Mediathek-Empfehlungen für die kalten Tage: Whistleblower-Dokus (ARD und ZDF)

Erfreuliche Hochkonjunktur in der Whistleblower-Berichterstattung

Ende letzten Jahres liefen gleich zwei gute Beiträge zu Whistleblowern in den Öffentlich-Rechtlichen, auf die wir hier noch einmal hinweisen wollen:

1) In der ARD lief die  Reportage „Whistleblower – Die Einsamkeit der Mutigen“, unter anderem mit dem Fall der Tierärztin Margrit Herbst.

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/whistleblower-110.html

2) „Der Preis der Wahrheit“ im ZDF mit Snowden, Deltour, Heinisch, Ennullat und vielen weiteren- und einer Wortmeldung von Annegret Falter vom Whisleblower-Netzwerk:

https://www.zdf.de/sender/zdfinfo/whistleblower-der-preis-der-wahrheit-100.html

Videos:

1)

2)

 

 

 

 

Podiumsdiskussion in Dresden: „Whistleblower – sind sie unsere neuen Helden?“

http://www.sachsen-fernsehen.de/zwischen-held-und-verraeter-13225/

Der Whistleblower Edward Snowden befindet sich seit Juni 2013 auf der Flucht, nachdem er die illegalen weltweiten Überwachungsmaßnahmen des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht hat. Gegenwärtig muss er in Moskau mit einem befristeten Asylstatus leben. Kein Land in Europa will diesem Menschen, der seinem Gewissen gefolgt ist, politisches Asyl gewähren, auch Deutschland nicht. Das ist und bleibt ein Skandal. Vor diesem Hintergrund entschlossen sich Markwart Faussner, Matthias Wolf und Beate Thonfeld vor einem Jahr am 21. Juni, Edward Snowdens Geburtstag, als  Geste der öffentlichen Wertschätzung einen Platz in der Dresdner Neustadt nach ihm zu benennen. Der Eigentümer Markwart Faussner ist heute stolz, dass so viele Menschen an die Bautzner Straße 6 kommen und mit Freude das offizielle Schild fotografieren und mit anderen Menschen teilen.

Im Rahmen des Neustadt Art Festivals hat Markwart Faussner nun die Wander-Ausstellung „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen“ nach Dresden geholt. In der Zeitgalerie auf der Kamenzer Straße 19 sind noch bis zum 20. Oktober 2016 26 Beispiele von mutigen Menschen ausgestellt, die ihr Schweigen gebrochen haben, um auf Missstände in ihrem Arbeitsumfeld aufmerksam zu machen. Diese Menschen haben einen sehr hohen persönlichen Preis für ihre Zivilcourage gezahlt. Sie verdienen unseren Respekt, unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit. Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing- unsere Medienauswahl (KW-32/2016)

Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird

ARD FAKT nimmt die Desinformationskampagne und Behauptungen gegen Edward Snowden, dieser sei ein russischer Spion, auseinander. Die Berliner Morgenpost zeichnet die Debatte nach und berichtet über die heftigen Reaktionen des Bild.de-Chefredakteurs Reichelt auf den Bericht.

ard, Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird

netzpolitik.org, ARD: Wie Edward Snowden zum russischen Spion gemacht wird, Markus Beckedahl

Berlin Morgenpost, „Bild.de“-Chef wettert über Bild-kritischen MDR-Beitrag, Christine Holthoff

Jüdische Gemeinde Berlin – Whistleblower belastet Vorstandschef

Seit Monaten wird Gideon Joffe, Vorstandschef der Jüdischen Gemeinde Berlin, vorgeworfen, er sei möglicherweise unrechtmäßig im Amt. Bislang konnte er alle Vorwürfe der Wahlmanipulation aussitzen. Nun aber ist ein ehemaliger Insider an die Öffentlichkeit gegangen.

Deutschlandfunk, Jüdische Gemeinde Berlin – Whistleblower belastet Vorstandschef, Jens Rosbach

Spekulationen nach mysteriösem Tweet Wo ist Whistleblower Edward Snowden?

Die Hamburger Morgenpost berichtet, dass es nach einem kryptischen Tweet von Edward Snowden in der letzten Woche massive Spekulationen gab – Einige Medien und Blogger vermuteten, es handele sich bei dem Tweet um einen „Dead Man’s Switch“. Eine solche Totmanneinrichtung ist ein automatisch ausgelöstes Signal, falls ein Nutzer sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zurückmeldet. Glenn Greenwald indes verkündet, dass es dem Whistleblower gut gehe. Den ganzen Beitrag lesen

Logan CIJ Symposium

Logan CIJ Symposium 2016

Logan CIJ Symposium 2016

Am 11. und 12.März kamen auf Einladung des CIJ (Centre of Investigative Journalism) das zweite Mal internationale Journalisten und Tech-Communities in Berlin zusammen. Die Gästeliste hätte prominenter nicht sein können.

Unter dem Motto „Challenge Power“ wurden Ansätze und Probleme der Datensicherheit und Massenüberwachung, sowie die daraus resultierenden Probleme in der journalistischen Arbeit beleuchtet. Neben technologischen Lösungsansätzen und Debatten (Torproject u.a.), wurden interessante unabhängige, digitale „Newsrooms“ vorgestellt, wie die Niederländische Plattform „de Correspondent“, „Noseweek magazine“ aus Südafrika und das deutsche „netzpolitik.org“.

Es war Konsens, dass Whistleblower aus jedem Blickwinkel dieser Art von Veranstaltungen eine wichtige Rolle spielen. Sie haben Informationen publik gemacht, durch die wir staatliches Handeln, auf Fakten basierend, verurteilen und ggf. ändern können, sie sind die Vermittler von Informationen, die für die Öffentlichkeit von äußerster Wichtigkeit sind und dennoch im Verborgenen liegen. Es ist ein Kampf, wie ihn Matin Welz beschreibt, „zwischen den Machtlosen und den Mächtigen“; in dem „das kapitalistische System uns gegeneinander aufwiegelt“, so Jacob Applebaum. Den ganzen Beitrag lesen

TV-Tipp: 3sat Kulturzeit 19:20 „Wahrheit vor Gericht“

WAHRHEIT VOR GERICHT
Wenn es nach Hans-Georg Maaßen, dem Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz geht, dann werden sie bald vor Gericht stehen – Whistleblower, die Journalisten in den letzten Monaten geheime Informationen haben zukommen lassen. Drei Strafanzeigen hat der Geheimdienstchef gestellt.
Es geht um zwei Veröffentlichungen des Onlinemagazins Netzpolitik.org und einen Artikel der Süddeutschen Zeitung. Netzpolitik schrieb bereits im April darüber, dass laut einem geheimen Haushaltsplan das Bundesamt für Verfassungsschutz die Überwachung des Internets intensivieren wolle.
75 Spione sollen in einer eigenen geheimen Abteilung Chats und Facebook überwachen und auch vor der Auswertung von Massendaten soll nicht Halt gemacht werden.

Die Süddeutsche Zeitung konnte den als geheim eingestuften Bericht von Jerzy Montag, den vom Bundestag eingesetzten NSU-Sonderermittler, einsehen und zitierte Teile daraus.
Jerzy Montag hatte sowieso eine Veröffentlichung empfohlen, aber die Geheimdienste, deren Informationen er auswertete, hatten dies nicht gut geheißen. Kurzerhand wurde die Pressekonferenz zu seinem Bericht abgesagt. In Montags Bericht geht es um “Corelli”, einen langjährigen Spitzel des Bundesamts für Verfassungsschutz, der unter merkwürdigen Umständen zu Tode kam. Den ganzen Beitrag lesen