Persönliches Statement von Brigitte Heinisch

anlässlich einer Aktion der GRÜNEN in Luxemburg vom 11. – 13. Dezember zum Auftakt des Berufungsverfahrens von Antoine Deltour, Raphael Halet und Edouard Perrin:

Ich melde mich zu Wort und sage weiterhin meine Meinung, weil es wichtig ist, zu dem zu stehen, was man denkt, fühlt und wie man handelt.

Es beruhigt mich, dass es trotz zum Teil massiver Übergriffe Whistleblowern gegenüber, es immer wieder Menschen auf unserer Welt gibt, die aufstehen und nein sagen zu Missständen und Korruption. Diese Menschen setzen oft sogar ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Arbeit, ihre Freunde und Familie aufs Spiel.

Wofür tun sie das? Für uns, für eine demokratische freie Gesellschaft, wo Probleme, Missstände, Betrug und Korruption öffentlich bekannt gemacht werden können, um Schaden von uns allen abzuwenden.

Wenn der Staat Betrug, Missstände und Korruption legitimiert, indem er Whistleblower ächtet, verunglimpft, seiner Lebensgrundlage durch endlose juristische Auseinandersetzungen und seiner Freiheit beraubt, dann wird es Zeit dagegen aufzustehen. Der Staat darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen von Mächten mit hoher krimineller Energie und Asozialität machen. Weiterhin muss sofort das Vorgehen gegen Whistleblower gestoppt werden. Jegliche Maßnahmen gegen anerkannte Whistleblower sind als ungerechtfertigte Übergriffe zu verurteilen.

In Deutschland bin ich durch unendliche lange Verfahren gegangen und wurde im Jahre 2012 im Wiederaufnahmeverfahren von einem deutschen Arbeitsrichter öffentlich bedrängt „Wenn sie jetzt den Vergleich nicht annehmen dann können wir noch Jahre prozessieren“

Ich beziehe heute und hier für alle Whistleblower Stellung, die durch ihr Handeln in persönliche Schwierigkeiten gekommen sind. Oft nicht mehr arbeitsfähig, von einer kleinen Rente lebend oder auf Sozialhilfe angewiesen, psychisch und physisch oft erkrankt leben diese Menschen nicht selten im Abseits, als Nestbeschmutzer oder Denunzianten beschimpft.

Ich fordere:

Für alle anerkannten Whistleblower eine politische Rente.

Ich fordere weiterhin eine Kommission auf EU-Ebene, die bestehend aus Experten aus Erfahrung (Whistleblower) und Parlamentariern aller Fraktionen sich zusammensetzt.

Whistleblower sind durch ihr Handeln zu Vorbildern des 21.Jahrhundert geworden.

Freiheit für alle Inhaftierten und im Exil lebenden Whistleblower.

Rehabilitation und Entschädigung für alle anerkannten Whistleblower.