Jetzt an weltweiter wissenschaftlicher Umfrage zu Whistleblowing teilnehmen!

Die University of Melbourne und die Griffith University aus Australien, rufen zur Teilnahme an der  ersten weltweiten, mehrsprachigen, wissenschaftlichen Online-Umfrage zu Whistleblowing auf und haben seit heute 10 Sprachversionen, darunter auch eine Deutsche, ihrer Umfrage freigeschaltet. Die Umfrage beinhaltet 45 Fragen mit einem Schwerpunkt zu Whistleblowing in den Medien, von denen aber wahlweise auch nur ein Teil beantwortet werden kann. Sie ist absolut anonym und die Befrager geben Tipps zur anonymen Benutzung von Computern und bieten zur Einreichung wahlweise eine SSL-Verschlüsselung und eine Einreichung via Tor an.

Die Umfrage knüpft an, an einen mehrjährigen Forschungsschwerpunkt der Griffith-University zum Thema Whistleblowing. Aus dem Vorläuferprojekt “Whistling While they Work”, bei dem es um die Untersuchung interner Whistleblowing-Mechanismen im öffentlichen Dienst Australiens ging, sind zahlreiche Publikationen, darunter auch “A good-practice guide for mternal reporting of wrongdoing in public sector organisations” hervorgegangen, die kostenlos online verfügbar sind und aus denen auch zahlreiche wertvolle Rückschlüsse für den best practice Umgang mit Whistleblowing in anderen Staaten gezogen werden können.

Mit der aktuellen Umfrage sollen z.B. Forschungsfragen beantwortet werden können, zu:

  • Einstellungen zum Wert von Whistleblowing
  • Auswirkungen neuer Technologien und sozialer Medien auf Whistleblowing
  • Unterschieden in der Einstellung zu Whistleblowing in Abhängigkeit von sozialen und kulturellem Kontext
  • Bereitwilligkeit zum Whistleblowing insbesondere über die Medien
  • Vorlieben hinsichtlich der Arten von Whistleblowing

Teilnehmen an der online-Umfrage kann jede/r Frau/Mann. Daher ist die Umfrage selbst nicht repräsentativ, sie erlaubt anhand von Fragen zum Profil der Teilnehmer aber dennoch zahlreiche Rückschlüsse auch auf die Gesamtbevölkerung. Dies umso mehr als die Umfrage auch mit repräsentativen Umfragen gekoppelt werden kann und soll.

In Australien wurde im Mai 2012 eine repräsentative Umfrage mit einen Teil der Fragen des online Fragebogens durchgeführt, zu der auch bereits erste Ergebnisse und deren Einschätzung durch die Forscher vorliegen, so z.B.:

  • meinen knapp 50% der Australier, dass in ihrer Gesellschaft zu viele Informationen geheim gehalten werden
  • sprechen sich 81% für eine Förderung von Whistleblowing aus
  • finden über 87%, dass es Situationen geben kann, in denen auch ein externes Whistleblowing über die Medien nötig werden kann.

Leider liegen über Whistleblowing in Deutschland und über die Einstellung der Bevölkerung bei uns bisher keinerlei validen Zahlen vor. Wir vom Whistleblower-Netzwerk e.V. würden uns sehr wünschen, dass sich dies bald ändert. Daher rufen wir zur Teilnahme an der weltweiten online Umfrage auf, und suchen darüber hinaus derzeit auch nach Möglichkeiten eine entsprechende repräsentative Umfrage in Deutschland, die auch von den australischen Forschern unterstützt würde, auf die Beine zu stellen. Alle die hierbei mithelfen und/oder ein solches Projekt finanziell unterstützen möchten, bitten wir Kontakt mit uns aufzunehmen.

Update: Zur Umsetzung und Finanzierung einer repräsentativen Umfrage zu Whistleblowing in Deutschland gibt es jetzt auch ein Versprechen unseres Vorsitzenden bei pledgebank.com für welches noch Unterzeichner gesucht werden.