Buchbesprechung: Werkbuch Mobbing

Der Sammelband enthält Aufsätze von Praktikern, die zwanzig Jahre nachdem der Begriff „Mobbing“ in Deutschland Einzug gehalten hat, das Thema und die damit verbundenen Problemstellungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Gut lesbar aufbereitet und abgedeckt wird dabei auch der Bereich Prävention. Hierzu finden sich Aufsätze mit Praxisbeispielen von innerbetrieblicher Mobbingprävention und Konfliktbearbeitung aus dem privaten und dem öffentlichen Sektor.

Auch überbetriebliche regionale Beratungsangebote für Betroffene z.B. von kirchlichen oder gewerkschaftlichen Trägern werden dargestellt. Abschnitte über Mobbing in Österreich, Schweden und Japan weiten die Perspektive aus.

Die rechtliche Situation beim Mobbing und die Handlungsmöglichkeiten von Betroffenen im Zusammenspiel mit Rechtsanwälten werden ausführlich erläutert. Gerade hierzu finden sich viele wertvolle Tipps: So wird z.B. die entscheidende Bedeutung einer guten Dokumentation in Form eines Mobbingtagebuchs betont. In diesem sollten Betroffene das „Was? Wo? Wann? Wer? Wie? Warum?“ ebenso zeitnah festhalten, wie die Namen möglicher Zeugen der Geschehnisse. Im Dialog mit dem eigenen Anwalt sollten die eigenen Ziele und eine Strategie zu deren Erreichung offen besprochen werden. Dem Anwalt obliegt es dabei auch, dem Betroffenen vor Augen zu führen, dass nicht jeder Form der wahrgenommenen Benachteiligung oder missbilligenswerten Handlung juristische Relevanz zugemessen wird. Für die Annahme von Mobbing bedarf es laut Rechtsprechung eines systematischen Anfeindens, Schikanierens oder Diskriminierens und im Falle eines Prozesses müssen sowohl die juristisch relevanten Einzelhandlungen als auch die dahinter stehende Systematik vom Betroffenen nachgewiesen werden. Den ganzen Beitrag lesen

Wikileaks-Chef bittet Ecuador um Asyl

Julian Assange hat es mal wieder geschafft auf sich und Wikileaks aufmerksam zu machen. Nachdem alle rechtlichen Miöglichkeiten eine Auslieferung nach Schweden zu vermeiden in Großbritannien gescheitert waren, ist er nunmehr in die Botschaft von Ecuador in London geflüchtet und hat dort um politisches Asyl gebeten.

Ecuador hat sich bisher weniger durch Pressefreiheit als durch eine US-kritische Haltung ausgezeichnet. Bereits Ende 2010 gab es Diskussionen um ein mögliches Asyl-Angebot von Ecuador an Assange, dass in den letzten Wochen eventuell im Umfeld einesInterviews von Assange mit Staatschef Correa erneut besprochen wurde.

Offensichtlich geht es Assange vor allem darum nicht hinter schwedischen Gardinen zu landen. Wikileaks und einige Medien weisen allerdings auch auf die Gefahr hin, dass er in Schweden eventuell eine Auslieferung in die USA befürchten müsste. Dort läuft immer noch eine Grand-Jury Untersuchung darüber, ob Assange wegen Verstoßes gegen den Espionage Act angeklagt wird.

Darüber hinaus beweist die US-Regierung auch jenseits des Falles des Gefreiten Bradley Manning gerade an etlichen Stellen, dass sie nicht davor zurückschreckt mit strafrechtlichen Mitteln gegen unliebsame Whistleblower vorzugehen. Eine US-Expertin, die einige jener Whistleblower verteidigt, kommt daher zu dem Schluss, dass jedenfalls unter Anlegung der offiziellen Maßstäbe, die die USA für die Gewährung von politischem Asyl normalerweise anwenden, Ecuador Assange durchaus Asyl gewähren sollte. Dann stellt sich allerdings auch noch die Frage wie lange Assange selbst dann noch in der Botschaft in London wird ausharren müssen. Oder sollte sich hier eine ähnliche diplomatische Lösung finden lassen wie bei anderen Menschenrechtsaktivisten? Den ganzen Beitrag lesen

Neues von Wikileaks: Syria Files

Wikileaks ist zurück: Nachdem es seit fast einem halben Jahr keine Neuigkeiten von der Plattform Wikileaks gab (außer dem Verfahren gegen Julian Assange), wurde gestern im Londoner Frontline Club angekündigt, dass auf der Plattform fast 2,5 Millionen Mails der syrischen Regierung veröffentlicht werden sollen. Darunter soll sich u.a. der Mail-Verkehr des Präsidialamts, des Außen-, Finanz-, Informations-, Verkehrs- und Kulturministeriums befinden. Die Mails sollen ein Licht auf die innere Arbeitsweise der syrischen Regierung und Wirtschaft werfen – zudem aber laut Wikileaks auch das fadenscheinige Verhalten westlicher Regierungen und Firmen beleuchten.

Julian Assange erschien nicht zur Pressekonferenz, da er weiterhin auf dem Gelände der ecuadorianischen Botschaft auf politisches Asyl wartet, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. In einem Statement wurde er mit den Worten zitiert:

Das Material ist entlarvend für die syrische Regierung – aber auch für ihre Gegenspieler. Es wird uns zwar nicht dabei helfen, lediglich eine der beiden Seiten zu kritisieren, aber dabei, deren Interessen, Verhalten und Gedanken besser zu verstehen.“

Wikileaks betont insbesondere die schiere Größe der Datenmenge: Insgesamt handle es sich um das 8-fache der Datenmenge der Cablegate-Dateien. Offen bleibt allerdings, wie schnell die Daten veröffentlicht werden und in welcher Qualität auch der Zugang für Journalisten gestaltet wird. Wie bei vergangenen Aktionen baut Wikileaks auf Medienkooperationen. Diese haben sich aber deutlich gewandelt: Al Akhbar (Libanon), Al Masry Al Youm (Ägypten), Associated Press (USA), L’Espresso (Italien), Owni (Frankreich), Publico.es (Spanien) – deutscher Partner soll laut Wikileaks nicht wie bislang der Spiegelsein, sondern die ARD – die diese Meldung bislang allerdings nicht bestätigte. Den ganzen Beitrag lesen

Neues von Manning und Assange

Die US-Army hat jetzt endgültig entschieden, Bradley Manning wegen der Weitergabe von Dokumenten an Wikileaks in Bezug auf 22 Anklagepunkte vor dem Kriegsgericht anzuklagen. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Richter und der Termin der Verhandlung stehen noch nicht fest.

Die Verhandlung vor dem Supreme-Court in London im Hinblick auf die mögliche Auslieferung von Julian Assange an Schweden ist abgeschlossen. Das Urteil wird aber erst in einigen Wochen erwartet. Assange der sich jetzt auch einer zivilrechtlichen Kostenklage seines früheren Anwaltes ausgesetzt sieht plant derweil neue Medienaktivitäten in Form einer Talkshow bei Russia TV.

Neues rund um WikiLeaks