Wie sollten Journalisten mit Whistleblowern umgehen?

Journalisten bzw. Medien als so genannte „4.Gewalt“ sind für Whistleblower oft eine letzte Hoffnung, wenn Sie sich von internem Whistleblowing oder den anderen „Gewalten“ keine Hilfe (mehr) versprechen. Damit Whistleblower hierbei nicht noch weitere Enttäuschungen erleben, sondern auf diesem Wege öffentliche Unterstützung mobilisieren können, bedarf es gewisser Voraussetzungen. Einige davon werden im aktuellen Heft 2/2009 des Journalistik Journals angesprochen.

Der Beitrag „Der Königsweg für den Informantenschutz – Wie geht man richtig mit Whistleblowern um?“ widmet sich dabei quasi auf Mikro-Ebene der Frage was Journalisten im Umgang mit Whistleblowern individuell zu beachten haben. Interessant sind aber auch die anderen Beiträge wie z.B. „Eine andere Schweigespirale – Öffentliche Vernachlässigung bringt sich selbst hervor„, „Was ist wichtig? – Eine Kritik der Nachrichtenauswahl“ oder auch „Eine Minute für den Quellencheck – Recherche kommt im journalistischen Alltag zu kurz„. Hier kann auch der interessierte Whistleblower mehr über die heimlichen Gesetze und strukturellen Defizite der Medien erfahren. Dies kann ihm dann vielleicht auch etwas leichter machen zu verstehen, warum „sein so wichtiges Thema“ in den Medien so wenig Aufmerksamkeit erfährt und auf welchen (Um-)Wegen sich vielleicht doch etwas erreichen lässt.

Zum Umgang von Journalisten mit Whistleblowern und umgekehrt, sei auch nochmals auf die Präsentation von Nicola Schmidt, die Message Werkstatt und die Webseite whistleblower-info.de hingewiesen.

3 Gedanken zu „Wie sollten Journalisten mit Whistleblowern umgehen?

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  2. Dass Journalisten nach einem ersten Kontakt mit einem Informanten möglichst über weitere Quellen recherchieren und eine eigene Risikoabwägung einer Berichterstattung durchführen, das ist nicht nur nachvollziehbar, sondern ebenso eine Verpflichtung. Je brisanter das Thema ist, umso gründlicher sollten zusätzliche Informationen eingeholt werden. Es geht schließlich um die eigene Glaubwürdigkeit.

    Sollten die Journalisten bei Abwägung aller Kriterien zu keiner Berichterstattung tendieren, das muss im Fall einer Straftat schon sehr gut begründet sein, dann sollte dies dem Whistleblower offen gesagt werden.

    Auf keinen Fall darf einem Informanten eine Veröffentlichung suggeriert werden, um z.B. in einem persönlichen Gespräch an weitere Informationen zu gelangen, um ihn also auszuhorchen. So aber agieren einige Journalisten, wie in dem Offenen Brief auf unserer Homepage http://www.hansdietrich.de/index.php?id=news, Eintrag vom 7.10.2009, nachzulesen ist.

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