Whistleblower auf Ölplattformen in der Nordsee zum Schweigen gebracht

Die Kette von Unfällen auf Ölplattformen in der Nordsee reißt nicht ab. Schon 1981 berichtete „Der Spiegel“ von 450 schwer verletzten Öl-Arbeitern und Tauchern sowie von 106 Toten, die zum Großteil durch in Industriebetrieben üblichen Sicherheitsauflagen hätten vermieden werden können.
Unfallgefährdet seien die Öl- und Gasplattformen nach wie vor und dazu noch für eine schleichende Verschmutzung der Nordsee verantwortlich, so Greenpeace in einem Bericht vom 27. Mai des Vorjahres.
Eine Ölkatastrophe wie, die am 20. April 2010 im Golf von Mexiko ausgelöst wurde, könne sich auch in der Nordsee jederzeit ereignen, meinte damals der Greenpeace Experte Christian Bussau. Regelmäßig komme auf Ölplattformen zu Unfällen.
Doch würden Arbeiter, von den Öl- und Gasgesellschaften unter Druck gesetzt werden, nichts über diese Unfälle zu berichten, so jedenfalls ein Artikel in der britischen Tageszeitung „The Guardian“ vom 05. Juli 2011. Diesem liegen laut eigenen Angaben Berichte von über 100 bedenklichen Öl- und Gasaustritten in der Nordsee innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren sowie über die dafür verantwortlichen Konzerne vor.
Obzwar die Arbeit auf einer Öl- oder Gasplattform gut bezahlt wird, hätten viele Arbeiter nur unsichere Kurzzeit-Arbeitsverträge. Zwar ermutige man die Mitarbeiter offiziell, Missstände zu melden, doch wer dies tue, könne damit rechnen, nie mehr wieder eingestellt zu werden.
Whistleblowing Austria / Walter Gehr

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