WBNW-Newsletter Dezember 2008

Liebe Freunde und Unterstützer des Netzwerkes,

Mit dieser Email möchte der Vorstand des Whistleblower-Netzwerk e.V. Euch einen Überblick über die Arbeit und die Entwicklungen seit unserem letzten Rundbrief aus dem Oktober 2008 geben und zugleich um Eure Unterstützung bitten.

Projektarbeit braucht Ressourcen

Im letzten Rundbrief hatten wir darüber informiert, dass wir bei der Bewegungsstiftung einen Antrag auf Projektförderung gestellt haben. Leider haben wir auf Grund starker Mitbewerber keine Mittel bewilligt bekommen. Dennoch hat der Vorstand entschieden, alle drei Projektteile (Whistleblower und ihre Geschichten bekannt machen / Druck auf den Gesetzgeber machen / Druck auf Arbeitgeber machen) im Jahre 2009 durchzuführen, so weit es unsere – leider bescheidenen – Mittel erlauben. Angesichts dessen ist es nun noch wichtiger, bei Euch vorhandene Ressourcen zu nutzen.

Neben Geldspenden[1] und persönlicher Mitarbeit – gerne auch im Rahmen einer Vereinsmitgliedschaft – könnt Ihr uns schon dadurch helfen, dass Ihr einmal darüber nachdenkt, wen in Eurem Freundes- und Bekanntenkreis Ihr eventuell ansprechen und auf unseren Verein und seine Anliegen aufmerksam machen oder als Neumitglied werben könntet. Konkret bräuchten wir z. B. jemanden mit IT-Sachverstand, um eine Datenbank für die Whistleblower-Geschichten einzurichten und technisch zu betreuen (auch Unterstützung bei der Webseiten-Technik wäre dringend nötig). Hilfreich wäre auch jemand, der uns beraten könnte, wie wir den Verein in der Öffentlichkeit noch bekannter machen können.

Um Druck auf den Gesetzgeber machen zu können – derzeit sieht alles danach aus, dass selbst der zaghafte Versuch des Entwurfs für § 612a BGB am Widerstand des CDU/CSU-Wirtschaftsflügels gescheitert ist – brauchen wir Eure Kontakte zu Parteien und PolitikerInnen. Gemeinsam könnten wir es schaffen, Whistleblowerschutz in möglichst viele Wahlprogramme für 2009 hineinzubekommen und so die Basis für die politische Arbeit der nächsten Jahre legen. Aber auch eine Modellinitiative „Whistleblowerschutz“ auf unternehmerischer, kommunaler oder regionaler Ebene wäre eine Aktivität, die wir bei entsprechenden Kontakten gerne in Angriff nehmen würden.

Vielleicht kennt Ihr aber auch einen Mäzen oder eine Stiftung, die eventuell unsere Projekte fördern möchte. Schließlich wollen wir 2009 auch gezielt versuchen, Bußgelder einzuwerben, wobei Eure Kontakte zu Steuerfahndern, Staatsanwälten, Richtern oder auch Strafverteidigern für uns Gold wert sein könnten. Also bitte meldet Euch!

Whistleblowing-/Hinweisgebersystemen in Großunternehmen

Bereits gestartet wurde der dritte Projektteil, welcher in Kooperation mit dem Dachverband Kritischer Aktionärinnen und Aktionäre durchgeführt wird. Hierzu haben wir einen Fragebogen entwickelt und bereits an alle 30 Dax- und weitere Großunternehmen verschickt um herauszufinden, wie diese mit Whistleblowern (Hinweisgebern) umgehen. Ziel ist es, vorbildliche Mechanismen, und vor allem auch deren gute praktische Umsetzung herauszuarbeiten, und eine Bestenliste (Ranking) zu erstellen und zu veröffentlichen. Zugleich sollen auch Aktionärinnen und Aktionäre als Bündnispartner der WhistleblowerInnen aktiviert werden. Im Januar wird das auf zwei Jahre angelegte Projekt mit einer Presseerklärung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Schon jetzt zeichnet sich aber ab, dass wir auch hier Eure Unterstützung brauchen. Konkret: Wer hat Lust und Zeit im Internet und in anderen Quellen zu recherchieren, wie eine oder mehrere Dax-Firmen in Theorie und Praxis mit Whistleblowern umgehen? Wer hat Kontakte zu Compliance-Abteilungen oder GewerkschafterInnen/Betriebsräten in Großunternehmen und kann uns hier Türen öffnen und Einblicke in die Praxis vermitteln?

Medienpräsenz

Nach dem im letzten Rundbrief angekündigten 3Sat vivo-Beitrag mit Brigitte Heinisch und Prof. Johannes Ludwig Anfang Oktober, konnten wir Mitte November einen weiteren Erfolg verbuchen. Die ZDF Sendung „sonntags“ porträtierte nämlich den Fall unseres Vorstandsmitglieds, der ex-Bankerin Andrea Fuchs und zugleich in einem Interview mit mir auch die Arbeit des Vereins. Im Stern (Link in unserem Blog) wurde beschrieben, was unserem Gründungsmitglied Rudolf Schmenger und seinen KollegInnen bei der hessischen Steuerfahndung widerfahren ist. Die Journalismus-Fachzeitschrift „message“ wird sich demnächst ebenfalls mit Whistleblowing beschäftigen und Vereinsmitglieder zu Wort kommen lassen. Außerdem laufen Vorbereitungen für ein WDR5-Hörfunk Feature. Wer über unsere Medienpräsenz immer auf dem Laufenden gehalten werden will, kann per Email an info@whistleblower-netz.de den Info-Dienst abonnieren.

Netzwerken

Dank der erhöhten Medienpräsenz erreichen uns auch immer mehr Anfragen von Betroffenen auf der Suche nach Hilfe. Wir wollen hier über die telefonische Erstberatung hinaus zukünftig noch besser helfen können. Dafür müssen wir unseren Anspruch als Netzwerk in Zukunft noch besser einlösen, auch Kontakte zu Spezialisten, also vor allem zu guten AnwältInnen, PschologInnen und JournalistInnen herstellen zu können. Hierzu brauchen wir Eure Unterstützung: Bitte teilt uns Adressen von Menschen, insbesondere aus den genannten Berufsgruppen mit, die Ihr empfehlen könnt, und die Whistleblowern in schwieriger Situation eine Hilfe sein könnten.

Frohe Festtage

Nun wünsche ich Euch allen, auch im Namen des gesamten Vorstandes, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2009.

 

Mit freundlichem Gruß

Guido Strack – 1. Vorsitzender


[1] Beiträge und Spenden bis 200 EUR sind mit einfachem Überweisungsbeleg steuerlich berücksichtigungsfähig.

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