Bundesregierung fördert Whistleblowing … aber leider nur im Ausland

Unter der Überschrift „Korruption weltweit bekämpfen“ findet sich auf der Webseite der Bundesregierung derzeit ein Artikel der beschreibt, wie sehr sich die Bundesregierung in ihrer Entwicklungshilfearbeit der Korruptionsbekämpfung widmet. Dort kann man auch erfahren, dass „in Kenia und Indonesien der Aufbau anonymer elektronischer Hinweisgebersysteme  („Whistle blower“) unterstützt“ wurde. TOLL!!!

Aber warum liebe Bundesregierung hat die CDU/CSU-Fraktion 2008 einen Vorstoß für Whistlelbowerschutz in Deutschland blockiert? Warum hat die FDP bis heute noch keine Position zu dem Thema? Warum gibt es in Bundesbehörden nicht längst flächendeckende Hinweisgebersysteme? Und warum hat Deutschland anders als 143 Staaten dieser Welt die UN-Konvention gegen Korruption bis heute nicht ratifiziert?

Die Antwort auf die letzte Frage ist bekannt: Weil die Politiker dann die Abgeordnetenbestechung der Beamtenbestechung gleichsetzen müssten und sich dann der Gefahr aussetzen müssten daran gemessen zu werden. Bei den anderen Fragen kann man nur spekulieren. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass bei der Förderung von Hinweisgebersystemen mit Entwicklungshilfegeldern der schöne Nebeneffekt auftritt, dass die Technik dazu aus Deutschland geliefert und so gleichzeitig die Entwicklungshilfequote hoch gehalten und Wirtschaftsförderung betrieben werden kann. Den ganzen Beitrag lesen

Hinweisgebersysteme und Ombudsleute stellen sich vor – Teil 2: BKMS

Das Business Keeper Monitoring System
(BKMS® System)

Schema_BKMS-System

Grundprinzip

Das Business Keeper Monitoring System (BKMS® System) ist eine internetbasierte Kommunikationsplattform zur sicheren Abgabe und Annahme von Hinweisen. Wirtschaftsunternehmen und Organisationen wie Krankenkassen, nationale und internationale (Antikorruptions-)Behörden nutzen das weltweit einzigartige Verfahren, um ihre integeren Mitarbeiter bei der frühzeitigen Aufdeckung von Risiken und Missständen zu unterstützen. Dabei entscheidet der Hinweisgeber selbst, ob er durch das System geschützt anonym oder namentlich meldet.

Hinweisgeber greifen weltweit, rund um die Uhr und in jeder Sprache auf das individuelle BKMS® System ihres Arbeitgebers zu. Eine Besonderheit des zertifizierten Systems ist der garantiert anonyme Dialog zwischen Hinweisgeber und Hinweisempfänger. In der Kommunikation über einen anonymen Postkasten wird der Hinweisgeber unterstützt, über den Fortgang der Meldung informiert und zu weiteren Einzelheiten befragt, um interne Ermittlungen zu beschleunigen und Missverständnissen vorzubeugen.

Die BKMS® Server befinden sich in einem Hochsicherheitsrechenzentrum. Mit zertifizierten Verschlüsselungsverfahren werden der Inhalt und Kanal jedes Hinweises geschützt. So stellt das System sicher, dass ausschließlich der autorisierte Hinweisempfänger Zugriff auf die Meldungen hat. Auch die Business Keeper AG kann die eingehenden Meldungen nicht lesen. Den ganzen Beitrag lesen

Neues Blog: all about whistleblowing

Scheinbar erst seit Juni 2009 gibt es ein Blog „all about whistleblowing“ auf welchem in englischer Sprache über internationale Neuigkeiten zum Thema Whistleblowing berichtet wird.  Neben Weekly World News about Whistleblowing finden sich auch Hinweise auf Kongresse, Bücher und politische Dokumente.  Informativ – wenn auch noch nicht immer ganz vollständig – sind neben den eigentlichen Blogbeiträgen auch die festen Seiten:

Kenia nutzt BKMS® System

Das BUSINESS KEEPER Monitoring System welches anonymes Whistleblowing erlaubt und so eine Art elektronischer Ombudsmann darstellt, ist, mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), jetzt in Kenia zur Korruptionsbekämpfung eingeführt worden. In Deutschland wird das System derzeit staatlicherseits nur vom Landeskriminalamt Niedersachsen genutzt.

Klingt eigentlich ganz gut, aber warum ist es einfacher ein derartiges System nach Afrika zu exportieren als es flächendeckend in allen Bundesländern einzuführen?