Mobbing und Whistleblowing

Die Wikipedia leitet Ihren lesenswerten Artikel zum Thema Mobbing mit folgender Definition ein:

Mobbing oder Mobben (von englisch to mob „schikanieren, anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen“ und mob „Meute, Gesindel, Pöbel, Bande“) steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln.“[1] Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig bzw. wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen,[2] beispielsweise in der Schule (Mobbing in der Schule), am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis[3] und im Internet (Cyber-Mobbing). Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung falscher Tatsachen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.[4]

Der Bezug von Whistleblowing (also der Meldung von Missständen am Arbeitsplatz – hier finden Sie eine ausführlichere Definition) und Mobbing kann ein zweifacher sein: Zum einen kann Mobbing, vor allem gegenüber Dritten, als Missstand Gegenstand einer Whistleblowing-Meldung werden. Zum anderen kann Mobbing sich als Reaktion auf Whistleblowing darstellen.

Leider liegen zu beiden Fallgruppen keine detaillierten Daten vor. Eine Abschätzung der zweiten Fallgruppe wird aber möglich dank einer im Jahre 2002 veröffentlichten Studie: Bärbel Meschkutat, Martina Stackelbeck, Georg Langenhoff: Der Mobbing-Report – Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland . Wirtschaftsverlag NW, Dortmund 2002, ISBN 3-89701-822-5. In deren Rahmen wurden Mobbing-Opfer nach den Motive für das Mobbing gefragt. Mit 60,1% am häufigsten genannt wurde dabei: „Ich wurde gemobbt, weil … ich unerwünscht Kritik geäußert habe“ (Ebendort Tab. 10.1., S. 111).

Umgekehrt beschreiben auch zahlreiche Studien (zumindest aus dem Ausland, für Deutschland liegen hier keine validen Daten vor), die sich mit den Folgen von Whistleblowing beschäftigen immer wieder Reaktionen die auch in der bekannten Auflistung der typischen 45 Mobbing-Handlungen nach Leymann auftachen.

Wenn Sie von Mobbing betroffen sind, empfehlen wir Ihnen:

  • Verfallen Sie nicht in Passivität  und finden Sie sich nicht mit der  Opferrolle ab, in die andere Sie hineindrängen wollen.
  • Informieren Sie sich umfassend über das Thema Mobbing und soweit einschlägig auch über das Thema Whistleblowing.
  • Dokumentieren Sie die Vorgänge in Ihrem Umfeld in einem Mobbing-Tagebuch.
  • Bemühen Sie sich rechtzeitig um (auch rechtliche und psychologische) Beratung und Hilfe und möglichst auch um Unterstützer am Arbeitsplatz (z.B. durch Betriebsrat/Personalvertretung, Betriebsarzt).
  • Kümmern Sie sich um berufliche Alternativen.
  • Sorgen Sie für einen psychischen Ausgleich (z.B. durch Hobbys und Sport).
  • Vermeiden Sie Pauschalierungen und überzogene Angriffe gegen andere, sondern arbeiten Sie mit belegbaren Fakten.

Weitere Informationen:

  • über Whistleblowing finden Sie auf unserer Webseite, vor allem in den Abschnitten „Worum es Geht“ und „Beratung und Tipps für (potentielle) Whistleblower“
  • über Mobbing finden Sie z.B. im Factsheet Mobbing der Europäischen   Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, oder in einer Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Empfehlenswert sind auch ein Handbuch für Führungskräfte des Landes NRW und eine Arbeitshilfe der IG-Metall, die auch den wichtigen Aspekt betrieblicher Präventionsmaßnahmen (z.B. durch eine Betriebsvereinbarung zu Konfliktlösungsmechanismen und gegen Mobbing) abdecken.
  • Mobbing-Beratung im Einzelfall bietet z.B. die MobbingLine-NRW oder die Mobbing-Hotline BadenWürttemberg, aber auch viele andere Stellen und Selbsthilfegruppen vor Ort (Übersichtslisten zu Beratungsangeboten finden sich z.B. bei Fachforum-Mobbing.de, beim VPSM sowie hier, hier, hier und hier).
  • vielfältige Informationen und praktische Tipps für Betroffene und deren Unterstützer sowie zur Mobbingprävention bietet das 2012 erschienene Werkbuch Mobbing.
  • einen guten, leider nicht mehr ganz aktuellen, Einstieg rund um die Rechtsfragen im Zusammenhang mit Mobbing bietet das Buch: Struck, Dieter; Fleissner, Alfred: Die 45 Mobbing Antworten — Ein Leitfaden für Betroffene, Arbeitgeber, Betriebs- und Personalräte sowie sonstige Interessenvertreter und Berater; ISBN: 3-8258-8952-1; 2005. Übersichten über aktuelle Urteile zum Thema Mobbing finden sich z.B. hier, hier, hier oder hier. Eine frühzeitige Einholung kompetenten Rechtsrats ist sehr empfehlenswert.

