„Große Angst vor Denunziantentum“

Annegret Falter im Taz-Interview am 15.04.2019:
http://www.taz.de/Politologin-ueber-Whistleblower/!5585059/?fbclid=IwAR3FL0G7OxQojFSI3WA_gUk3ID0lHcDva7YTkJLK55uWOojUAHsqhu9o1Cw

Politologin über Whistleblower

„Nicht alle Whistleblower werden zum Staatsfeind Nummer eins wie Julian Assange“, sagt Annegret Falter. „Dennoch müssen sie negative Konsequenzen fürchten.“

taz: Frau Falter, diese Woche beschließt die EU einen besseren Schutz für Whistleblower, auch die Bundesregierung hatte kürzlich Verbesserungen verabschiedet. Warum haben auf einmal alle ihr Herz für Menschen entdeckt, die auf Probleme hinweisen?

Annegret Falter: Whistleblower haben zur Aufdeckung von wirklich großen Missständen beigetragen. Katastrophale Zustände in der Pflege zum Beispiel, Steuerbetrug oder der Handel mit gepanschten Krebsmedikamenten. Und gleichzeitig bemerkt die Gesellschaft, was wir ohne Whistleblower zu lange nicht erfahren haben: Zum Beispiel, dass die Luft immer stärker mit Stickoxiden belastet ist, was für Kinder, Alte und Kranke lebensgefährlich sein kann.

Ein Whistleblower bei VW hätte also das Schlimmste verhindern können?

Wahrscheinlich. Wir wissen natürlich nicht, ob es nicht einen internen Hinweisgeber gegeben hat. Aber das Problem bei internen Meldungen ist bislang: Das Unternehmen kann sich entscheiden, ob es den Missstand beseitigt oder den Whistle­blower. Den ganzen Beitrag lesen

Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und Europa beim Whistleblowerschutz

Vergangene Woche berieten internationale NGOs in Valencia über eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und Europa für einen länderübergreifenden, besseren Whistleblowingschutz. Auch dabei in der Universität Valencia war Annegret Falter für Whistleblower-Netzwerk e.V..
In folgender Deklaration erklären die Teilnehmer*innen, dass künftig Erfahrungen ausgetauscht werden und sie sich gegenseitig unterstützen und fördern möchten, um das Bewusstsein der Zivilgesellschaft für die Thematik zu stärken und einen besseren Schutz für Whistleblower zu erreichen.