Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-4/2015)

Whistleblower Image
Die FAZ liefert eine Momentaufnahme zum aktuellen Stand der Whistleblower-Thematik. Der Umgang mit Hinweisgebern aus den eigenen Reihen ist immer noch gefährlich. Die anonyme Meldung des Missstands ist nicht in jedem Unternehmen möglich. Dabei sollte es im Interesse der Unternehmen liegen, die Missstände intern zu beseitigen.
FAZ, „Raus aus der Schmuddel ecke“, Helene Bubrowski

Whistleblowerschutz ist Quellenschutz
Den Gang in die Öffentlichkeit sollten Whistleblower sorgsam planen. Wie Journalisten den Whistleblower als Quelle schützen können, erklärt Jurist und Journalist Dominique Strebel für die Schweiz. Viele der angesprochenen Schritte, z.B. das Einschalten eines Anwaltes und die Art und Weise, wie die sensiblen Daten zu übergeben und verwalten sind, helfen Whistleblowern, sich zu schützen und sind auch auf Deutschland übertragbar..
Medienwoche.CH „Quellenschutz von Fall zu Fall“, Dominique Strebel

Und selbst technisch versierte Whistleblower stehen bei der Kommunikation mit Journalisten vor Herausforderungen. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter und Verschlüsselungsexperte Thomas Drake beschreibt im Interview mit dem NDR, wie fordernd die Veröffentlichung seines Falles war.
NDR, „Wie kontaktiere ich als Whistleblower an sichersten einen Reporter?“, Bastian Berbner Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-3/2015)

„Not All Leaks are Equal“
David Petraeus, ehemaliger CIA Chef und 4-Sterne General der US Army, wird beschuldigt geheime Dokumente an seine Geliebte und Autobiografin weitergegeben zu haben und soll deswegen nun möglicherweise angeklagt werden. Doch schon jetzt erheben sich Stimmen, wie die von Senatorin Feinstein.  Sie verlangen nach einer Immunität für Petraeus, der schon „genug gelitten habe“. Spannend ist der Fall, weil sich hier womöglich zeigt, welche Art von Geheimnisverrat US-Behörden für verfolgungswürdig halten und welche nicht.
The Intercept, „Dianne Feinstein, strong advocate of leak prosecutions, demands immunity for David Petraeus“, Glenn Greenwald
Democracy Now, „Glenn Greenwald: With Calls to Spare Petraeus, Feinstein Plea Shows that Not All Leaks are Equal“
Petrapez von Radio Utopie sieht auch Chancen für Whistleblower in dem Fall:
Radio Utopie, „Ex-CIA-Direktor Rettung für verfolgte Whistleblower?“ ,Petrapez

Luxleaks
Laut einer ersten Zwischeneinschätzung der EU-Kommission hat Luxemburg Amazon widerrechtliche Steuervorteile eingeräumt. Das könnte für Amazon und weitere Konzerne, zu denen derzeit noch die Ermittlungen laufen, Nachzahlungen in Millionenhöhe bedeuten.
Spiegel Online, „EU-Kommission kritisiert Steuervorteile für Amazon“
Ein Schritt hin zu einer parlamentarischen Aufklärung der durch Luxleaks aufgedeckten systematischen Steuervermeidung multinationaler Konzerne ist getan: Die Grüne/EFA Fraktion im Europäischen Parlament hat genug Stimmen für einen Antrag auf Einrichtung eines Untersuchungsausschusses sammeln können. Es ist allerdings trotzdem fraglich, ob der Ausschuss zustande kommt, da gewisse formale Hürden bestehen und selbst bei Beseitigung dieser eine Mehrheit des Plenums zustimmen müsste, was keinesfalls als sicher gilt.
Der Standard, „Lux-Leaks: Grüne bringen Antrag auf U-Ausschuss im EU-Parlament ein“, Thomas Mayer Den ganzen Beitrag lesen