Review: Snowden / Oliver Stone

Letzte Woche kam „Snowden“ von Oliver Stone in die deutschen Kinos.

Der Film zeichnet durch den professionellen Sucher eines Hollywood-Regisseurs Edward Snowdens (inneren) Weg in jenes Hongkonger Hotelzimmer nach, das wir aus Laura Poitras Dokumentation bereits gut zu kennen meinen.

Gezeigt wird die Metaperspektive auf den militärisch-industriellen Komplex, Fantasien von der Steuerbarkeit der Welt, angesiedelt in einem gut klimatisierten Tunnel unter der Sonne Hawaiis. Und auch, wie sich das Gewissen auf ganz unterschiedliche Weise konstituieren kann. Was ist der entscheidende Punkt, der Menschen dazu bringt alles aufzugeben und sich gegen die Mehrheit zu stellen? Das ist die Kernfrage des Films. Und „Snowden“ beantwortet sie überzeugend.

Ein Beitrag von Katharina Meyer.

Wochenrückblick Whistleblowing- unsere Medienauswahl (KW-32/2016)

Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird

ARD FAKT nimmt die Desinformationskampagne und Behauptungen gegen Edward Snowden, dieser sei ein russischer Spion, auseinander. Die Berliner Morgenpost zeichnet die Debatte nach und berichtet über die heftigen Reaktionen des Bild.de-Chefredakteurs Reichelt auf den Bericht.

ard, Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird

netzpolitik.org, ARD: Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird, Markus Beckedahl

Berlin Morgenpost, „Bild.de“-Chef wettert über Bild-kritischen MDR-Beitrag, Christine Holthoff

Jüdische Gemeinde Berlin – Whistleblower belastet Vorstandschef

Seit Monaten wird Gideon Joffe, Vorstandschef der Jüdischen Gemeinde Berlin, vorgeworfen, er sei möglicherweise unrechtmäßig im Amt. Bislang konnte er alle Vorwürfe der Wahlmanipulation aussitzen. Nun aber ist ein ehemaliger Insider an die Öffentlichkeit gegangen.

Deutschlandfunk, Jüdische Gemeinde Berlin – Whistleblower belastet Vorstandschef, Jens Rosbach

Spekulationen nach mysteriösem Tweet Wo ist Whistleblower Edward Snowden?

Die Hamburger Morgenpost berichtet, dass es nach einem kryptischen Tweet von Edward Snowden in der letzten Woche massive Spekulationen gab – Einige Medien und Blogger vermuteten, es handele sich bei dem Tweet um einen „Dead Man’s Switch“. Eine solche Totmanneinrichtung ist ein automatisch ausgelöstes Signal, falls ein Nutzer sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zurückmeldet. Glenn Greenwald indes verkündet, dass es dem Whistleblower gut gehe. Den ganzen Beitrag lesen

LuxLeaks Whistleblower verurteilt

Die Whistleblower Antoine Deltour und sein ehemaliger Kollege Raphaël Halet wurden am 29.06.2016 in Luxemburg wegen Diebstahls und Verrat von Geschäftsgeheimnissen verurteilt. Sie gaben Dokumente ihres ehemaligen Arbeitgebers, PricewaterhouseCoopers (PwC) an Journalisten weiter. Diese Dokumente belegen, dass PwC ihren Klienten, in Kooperation mit der luxemburgischen Regierung, zur systematischen Steuervermeidung verhalf. Die Weitergabe dieser Dokumente führte 2014 zu den LuxLeaks-Enthüllungen die durch eine weltweite journalistische Recherche des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten, Dokumente von mehr als 350 Firmen offenlegen konnten.

Nun wurden beide Whistleblower zu zwölf beziehungsweise neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Whistleblower-Netzwerk (WBNW) kritisiert das luxemburgische Urteil scharf. Durch jede weitere abschreckende Verurteilung von Whistleblowern wächst die Angst Missstände im öffentlichen Interesse aufzudecken. WBNW fordert, das öffentliche Interesse ganz klar vor das Interesse von Konzernen und ihre Geschäftsgeheimnisse zu stellen. Im Rahmen von WIN – Whistleblowing International Network hat WBNW eine entsprechende Erklärung abgegeben. Den ganzen Beitrag lesen

Bundestagsanhörung zum Whistleblowerschutz

Am Montag, den 16. März wird sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages von 14:00 bis 15:00 Uhr im Sitzungssaal E 200 des Paul-Löbe-Hauses in Berlin in einer öffentlichen Anhörung mit dem Schutz von Whistleblowern beschäftigen.

