Warum sind Whistleblower für Herrn Kauder „Blockwarte“?

Diese Frage stellt sich, denn MdB Volker Kauder hat im Januar in einer Bundestagsdebatte Whistleblower mit dem Begriff „Blockwarte“ bezeichnet. Und diese Frage hat unser Kooperationspartner Prof. Dr. Johannes Ludwig, Leiter des DokZentrums „ansTageslicht.de“ (www.ansTageslicht.de) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg jetzt direkt an den Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Deutschen Bundestag gestellt. In einem offenen Brief bittet er diesen um die Klärung seiner Position und den Eintritt in einen Dialog.

Möglichkeiten sich über das Thema Whistleblowing zu informieren und Vorurteile zu hinterfragen wird es in den nächsten Tagen gleich mehrfach geben:

  • Am Freitag, den 20.05.2011 eröffnet Whistleblower-Netzwerk e.V. um 19:00 Uhr im Berliner Kunsthaus Tacheles seine Fotoausstellung „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen!“ Bis zum 29.05.2011 werden hier über 20 Portraits von Whistleblowerinnen und Whistleblowern aus ganz Deutschland und aus den verschiedensten Tätigkeitsbereichen gezeigt.
  • Am Mittwoch, den 25.05.2011 geht es dann auf europäischer Ebene weiter: Der Haushaltskontrollausschuss des Europäischen Parlaments veranstaltet am Vormittag eine Öffentliche Anhörung zum Thema „Whistleblowing“, die live im Internet gestreamt und danach auch in der Mediathek des Parlaments verfügbar sein wird. Schon jetzt sind die Stellungnahmen der Experten – darunter auch der Vorsitzende des Whistleblower-Netzwerk e.V. und EU-Whistleblower Guido Strack – online verfügbar.
  • Am Samstag, den 28.05.2011 schließlich, gibt es in Berlin die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und Farbe zu bekennen für Whistleblower: Das Bündnis „Freiheit für Bradley Manning“ ruft für 13:00 Uhr zu einer Demonstration u.a. vor der US-Botschaft am Pariser Platz auf. Manning befindet sich seit dem 26.05.2010 in Untersuchungshaft, weil er verdächtigt wird, Wikileaks mit diversen Materialien über massive Verstöße der USA gegen das Völkerrecht versorgt zu haben. Die Demo fordert neben der Freilassung Mannings aber auch gesetzliche Regelungen zum Schutz von Whistleblowern.

2 Gedanken zu „Warum sind Whistleblower für Herrn Kauder „Blockwarte“?

  1. . . . , dazu kann man einfach nicht schweigen!!!

    Was wäre, wenn diese von Herrn Kauder als „Blockwarte“ und von Herrn Bleser als „Denunzianten“ bezeichneten Menschen nicht ihren Mund aufgemacht hätten?

    Kinder würden weiter missbraucht, Gammelfleisch würde fröhlich weiter verarbeitet, in den Seniorenheimen würden auch die, die nach 1945 den Aufbau mit geleistet haben, weiter in unhaltbaren Zuständen leben müssen etc., etc, etc, … .

    Eine ‚tolle‘ Republik !!!

    Unsere nachfolgende Generation wird sich dafür bedanken.

    Übrigens, die Sendungen, wie „Frontal“, „Report“, „Kontraste“, „Monitor“ und wie sie alle heißen, nutzen die Informationen und die Zivilcourage dieser so genannten „Blockwarte“ und „Denunzianten“. Wie stellen sich die Sender dazu? Das wäre auch einmal interessant zu erfahren.

  2. Demokratie lebt von Öffentlichkeit, Kleptokratie von Geheimniskrämerei.

    Die einzige Methode, um den schamlosen Gewinnlern jeder Sorte rigide organisierter Abschöpfwirtschaft ihr Handwerk wenigstens ein bisschen zu erschweren ist die rückhaltlose Herstellung von Öffentlichkeit.

    Es ist ja nicht so, dass der Kauder und andere Regierungsk[… – gekürzt, die Redaktion -] nicht ganz genau wüssten, dass es zum Beispiel sehr viel schwerer geworden wäre, sich die gesetzwidrige Laufzeitverlängerung für Atommeiler in der Bundesrepublik von deren Betreibern abkaufen zu lassen, wenn die Öffentlichkeit mit am Tisch gesessen wäre.

    Ganz klar also, dass der und seine Spiessgesellen ein Problem haben mit aufrechten, verantwortungsbewussten Demokraten, nicht wahr?

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