Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-47/2014)

NSA-Skandal: die Snowden-Leaks und ihre Folgen

Whistleblower handeln zwar überwiegend allein – doch der Missstand ist in vielen Unternehmen und Institutionen längst bekannt. Im Fall von Edward Snowden melden sich nun ehemalige Geheimdienstler zu Wort, die ebenfalls erfolglos versuchten, die Missstände innerhalb der NSA abzustellen.

Associated Press, „Überwachung in den USA – Mandat deutlich überschritten“, taz


Vodafone und der britische Geheimdienst GCHQ

In der letzten Woche geriet der Konzern Vodafone unter Druck. Eine angekaufte und mittlerweile im Unternehmen integrierte Firma hatte laut den Snowden-Dokumenten den Hauptanteil an der Datensammlung. Jährliche Zahlungen im dreistelligen Millionenbereich lassen ein einträgliches Geschäft vermuten, das – so Vodafone – jedoch nur die Kosten für die Arbeit decke, zu der das Unternehmen verpflichtet sei.

Für Vodafone steht viel auf dem Spiel: unter den rund 30 Millionen Kunden allein in Deutschland befinden sich auch mehrere Landes- und Bundesministerien.

Monitor, 20.11.2014, Vodafone - der lange Arm des britischen Geheimdienstes

Rechercheverbund NDR, WDR, SZ, „Neue Snowden-Dokumente: Der lange Arm des Geheimdienstes?“, Tagesschau.de

Frederick Obermaier et al., „NSA – Der Lohn der Lauscher“, Süddeutsche Zeitung Den ganzen Beitrag lesen

Buchbesprechung: Sänger – Whistleblowing in der börsennotierten Aktiengesellschaft

Die juristische Promotion stellt gesellschaftsrechtliche und organisationsrechtliche Fragen interner Whistleblowing-Systeme in Aktiengesellschaften in ihren Mittelpunkt, welche ansonsten bei der Beschäftigung mit internen Whistleblowing-Systemen oft, wenn überhaupt, nur am Rande behandelt werden.

Das Buch ist sicherlich keine leichte Kost und vor allem für Experten gedacht. Für diese enthält es jedoch zahlreiche wertvolle Anregungen die bei der Aufstellung eines Hinweisgebersystems in einer international tätigen börsennotierten

Ausgangspunkt der Arbeit sind die Anforderungen des US-Rechts und insbesondere des Sarbanes Oxley Acts und ihre Übertragbarkeit auf deutsche Aktiengesellschaften. Hier sieht der Autor trotz der unterschiedlichen Struktur der Aktiengesellschaften in den USA und in Deutschland keine unüberwindlichen Umsetzungshindernisse, fordert aber ein, dass dabei auf die innergesellschaftliche Kompetenzverteilung der AG nach deutschem Recht Rücksicht zu nehmen ist. Hierzulande sei zuförderst der Vorstand für die Führung der AG verantwortlich, während dem Aufsichtsrat nur eine überwachende Funktion zukomme. Dem sei dadurch Rechnung zu tragen, dass Informationen aus einem Hinweisgebersystem in der Regel zunächst an den Vorstand gelangen sollten, der zu einem seiner Legalitätspflicht entsprechendem Handeln verpflichtet sei. Den ganzen Beitrag lesen