7 Gedanken zu „Mobbing und Whistleblowing

  1. Hallo ihr Äpfel !
    Habt ihr Holfrüchte auch informationen zum Täter ?
    WIeso haben diese Bananenköpfe nichts besseres zu tun als den armen kirschen die kerne raus zu drücken ?
    Ihr solltet auch die Leute über die Probleme von Mobbern aufklären !

  2. Zum Glück ist mir das noch nicht passiert. Ich finde aber auch das sowas überhaupt nicht geht……wenn man Probleme mit einem Kollegen oder einer Kollegin hat sollte dies entweder besprochen werden oder wenigstens sollte man sich, wenn man sich schon nicht ausstehen kann, respektieren.

    und was alles nichts hilf 😉 ….

    http://www.myheimat.de/altenroda/gedanken/nie-wieder-mobbingopfer-werden-so-koennte-es-gelingen-mit-schwarzer-magie-und-einer-voodoo-puppe-d2546216.html

  3. Ich war einmal Mobbingopfer, habe dann mein Mobbingtagebuch veröffentlicht und wurde gefeuert.
    Am 24. April 2012 erhielt ich meine Entlassung und Kündigung.
    Es war kein einfaches Leben, 15 Jahre Mobbingleid …
    Notstandsempfänger (Euro 29,-) pro Tag …
    Ab 1. September 2013 habe ich mich nun in die „Neue Selbständigkeit“ vertschüsst und bin nun „Antimobbing Trainer und Coach“, das Arbeitsamt hat mir diese Kurse bezahlt (ca. Euro 3.000,-) hat das Arbeitsamt hier in Österreich flüssig gemacht.
    „… sie tat mir leid, aber …“ ICH KLAGE AN! DIE EIGENE WAHRHEIT
    Pseudonym „Anna Kolinsky“
    ISBN 978-3-89950-699-0
    edition fischer Verlag in Deutschland

    Solange ich kann werde ich für Mobbingopfer kämpfen, denn ich weiß, dass man aus dieser Spirale entfliehen kann!
    „Das Spiel kann beginnen! Die Karten werden neu gemischt. Jedes Spiel hat seine Regeln, bestimmen Sie die Regeln, indem Sie das Spiel durchschauern!“
    „Krisen kann man überleben oder meistern.“
    Niemals die Träume vergessen, niemals die Hoffnung verlieren …

    Anna Kolinsky

  4. 18 Jahre bin ich im öffentlichen Dienst. Davon habe ich es seit 13 Jahren mit der schlimmsten Form von Mobbing zu tun. Die Chefs, der Personalrat, die Personalabteilung, Gleichstellungsbeauftragte, Schwerbehindertenbeauftragte – helfen einem überhaupt nicht! Im Gegenteil, niemand will sich mit diesem Thema beschäftigen – öffentlicher Dienst Mobbing sagen sie, dass bildet sich der Gemobbte nur ein. Ich habe die Nase gestrichen voll! Und genau das ist es, was die Herren und Damen wollen. Querulanten kalt stellen und hoffen, dass er von allein geht. Ich bin auf der Suche nach einer neuen Arbeit, bevor mich die Arbeit noch völlig krank macht. Mein Leben ist mir lieber, als jeden Tag mir diesen Streß anzutun.

  5. Ein Kampf gegen Windmühlenflügel……

    Unglaublich, wie asozial der Mensch sein kann.

    Ich habe inzwischen absolut kein Verständnis mehr für diese Kreaturen….

    Und deshalb schieße ich nun mit aller Kraft zurück, ohne irgendwelche Hemmungen.

    Diese Ar***löcher haben ja auch keinerlei Hemmungen, ihre Mitmenschen psychisch zu zerstören.

    Schade nur, dass dadurch Lebenszeit und Lebenskraft vergeudet werden.

    Nachtrag: Man verschone mich mit dummen Sprüchen wie „Arbeitsplatzwechsel“ und dergleichen………

  6. Seit mehreren Jahren lebe ich in Deutschland, bin vom Ausland hierher gezogen und habe hier studiert. Nun arbeite ich hier in einem öffentlichem Dienst. Ich werde von meinem Chef, seinen Kollegen und seiner Filialleiterin schwer gemobbt. Mein Chef schimpfte mit und sagte mir, dass ich unter einer Persönlichkeitsstörung leide.

    Er lässt antisemitische und ausländerfeindliche Sprüche los,die mich sehr fix und fertig machen. Ich möchte nicht mehr lange dulden. Denn es geht auf meine Gesundheit und sie ist mir sehr wichtig. Nun bin ich auf der Suche nach einer neuen Arbeitstelle.

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