LuxLeaks Whistleblower verurteilt

Die Whistleblower Antoine Deltour und sein ehemaliger Kollege Raphaël Halet wurden am 29.06.2016 in Luxemburg wegen Diebstahls und Verrat von Geschäftsgeheimnissen verurteilt. Sie gaben Dokumente ihres ehemaligen Arbeitgebers, PricewaterhouseCoopers (PwC) an Journalisten weiter. Diese Dokumente belegen, dass PwC ihren Klienten, in Kooperation mit der luxemburgischen Regierung, zur systematischen Steuervermeidung verhalf. Die Weitergabe dieser Dokumente führte 2014 zu den LuxLeaks-Enthüllungen die durch eine weltweite journalistische Recherche des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten, Dokumente von mehr als 350 Firmen offenlegen konnten.

Nun wurden beide Whistleblower zu zwölf beziehungsweise neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Whistleblower-Netzwerk (WBNW) kritisiert das luxemburgische Urteil scharf. Durch jede weitere abschreckende Verurteilung von Whistleblowern wächst die Angst Missstände im öffentlichen Interesse aufzudecken. WBNW fordert, das öffentliche Interesse ganz klar vor das Interesse von Konzernen und ihre Geschäftsgeheimnisse zu stellen. Im Rahmen von WIN – Whistleblowing International Network hat WBNW eine entsprechende Erklärung abgegeben.

Lesen Sie hier weiter über den Fall Deltour/Halet:

Erklärung von Alfred de Zayas, UN Human Rights Council.

Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung, MDR, der Tagesspiegel und die Zeit berichten.