Grüne Parteitagsbeschlüsse zu Whistleblowing

In gleich zwei Beschlüssen hat die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen sich auch mit dem Thema Whistleblowing beschäftigt.

So heißt es im Beschluss „Demokratischer Aufbruch in Zeiten der Krise„:

Aus demokratischer Sicht ist einseitige oder verdeckte Einflussnahme nicht hinnehmbar. Ein wichtiger Schritt einer Politik der Politischen Gerechtigkeit ist daher neben der Stärkung von Parlamenten und einer direkten BürgerInnenbeteiligung die Schaffung von mehr Transparenz und von Hürden für Lobbying und illegitime Einflussnahme. Wir fordern:

– eine wirksame Bekämpfung von Korruption durch ein bundesweites Korruptionsregister,den Schutz von InformatInnen (Whistleblowern), die Ratifikation der UN-Konvention gegen Korruption sowie die hierzu erforderliche Neuregelung des Straftatbestands der Abgeordnetenbestechung.

Im zweiten Beschluss unter dem Titel „Offenheit, Freiheit, Teilhabe – die Chancen des Internets nutzen – den digitalen Wandel grün gestalten!“ heißt es weiter:

Das Internet ist das Mittel der Wahl, wenn es um die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger geht. Planfeststellungsverfahren sind online zum frühestmöglichen Zeitpunkt transparent zu machen, Verträge der öffentlichen Hand mit privatwirtschaftlichen Akteuren zwingend zu veröffentlichen. Wir zielen damit vor allem auf mehr Partizipation an Entscheidungen von Regierung und Verwaltung, die vom Wissen der Bürgerinnen und Bürger profitieren und deren Teilhabe sichert. Die Verwaltungsmodernisierung im Rahmen des E-Government muss nicht nur auf Rationalisierung, sondern vor allem auf Transparenz und Teilhabe zielen. Den ganzen Beitrag lesen

Veranstaltungstipp: „Totale Transparenz. Wie Wikileaks die Gesellschaft verändert“ (München)

Zum diesem Thema diskutieren im Rahmen der Reihe „ifp – im Gespräch“ am 22. Februar 2011 ab 18:30 Uhr in der Kapuzinerstraße 38, 80469 München:

Mitchell Moss, Presseattaché der amerikanischen Botschaft in Berlin; Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutsche Zeitung, München; Dr. Gregor Peter Schmitz, Washington-Korrespondent des Spiegels; Guido Strack, Vorsitzender des Whistleblower Netzwerk e.V. in Köln. Moderation: Claudia Schick, Moderatorin, BR, Report München

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, der Veranstalter bittet aber um Anmeldung per Email bis zum 18.02.2011. Ein Live-Stream auf den Seiten der Ifp ist angekündigt.

Veranstaltungstipps: Die Grünen, WikiLeaks und Whistleblowing

In den nächsten Tagen gibt es einige öffentliche Veranstaltungen der Grünen zu den Themen WikiLeaks und Whistleblowing:

31.01.2011: München
Am Montag, 31.01.2011, ab 19:00 Uhr findet im Bürgersaal Fürstenried (U-Bahnstation Forstenrieder Allee), Züricher Straße 35, die Stadtversammlung der Grünen in München statt.  In TOP2 geht es im Gespräch mit Jerzy Montag, MdB und Guido Strack vom Whistleblower-Netzwerk e.V.  um Whistleblowing und Wikileaks.  Besonders interessant ist der zu diesem Tagesordnungspunkt vorliegende Resolutionsentwurf. Hierin wird unter Benennung zahlreicher konkreter Elemente ein bessserer gesetzlicher Whistleblowerschutz gefordert und zur Unterstützung der laufenden E-Petition aufgerufen.

