Whistleblowing führt zur Aufdeckung von Datenmissbrauch bei Telekom

Wie schon in früheren Affairen, so war es auch im aktuellen Fall wieder ein Whistleblower dessen Informationen den entscheidenden Beitrag dafür lieferten, dass Datenmissbrauch bei der Deutschen Telekom AG ans Tageslicht kam.

Neu ist, dass der neue Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance, Dr. Manfred Balz dies in seiner Erklärung zu Gesetzesverstößen bei internen Ermittlungen zur Aufklärung des Diebstahls von 17 Millionen Kundendaten von T-Mobile auch explizit erwähnte:

Wie jetzt durch interne Hinweise bekannt wurde, haben Mitarbeiter der Sicherheit auf der Suche nach den Tätern Verbindungsdaten von rund 20 Personen überprüft. Zudem wurden mindestens einmal Verbindungsdaten von einem inländischen Wettbewerber und von einem ausländischen Unternehmen beschafft. Die fünf Manager und Mitarbeiter, die operativ oder organisatorisch verantwortlich in diese Fälle involviert waren, sind aus ihren bisherigen Aufgabenbereichen bis auf Weiteres beurlaubt worden.

Bei Heise heißt es hierzu weiter:

Bekannt wurde dies durch eine Nachfrage bei einem Beteiligten, der hierzu noch eine Datei besaß. Dem Mitarbeiter gestand die Telekom eine Art Whistleblower-Schutz zu.

Die Telekom hat ein im Verhältnis zu anderen DAX-Konzernen relativ umfangreiches Hinweisgeberportal welches neben allen Mitarbeitern auch Geschäftspartnern, Kunden, Aktionären und andere Stakeholdern zur Verfügung steht und eine Telefonhotline, eine BKMS-basierte Internetplattform und entsprechend der Anforderungen des Sarbanes-Oxley-Acts in den Bereichen Rechnungslegung und Prüfungswesen auch Meldungsmöglichkeiten an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates vorsieht. Andererseits dürften aber auch hier noch Möglichkeiten zur Verbesserung bestehen, wobei der aktuelle Fall außerdem erneut die Risiken und Grenzen der Versuche einer rein innerbetrieblichen Klärung schwerer Gesetzesverstöße aufzeigt. Andererseits sollte der Telekom ähnlich wie jenen Firmen die durch die eigene Aufdeckung von Korruptionsfällen Imageschäden erleiden auch zu gute gehalten werden, dass hier scheinbar wenigsten Ansätze für ein Umdenken erkennbar werden, während wir alle gespannt darauf warten dürfen wann bei all jenen die derzeit öffentlich noch nicht mit Missständen in Verbindung gebracht werden der nächste Datenmissbrauchs- oder sonstige Skandal öffentlich wird.