Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-39/2015)

Internationales „Snowden-Abkommen“ soll Privatsphäre schützen

Die Organisation Avaaz wirbt zusammen mit Edward Snowden für ein internationales Abkommen zum Datenschutz, dass Massenüberwachung verhindern und außerdem Whistleblower schützen soll. Unterzeichnende Staaten sollen das Recht auf Privatsphäre gesetzlich verankern, massenhafte Überwachung verbieten und Whistleblowern in Botschaften oder im Land Zuflucht gewähren.
Handelsblatt, „Ein ‚Snowden-Abkommen‘ zum Schutz der Privatsphäre“, Thomas Jahn, Frank Wiebe

Whistleblower können Kriege verhindern

Für die Whistleblower und Aktivisten Ray McGovern und Elizabeth Murray, die beide viele Jahre bei der CIA gearbeitet haben, ist Whistleblowing wichtig um Transparenz in den Regierungsapparaten zu erzwingen und dadurch auch Angriffskriege wie im Irak zu verhindern. Während ihrer Deutschland-Tour klärten McGovern und Murray unter anderem über die bedeutende Rolle des US-Stützpunkts Ramstein für den US-Drohnenkrieg auf und appellierten an die Bundeskanzlerin, die Drohnenmorde zu stoppen.
Telepolis, „‚Frieden ist eben schlecht fürs Geschäft'“, Harald Neuber

Schweizer Whistleblower für „Prix Courage“ nominiert Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-37/2015)

Snowden kritisiert zunehmende Internetkontrolle in Russland

Bei der Preisverleihung des Björnson-Preises für Literatur und Meinungsfreiheit in Norwegen äußerte sich Preisträger Snowden kritisch zur eingeschränkten Meinungsfreiheit und Zensur in Russland. Er machte erneut klar, dass sein Aufenthalt in Russland eine Notlösung sei und sprach von möglichen rechtlichen Schritten um Asyl in einem anderen Staat zu bekommen.
Heise.de, „Edward Snowden: ‚Ich wohne im Internet'“, Detlef Borchers
Das Video zur Preisverleihung

Israel verhaftet Atomwaffen-Whistleblower Vanunu

Mordechai Vanunu, der 1986 Details zum geheimen Atomwaffenprogramm Israels enthüllte, wurde verhaftet nachdem er öffentlich den Wunsch der Ausreise nach Norwegen geäußert hatte. Der Whistleblower war 2004 nach 18-jähriger Haftstrafe entlassen worden – allerdings unter Auflagen die ihm eine Ausreise und den Kontakt mit ausländischen Journalisten verbieten.
Neue Zürcher Zeitung, „Mordechai Vanunu nach TV-Interview verhaftet“

Terminankündigung: „Wie werden heute Kriege „gemacht“?

Die ehemaligee CIA-Analysten Elizabeth Murray und Ray McGovern geben in dieser Woche bei Abendveranstaltungen in Hamburg (14.9.), Rostock (15.9), Berlin (16.9.), Stuttgart (17.9.) und Köln (18.9.) einen Einblick in den Kriegsführung aus dem Weißen Haus. Sie zeigen die Motivation der USA für die Kriege im Irak und Afghanistan auf und geben einen Einblick in die Hintergründe aktueller Konflikte, wie in der Urkaine. Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-36/2015)

Sarah Harrison fordert Flüchtlingskonzept für Whistleblower

Im Interview mit „The Wired“ spricht sich Sarah Harrison für Whistleblowerschutz auf internationaler Ebene aus, da nationale Gesetze keinen ausreichenden Schutz für Enthüller im Geheimdienst- oder Regierungsbereich bieten könnten. Während nationale Gesetze genügten um Whistleblower in Unternehmen zu schützen, brauche es für Fälle wie den von Snowden die Einstufung von Whistleblowing als Asylgrund.
The Wired, „‚Ich wäre überrascht, wenn sie mich nicht überwachen‘, WikiLeaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison im Interview“, Sonja Peteranderl

Kein Whistleblower – Die Geschichte des Datendiebs Xavier Justo

Er löste mit gestohlenen Daten seines Arbeitgebers Petro-Saudi eine Regierungskrise in Malaysia aus und wurde kürzlich in Thailand zu 3 Jahren Haft verurteilt – Mario Stäuble hat den reuigen Erpresser Justo im Gefängnis getroffen und seine Geschichte aufgearbeitet.
Tages-Anzeiger, „Ein Schweizer löst in Malaysia eine Staatskrise aus“, Mario Stäuble