08.02.2011: Berlin
Am Dienstag,  08.02. 2011, ab 20:00  Uhr, lädt die Heinrich-Böll-Stiftung zu einer Diskussionsveranstaltung aus der Reihe „Gespräche zur Netzpolitik“ mit dem Titel „Whistleblowing, WikiLeaks und die neue Transparenz“ ein. Auf dem Podium: Daniel Domscheit-Berg, OpenLeaks.org / Ex-WikiLeaks-Sprecher; Constanze Kurz, Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (angefragt) und Konstantin von Notz, MdB, Bündnis 90/Die Grünen. Die Veranstaltung wird unter boell.de/stream live gestreamt werden. Den ganzen Beitrag lesen

WBNW-Newsletter Mai 2010

Liebe Freunde und Unterstützer und Mitglieder des Netzwerkes, Liebe Abonnenten des Newsletters und registrierte Benutzer der Webseite,

Mit diesem Newsletter möchte der Vorstand des Whistleblower-Netzwerk e.V. Sie auf unser bevorstehendes Wochenendseminar  „Whistleblowing aus Sicht der Whistleblower“  hinweisen, welches vom 28.-30.5.2010 im Seminarhaus Rommerz in der Nähe von Fula stattfinden wird. Derzeit sind noch einige wenige Restplätze frei. Alles weitere dazu finden Sie in der Anlage oder in unsererem Blog (http://whistleblower-net.de/blog). Anmeldung bitte bis spätestens 24.05.2010 an: info@whistleblower-net.de

Anlässlich des Seminars findet am 29.5.2010 auch die Jahreshauptversammlung unseres Vereins statt. Wer aus diesem Anlass Mitglied bei uns werden will, braucht nur das beigefüllte Formular unterschrieben zurückzusenden. Aber auch Gäste sind auf unserer Mitgliederversammlung willkommen.

Außerdem finden demnächst zwei Veranstaltungen zum Thema Whistleblowing statt. Am 17.5. in München organisiert vom Bayerischen Journalisten Verband und am 24.5. in Köln im Rahmen der SIGINT.

Mein letzter Hinweise bezieht sich auf den Europarat. Dessen Parlamentarische Versammlung hat Ende April eine recht gute Resolution zum Thema Whistleblowing verabschiedet, die wir im Blog dokumentieren.

Mit freundlichem Gruß und vielleicht bis demnächst Den ganzen Beitrag lesen

Schirmherr: Prof. Dr. Joseph Weizenbaum

Grußwort des Schirmherren Prof. Dr. Joseph Weizenbaum:

Ask not for whom the whistle blows,
it blows for thee! 

With apologies to John Donne

 Image (Foto: Antje Bultmann, Text: Wikipedia) Wir trauern um unseren Schirmherrn der am 5. März 2008 verstorben ist. Joseph Weizenbaum (* 8. Januar 1923 in Berlin, † 5. März 2008 ebenda)war ein deutschUS-amerikanischer Informatiker sowie Computer– undMedienkritiker jüdischer Abstammung. Weizenbaum bezeichnete sich selbst alsDissident und Ketzer der Computerwissenschaft (Weizenbaum 1987: 15).

Leben

Weizenbaums Vater war der Kürschnermeister Jechiel Weizenbaum. 1936emigrierte die Familie in die USA. Dort studierte Weizenbaum zunächstMathematik. Das Studium an der Wayne University in Detroit (Michigan, USA) – unterbrochen während des Krieges durch Dienst in der meteorologischen Abteilung der Luftwaffe – beendete er mit den Abschlüssen BS (1948) und MS(1950), danach wurde er Mitarbeiter bei einem Computer-Projekt.

Von 1955 bis 1963 arbeitete Joseph Weizenbaum als Systems Engineer imComputer Development Laboratory der General Electric Corporation und war dort u.a. an der Konzeption des ersten Computer-Banksystems beteiligt.

1963 begann er seine Tätigkeit am Massachusetts Institute of Technology(MIT), zunächst als Associate Professor, ab 1970 als Professor für Computer Science.

1966 veröffentliche Weizenbaum das Computer-Programm ELIZA, mit dem er die Verarbeitung natürlicher Sprache durch einen Computer demonstrieren wollte;Eliza wurde als Meilenstein der „künstlichen Intelligenz“ gefeiert, seine VarianteDoctor simulierte das Gespräch mit einem Psychologen. Weizenbaum war entsetzt über die Wirkung seines relativ einfachen Programms, das nie zum Ersetzen eines Therapeuten konzipiert gewesen war, und wurde durch dieses Schlüsselerlebnis zum Computer- und Medienkritiker. Noch heute gilt Eliza als Prototyp für moderne Chatbots. Den ganzen Beitrag lesen