Podiumsdiskussion in Dresden: „Whistleblower – sind sie unsere neuen Helden?“

http://www.sachsen-fernsehen.de/zwischen-held-und-verraeter-13225/

Der Whistleblower Edward Snowden befindet sich seit Juni 2013 auf der Flucht, nachdem er die illegalen weltweiten Überwachungsmaßnahmen des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht hat. Gegenwärtig muss er in Moskau mit einem befristeten Asylstatus leben. Kein Land in Europa will diesem Menschen, der seinem Gewissen gefolgt ist, politisches Asyl gewähren, auch Deutschland nicht. Das ist und bleibt ein Skandal. Vor diesem Hintergrund entschlossen sich Markwart Faussner, Matthias Wolf und Beate Thonfeld vor einem Jahr am 21. Juni, Edward Snowdens Geburtstag, als  Geste der öffentlichen Wertschätzung einen Platz in der Dresdner Neustadt nach ihm zu benennen. Der Eigentümer Markwart Faussner ist heute stolz, dass so viele Menschen an die Bautzner Straße 6 kommen und mit Freude das offizielle Schild fotografieren und mit anderen Menschen teilen.

Im Rahmen des Neustadt Art Festivals hat Markwart Faussner nun die Wander-Ausstellung „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen“ nach Dresden geholt. In der Zeitgalerie auf der Kamenzer Straße 19 sind noch bis zum 20. Oktober 2016 26 Beispiele von mutigen Menschen ausgestellt, die ihr Schweigen gebrochen haben, um auf Missstände in ihrem Arbeitsumfeld aufmerksam zu machen. Diese Menschen haben einen sehr hohen persönlichen Preis für ihre Zivilcourage gezahlt. Sie verdienen unseren Respekt, unsere Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit.

Zwei von ihnen, Brigitte Heinisch, ehem. Altenpflegerin aus Berlin und Dr. Rainer Moormann, ehem. wissenschaftlicher Angestellter und Beauftragter für Reaktorsicherheit am Forschungszentrum Jülich, waren am Donnerstag von Markwart Faussner zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden:

„Whistleblower – sind sie unsere neuen Helden?“

Sie diskutierten mit Yvonne Dietzel LL.M, Noerr LLP, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Wolfgang Neskovic, ehem. Richter am BGH, Vorsitzender des Beirats von Whistleblower-Netzwerk und Dipl.-Pol. Annegret Falter, Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerk.

https://drive.google.com/file/d/0B6RWz4kLbWysRGoyZUR1ODZQQXc/view?usp=drive_web

Als Ergebnis dieser notwendigen Diskussion kann festgehalten werden, dass diese mutigen Menschen, die ihrem Gewissen zum Nutzen unserer Gesellschaft,gefolgt sind, Anspruch auf Schutz und Unterstützung haben. Wir müssen jetzt die Grundlagen schaffen, damit mehr Menschen ihrem Beispiel folgen können, ohne ihre Karriere und Existenz zu gefährden.

Einen Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie in Kürze unter

ww.edward-snowden-platz.de
www.whistleblower-net.de

„Geheimdienste vor Gericht“ am 21. und 22. Oktober 2016 in Berlin

http://www.geheimdienste-vor-gericht.de/programm/

Das „Forum Geheimdienste und Demokratie“ und ein Geheimdiensttribunal stellen die Frage nach Legitimität und Legitimation der Aktivitäten von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz sowie nach der Kontrollierbarkeit der deutschen Geheimdienste. Die Beteiligung des BND an den Überwachungsaktivitäten der NSA, die wiederholten Rechtsbrüche beim Einsatz von V-Leuten durch den Verfassungsschutz sowie der Umgang mit den Kontrollgremien geben Anlass, eine juristische Aufarbeitung und ein konsequentes Handeln des Gesetzgebers einzufordern. In zahlreichen Vorträgen, Gesprächen und Workshops an der Humboldt-Universität treffen Befürworter/innen und Kritiker/innen der deutschen Geheimdienste aufeinander. Höhepunkt ist ein Geheimdiensttribunal am Maxim Gorki Theater.
http://www.geheimdienste-vor-gericht.de/