, riskieren sie ihre Arbeitstelle – möglicherweise sogar ihre existentielle Grundlage. Wen wundert es, dass die meisten lieber schweigen?Während im angelsächsischen Raum bereits seit vielen Jahren Interessenvertretungen und auch Gesetze zum Schutz von Whistleblowern existieren und große Prozesse gewonnen werden, ist das in Deutschland bisher nicht der Fall. Dies will der neu gegründete Verein ändern. Er will Whistleblower in ihrer oft prekären Lage unterstützen. Die Website www.whistleblower-netzwerk.de soll dafür als Plattform dienen und demnächst, etwa mit einer Falldatenbank, weiter ausgebaut werden.

E-Mail:  info [ätt] whistleblower-netzwerk.de

Dem Geschäftsführenden Vorstand des Vereins gehören Guido Strack, Antje Bultmann und Christiane Schulzki-Haddouti an. Guido Strack ist selbst Whistleblower und streitet innerhalb der EU-Kommission für effektive Korruptionsbekämpfung und Whistleblowerschutz. Antje Bultmann ist Autorin und Wissenschaftsjournalistin. Sie berät bereits seit Jahren Whistleblower und veröffentlicht gegebenenfalls ihre Fälle. Christiane Schulzki-Haddouti ist Journalistin und Dozentin an der Bonner Universität und befasst sich intensiv mit den Themen Whistleblowing, Zivilcourage und Informationsfreiheit. Der Sitz des Vereins ist Köln.