Interessierte Besucher können sich beim Sekretariat des Ausschusses (Telefon: 030/227-32487, Fax: 030/227-36030, E-Mail: arbeitundsoziales@bundestag.de) unter Angabe des Vor- und Zunamens sowie des Geburtsdatums anmelden. Zum Einlass muss ein Personaldokument mitgebracht werden. Die Anhörung wird am Dienstag, 17. März ab 14:00 Uhr im Parlamentsfernsehen und unter www.bundestag.de zeitversetzt übertragen.

Gegenstand der Anhörung sind der Antrag der Linken (Drs. 18/3043) und der Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen (Drs. 18/3039), über die der Bundestag in erster Lesung am 7. November 2014 diskutiert hatte (vgl. unseren Bericht und unseren Faktencheck dazu).

Im Rahmen der Anhörung sollen folgende Sachverständige befragt werden:

  • Deutscher Gewerkschaftsbund
  • Bund der Richterinnen und Richter der Arbeitsgerichtsbarkeit
  • Handelsverband Deutschland e.V.
  • Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
  • Siemens AG
  • Daimler AG
  • Dr. Philipp Kramer, Rechtsanwalt, Hamburg
  • Prof. Dr. Peter Wedde, Eppstein
  • Dr. Imke Sommer, Bremerhaven
  • Annegret Falter, Berlin, Whistleblower-Netzwerk e.V.
  • Guido Strack, Köln, Whistleblower-Netzwerk e.V.

Problematisch an dieser, nach 2008 und 2012 nunmehr dritten Bundestagsanhörung, ist aus Sicht von Whistleblower-Netzwerk, dass sich der Ausschuss für die Befragung der elf Sachverständigen insgesamt nur eine Stunde Zeit nimmt, weswegen diesen – entgegen der Praxis in den vorangegangenen Anhörungen – auch keine Möglichkeit zu einem Eingangsstatement gegeben wird. Hinzu kommt, dass jeder Fraktion entsprechend ihrer Größe nur ein streng reglementiertes Zeitbudget für Fragen zur Verfügung stehen wird. Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl (KW-4/2015)

Whistleblower Image
Die FAZ liefert eine Momentaufnahme zum aktuellen Stand der Whistleblower-Thematik. Der Umgang mit Hinweisgebern aus den eigenen Reihen ist immer noch gefährlich. Die anonyme Meldung des Missstands ist nicht in jedem Unternehmen möglich. Dabei sollte es im Interesse der Unternehmen liegen, die Missstände intern zu beseitigen.
FAZ, „Raus aus der Schmuddel ecke“, Helene Bubrowski

Whistleblowerschutz ist Quellenschutz
Den Gang in die Öffentlichkeit sollten Whistleblower sorgsam planen. Wie Journalisten den Whistleblower als Quelle schützen können, erklärt Jurist und Journalist Dominique Strebel für die Schweiz. Viele der angesprochenen Schritte, z.B. das Einschalten eines Anwaltes und die Art und Weise, wie die sensiblen Daten zu übergeben und verwalten sind, helfen Whistleblowern, sich zu schützen und sind auch auf Deutschland übertragbar..
Medienwoche.CH „Quellenschutz von Fall zu Fall“, Dominique Strebel

Und selbst technisch versierte Whistleblower stehen bei der Kommunikation mit Journalisten vor Herausforderungen. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter und Verschlüsselungsexperte Thomas Drake beschreibt im Interview mit dem NDR, wie fordernd die Veröffentlichung seines Falles war.
NDR, „Wie kontaktiere ich als Whistleblower an sichersten einen Reporter?“, Bastian Berbner Den ganzen Beitrag lesen