Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-27/2015)

Wikileaks enthüllt NSA-Spähangriffe auf Bundesregierung

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte am Mittwoch Dokumente, die eine weitreichende Überwachung insbesondere von Finanz-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium aufzeigen.

Die publizierte Selektorenliste enthält 69 Telefonanschlüsse, die offenbar zum Teil auch unter Beteiligung eines britischen Geheimdienstes abgehört wurden. Unklar ist bisher, ob die Überwachung noch immer andauert und von wem Wikileaks die Dokumente bekommen hat, da sie wahrscheinlich nicht von Snowden stammen.
Süddeutsche Zeitung, „US-Spähangriff auf die Bundesregierung“, John Goetz, Hans Leyendecker und Georg Mascolo

Die neuen Veröffentlichungen von Wikileaks zeigen auch, dass die Organisation verstärkt dazu übergeht, ganz gezielt und medienwirksam einzelne Dokumente zu leaken um damit ein bestimmtes Narrativ aufzubauen, anstatt wie früher massenhaft und weitgehend ungefiltert zu enthüllen.
taz, „Wikileaks leckt wieder“, Martin Kaul

Ex-Polizist aus Baltimore spricht über Racial Profiling und Polizeigewalt

Der ehemalige Polizist Michael A. Wood Jr. ist durch Tweets über Polizeibrutalität und rassistische Polizeikultur in Baltimore bekannt geworden. Im Interview mit der BBC schildert er seine Erfahrungen und zeigt sich wenig optimistisch, dass die Polizei Baltimores ihre konfrontative Einstellung gegenüber der schwarzen Bevölkerung ändern wird.
BBC, „Baltimore ex-cop Martin Wood Jr on brutality and racism“, James Reevell

WDR-Mitarbeiter veröffentlichen Pläne zur Reform des Senders

Der WDR will Kosten sparen und plant diverse Umstrukturierungen bei seinen Radiosendern. Nun veröffentlichte ein oder mehrere Mitarbeiter des WDR interne Pläne zu den Reformen, die etwa eine Vereinheitlichung der Hörfunknachrichten beinhalten sollen, auf Twitter.

Die Hörfunkdirektorin Valerie Weber zeigt sich enttäuscht über die Veröffentlichungen und betont, dass bezüglich der Reformen noch nichts entschieden sei.
Berliner Zeitung, „‚WDR Leaks‘ veröffentlicht Interna zur Programmreform des Senders“, Anne Burgmer

Reporter ohne Grenzen verklagt BND

Die Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden entfalten Stück für Stück Wirkung. Nachdem im Jahresbericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums auf hunderte Millionen überwachte eMails durch die strategische Fernmeldeaufklärung hingewiesen wurde, hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) nun Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht.

Die Organisation, die Journalisten weltweit in ihrer Arbeit unterstützen will sieht sich mit dem regelmäßigen Auslands-eMail-Verkehr als mögliches Ziel der Überwachung an. Darüber hinaus klagt sie gegen die Datenbank VerAS, die der BND wohl unerlaubter Weise betreibt. Zu dieser Datenbank, die der BND seit 2002 betreibt sagt ROG:

„Dabei erfasst der Nachrichtendienst neben Telefonverbindungen, SMS und E-Mails auch das Surfen im Internet sowie die Nutzung von sozialen Netzwerken. Für diese Art von Datensammlung und -analyse gibt es keine gesetzliche Grundlage; sie muss deshalb sofort eingestellt werden.“

Reporter ohne Grenzen, „ROG verklagt den BND“

ROG will mit einer Petition der Klage Nachdruck verleihen. Die Unterstützer können sich (auf Wunsch auch anonym) in die Petition eintragen:

150706_ROG_Petition

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