Wie immense Beträge zur Verfolgung von Whistleblowern verschwendet werden

Die britische Tageszeitung “The Independent” berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe vom Obsiegen des Whistleblowers John Watkinson in einem Rechtsstreit gegen den britischen Nationalen Gesundheitsdienst (NHS).
John Watkinson, damals Leiter des Royal Cornwall Spitals , war im April 2009 gekündigt worden, nachdem er sich gegen die Verlegung einer Krebsstation von der britischen Grafschaft Cornwall in die Grafschaft Devon quergelegt hatte, weil dies ohne vorherige Anhörung der Öffentlichkeit geschehen sollte.
Ein Arbeitsgericht befand, dass Watkinson gekündigt worden war, nachdem er unter  starkem Druck seiner Aufsichtsbehörde gestanden war, dem unrechtmässigen Verlegungsvorschlag zuzustimmen.
Nun erklärte Watkinsons ehemaliger Arbeitgeber laut „Independent“, keine Berufung einlegen zu wollen, nachdem er bereits schätzungsweise umgerechnet € 1,4 Mio. an Anwalts- und Prozesskosten aufgewendet hatte und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Dazu kommen noch rund € 1 Mio., die das Spital nun Watkinson an Schadenersatz leisten muss. Insgesamt werden die Kosten für das Spital auf € 2,3 Mio. geschätzt.
Der Fall zeigt auf, wie Manager immense Beträge an Steuergeldern aus dem Fenster werfen, nur um Whistleblower verfolgen. Zur Rechenschaft gezogen werden sie dafür nicht. Die Leiterin der britischen Whisteblowing Organisation „Public Concern at Work“, Cathy James, meinte dazu, dass „wir auf eine Null-Toleranz Politik für die Verfolgung von Whistleblowern“ hinarbeiten müssen.
Dabei ist Grossbritannien Österreich oder Deutschland um einiges voraus, zumal es schon seit 1998 eine Gesetzgebung zum Schutz von Whistleblowern hat.
Bis zu seiner Kündigung war die Karriere des numnehr 56-jährigen John Watkinson laut „Independent“ tadellos gewesen. Danach wurde er arbeitslos. Er ist nun sehr erleichtert darüber, dass er letztendlich obsiegen konnte und hofft, dass sein Fall eine radikale Änderung der Managementkultur im britischen Gesundheitssystem nach sich ziehen wird.
Whistleblowing Austria / Walter Gehr

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