Apothekerkammer lobt Whistleblower

Der Apotheker Wayne Baker hatte zwischen 2006 und 2009 falsche Rechnungen in Höhe von umgerechnet rund € 40.500.- vorgelegt. Seine Vertretung in der Mt. Albert Apotheke in Auckland, Neuseeland, fand dies heraus und meldete dies im Februar 2009 bei einer beim Gesundheitsministerium eingerichteten Hotline.
Wie heute bekannt wurde, ist der Whistleblower nun von der neuseeländischen Apothekerkammer für seinen Hinweis gelobt worden.
Baker hatte nicht davor zurückgescheut, Rechnungen von bereits tote Kunden einzureichen. Auch hatte er Eintragungen gefälscht, um den Verkauf eines Medikaments vorzutäuschen, das sechs Mal höher subventioniert wird als jenes, das tatsächlich verschrieben wurde.
Ein Grossteils von Bakers Einkommen stammte von staatlichen Subventionen für die Ausgabe von Medikamenten, insbesondere des Cholesterin Senkers Simvastatin.
Vergangene Woche bekannte sich Baker vor Gericht in 95 Fällen schuldig. Laut Gesundheitsministerium habe er nun den gesamten Schaden ersetzt. Das Urteil wird für Oktober 2011 erwartet.
Die Präsidentin der neuseeländischen Apothekerkammer, Karen Crisp, findet es ermutigend, dass die Vertretung Wayne Bakers verantwortungsvoll gehandelt hatte, als er betrügerische Machenschaften in der Apotheke vermutete.
Die grosse Mehrheit der Apotheker und ihrer Angestellten sind engagiert und ehrlich“, erklärte Crisp. „Sie sind dem Wohlergehen ihrer Patienten verpflichtet. Es ist eine Schande, dass derartige Fälle einen Schatten auf den gesamten Berufstand werfen. Die Apothekerkammer tut alles, um ihre Mitglieder mit den Ressourcen auszustatten, die sie brauchen, um ihren beruflichen und rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, und dieser Fall sei für die Apotheken sehr enttäuschend“.
Der Fall zeige, so Crisp weiter, dass die Apotheker Verantwortung für sich selbst, aber auch für ihre Kollegen übernehmen müssten. Das heisst, dass sie formelle wie informelle Massnahmen treffen müssten, um zu gewährleisten, dass ihre Kollegen den selben Standards entsprechen, die sie selbst erreichen wollen.
Whistleblowing Austria / Walter Gehr

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