Ölkatastrophe am Golf – BP ignorierte Whistleblower

Während das ausströmende Öl immer größere Teile des Golfs von Mexiko verseucht (hier ein illustrativer Flächenvergleich mit Zuhause) warnt die US-NGO Food & Water Watch (FFW) vor einer drohenden, noch größeren Katastrophe.

Auf der Webseite http://www.spillthetruth.org/ dokumentiert sie die Warnungen des Whistleblowers Kenneth Abbott. BP wusste demnach bereits mindestens seit dem 15.August 2008 dass „hunderte wenn nicht tausende von Seiten“ der Sicherheits-Dokumentationen ihrer Altlantis Ölplattform fehlen. Atlantis ist, ebenso wie dies Deepwater Horizont war, eine Offshore-Plattform im Golf von Mexiko, allerdings noch wesentlich größer.

Problematisch ist das Fehlen von Teilen der Sicherheitsdokumentation vor allem weil an der Konstruktion solcher Plattformen eine sehr große Zahl von Vertragspartnern und Untervertragspartnern mitwirkt und es immer wieder zu Abweichungen von den ursprünglichen Bau- und Betriebsplänen kommt. Wo diese nicht hinreichend Dokumentiert sind sind Katastrophen letztlich vorprogrammiert.

Abbott hatte sich bereits im März 2009 an den Ombudsmann von BP und auch an die US-Aufsichtsbehörde Mineral Management Service (MMS) gewandt. Passiert ist jedoch nichts. Am 17.3.2010 hat er schließlich mit Unterstützung von FFW Klage gegen MMS auf Schließung von Atlantis, bis zu jenem Zeitpunkt zu dem BP einen sicheren Betrieb nachweisen kann, eingereicht.

Die Frage liegt auf der Hand, ob auch die Deepwater Horizont Katastrophe hätte verhindert werden können, falls BP über ein Jahr zuvor das Vorbringen von Kenneth Abbott ernst genommen hätte. Stattdessen wurde der Vertrag mit Abbott nicht wie ursprünglich geplant verlängert, wogegen Whistleblower Abbott auch nach US-Recht schutzlos war. Diese Whistleblowing-Dimension des Falles wird näher beleuchtet in GAP-Video „Whistle Where You Work #26″.

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