Angela Richter veröffentlicht Buch mit Gesprächen mit US-Whistleblowern

Nachdem Angela Richter ihre Treffen mit acht amerikanischen Whistleblowern schon im Mai in einem Theaterstück verarbeitet hat, folgt jetzt ein Buch mit den Gesprächen. Darin verbirgt sich ein Teil amerikanische Geschichte, da neben den Snowden & Co. auch fast vergessene Aktivisten wie Daniel Ellsberg gezeigt werden, der 1971 die „Pentagon-Papiere“ zum Vietnam-Krieg veröffentlichte.
Deutschlandradio Kultur, „Heilsame Begegnungen mit verletzten Patrioten“, Vera Linß Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-31/2015)

Vorwurf des Landesverrat gegen netzpolitik.org

Am 30. Juli wurde bekannt, dass nicht nur gegen den / die Informant*in ermittelt wird, die das Blog netzpolitik.org mit Informationen über geheime Verfassungsschutzpläne für die Internetüberwachung versorgt hat, sondern auch gegen die Journalisten André Meister und Markus Beckedahl selbst. Mehrere Medien und Journalistenorganisationen solidarisierten sich gegen diesen Angriff auf die Pressefreiheit, verbreiteten die Artikel des Blogs auf ihren eigenen Seiten weiter und zeigten sich ebenfalls wegen Landesverrat beim Generalbundesanwalt an.
Netzwerk Recherche, „Eine Warnung? Wir stehen zusammen!“
Correctiv, „Landesverrat? Soll er doch gegen uns alle ermitteln!“
Daniel Lücking , „Landesverrat, Netzpolitik & ich …“

Am Samstag kamen in Berlin etwa 2500 Menschen zur Demonstration gegen die Vorwürfe zusammen und forderten mehr Schutz für Whistleblower und für Journalisten, die kritisch und investigativ berichterstatten.
Zeit, „2500 Landesverräter“, Hannes Leitlein

Zu den Vorwürfen und den Hintergründen der Veröffentlichung äußerte sich Markus Beckedahl gegenüber WWWAGNER.TV: Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-28/2015)

NSA überwachte deutsche Regierungen seit Jahrzehnten

Wikileaks veröffentlicht erneut Dokumente, nach denen schon Mitarbeiter der Regierungen Kohl und Schröder von der NSA abgehört wurden. Damit reichten die Abhörmaßnahmen weiter zurück und waren deutlich umfangreicher als bisher bekannt.
Süddeutsche Zeitung, „Von Kohl bis Merkel – die NSA hörte mit“, John Goetz, Hans Leyendecker, Frederik Obermaier

Im Fall Snowden gibt es erste Anzeichen für eine Einigung mit den USA

Eric Holder, der von 2009 bis 2015 US-Justizminister war, hält eine Einigung und damit eine Rückkehr Snowdens in die USA durchaus für möglich und äußert sich erstaunlich positiv über Snowdens Enthüllungen, die „notwendige Diskussionen angestoßen“ hätten. Auch wenn die Aussagen von offiziellen Seiten dementiert werden, scheint es eine gewisse Kompromissbereitschaft von Seiten der US-Justiz zu geben, die möglicherweise auf zwei der drei Anklagepunkte gegen Snowden verzichten könnte.
Wired, „Will die US-Justiz Edward Snowden einen Deal anbieten?“, Benedikt Plass-Flessenkämper

Generalbundesanwalt soll gegen Verfassungsschutz-Whistleblower ermitteln

Nach Informationen des Deutschlandfunks ermittelt der Generalbundesanwalt in zwei Fällen wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen des Verfassungsschutzes, die von Netzpolitik.org veröffentlicht wurden. Netzpolitik.org und weitere Medien kritisieren die Ermittlungen als „Einschüchterungsversuch“ gegenüber potenziellen Whistleblowern und fordern stattdessen Ermittlungen zur Massenüberwachung der NSA.
Deutschlandfunk, „Verfassungsschutz-Präsident stellt Strafanzeige“, Rolf Clement
Netzpolitik.org, „Einschüchterungsversuch: ‚Generalbundesanwalt soll Whistleblower jagen'“, Markus Beckedahl Den ganzen Beitrag lesen