Aktuelle Petitionen fordern Freiheit für die Whistleblower Mollath und Manning

Gerne weisen wir an dieser Stelle auf eine aktuelle öffentliche Petition hin, in der Frau Dr. Merk, die bayerische Staatsministerin der Justiz angesichts des Versagens der bayerischen Justiz im Fall von Gustl Mollath zum Rücktritt aufgefordert wird. Zugleich fordert die Petition auch die sofortige Freilassung von Mollath. Die auf der Homepage des Justizministeriums veröffentlichte Stellungnahme, zeugt allerdings insoweit von wenig Einsichtsfähigkeit.

Eine andere Petition, die sich ebenfalls für die Freilassung eines Whistleblowers einsetzt, nimmt die Solidaritätserklärung von drei Friedensnobelpreisträgern, die vom Kollegen Obama die Freilassung Bradley Mannings verlangen, zum Anlass, die Präsidenten der EU-Institutionen aufzufordern, dies anlässlich der Entgegennahme des Friedensnobelpreises am 10.12.2012 ebenfalls zu tun.

 

 

Veranstaltungstipp: Schweigen oder Reden – Chancen und Risiken von Whistleblowing (Nürnberg)

Im Flyer der kda-Bayern ist die Veranstaltung wie folgt angekündigt:

Alarm schlagen, Rechtsverstöße und gravierende Misstände am Arbeitsplatz anzeigen, dafür braucht es Mut und Zivilcourage. Altenpflegerin Brigitte Heinisch und sieben Kolleginnen haben das Bekanntmachen von Personal- und Qualitätsmängeln in der Altenpflege nicht als Verrat, sondern als verantwortliches Handeln verstanden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat ihnen mit Urteil vom 21.7.2011 recht gegeben.

Über ihre Erfahrungen im Kampf um ihre Rechte berichtet Referentin Brigitte Heinisch Altenpflegerin und Autorin (Altenpflegerin schlägt Alarm – Über das Recht, Misstände anzuzeigen, 2012)

Über die rechtliche Situation der Whistleblower (Hinweisgeber) informiert Referentin Irena Schauer Fachanwältin für Arbeitsrecht

Ort: Epiphaniaskirche, großer Gemeindesaal – Nürnberg, Fürther Str. 155 (U-Bahn-Halt Maximilianstr.)

Zeit: Mittwoch, 26.9.2012 | 18.00 Uhr

Petition zur Freilassung von Gustl Mollath wegen gravierender Verfahrensfehler und Falschgutachten

Edith und Gerhard Dörner von der AG Solidarität mit Gustl Mollath aus Nürnberg haben jetzt bei OpenPetition.de eine Petition an den Bayerischen Landtag zur Mitzeichnung eingestellt.

Wir hatten bereits über den Fall Mollath, der auf mögliche Steuerhinterziehung hinwies und seit dem 27.02.2006 in der bayerischen Psychiatrie weggesperrt ist, berichtet und weisen gerne nochmal auf den ausführlichen, online abrufbaren, Bericht bei Report Mainz und die hervorragende Unterstützer-Webseite hin.

Die Kernforderungen der aktuellen Petition lauten:

• Die sofortige Freilassung von Gustl Mollath aus der forensischen Psychiatrie.

• Die umfassende und unabhängige juristische Klärung des Falles Mollath, hinsichtlich der Fehlurteile und Falschgutachten, die zu seiner Zwangsverwahrung in den bayerischen Forensiken geführt haben.

• Die juristische Verfolgung der damaligen Anzeigen hinsichtlich von Steuerhinterziehung, Schwarzgeldtransfers und Insidergeschäften.

Da die Vorgänge im Fall Gustl Mollath keinen Einzelfall darstellen sondern ein strukturelles Problem sind, fordern wir ebenfalls:

• Die Aufklärung ähnlich gelagerter Fälle von Rechtsbeugung und versuchter Psychiatrisierung von Whistleblowern (Hinweisgebern) in Bezug auf Wirtschaftskriminalität. Den ganzen Beitrag lesen

TV-Tipp I: Gustl Mollath unschuldig in der Psychiatrie?

Heute Abend um 21:45 Uhr berichtet Report Mainz in der ARD über den Fall von Gustl Mollath, der seit dem 27.02.2006 weggesperrt ist.

Aber was hat dies mit Whistleblowing zu tun ?

Nun, Mollath bekam als Ehemann einer Bankerin Insiderwissen mit und versuchte seine (mittlerweile Ex-)Frau und andere Banker von Aktivitäten abzuhalten, die er als Steuerhinterziehungen ansah. Die Folge: gegen Gustl Mollath wurde seitens seiner Frau Anzeige wegen einer angeblichen schon über ein Jahr zurückliegenden Körperverletzung gestellt. Dann gerät er in die Mühlen einer überreagierenden Justiz und landet letztlich in der Psychiatrie.

Die Gerichte bescheinigen ihm bis heute in dem anhaltenden Wahn zu leben, Opfer des Bankensystems zu sein. Aber externe und unabhängige Experten attestieren ihm, ganz klar zu sein und seinen Fall mit vielen Details glaubwürdig zu schildern. Nur diesen Vorwürfen geht die bayerische Justiz bis heute nicht nach, sie macht Gustl Mollath zum Opfer. Um Täter zu schützen?

Mehr zum Fall Mollath findet sich auch auf der Solidaritätswebseite: http://www.gustl-for-help.de/

Unternehmer setzt Zeichen und stellt Whistleblower ein – Nachahmer gesucht!

Dies ist wirklich mal eine gute Nachricht! Miroslaw Strecker, der Gammelfleisch-Whistleblower, den wir im Mai noch in unserer Ausstellung im Tacheles als „Inzwischen Arbeitsloser LKW-Fahrer“, titulieren mussten, hat einen neuen Job. Auf einen Aufruf bei Antenne Bayern reagierte ein Mitarbeiter einer LKW-Spedition aus Weiden, sprach seinen Chef an, ob Strecker nicht genau der neue Kollege sein könnte, der gerade gesucht wurde und der Chef fackelte nicht lange und stellt Strecker ein.

Wir wollen mehr solcher guten Nachrichten! Also, wenn jemand in diesem Blog, auf unserer Webseite oder in den Texten unserer Ausstellung von Whistleblowern liest, die Schwierigkeiten bekommen haben und auf Arbeitsplatzsuche sind und diesen gerne ein Jobangebot machen möchte, nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir helfen gerne und unentgeltlich weiter. Aber auch jenseits veröffentlichter Fallschilderungen sind wir an Kontakten mit Unternehmen interessiert, die gerne Mitarbeiter mit Whistleblowing Erfahrungen einstellen möchten, denn wir haben auch Kontakte zu solchen Menschen über die wir hier nicht berichten können. Auch helfen wir Unternehmen und Betriebsräten gerne weiter, wenn diese Whistleblowing fördern und ein eigenes glaubwürdiges Hinweisgebersystem aufbauen wollen. Den ganzen Beitrag lesen