Fall-Beispiele für Whistleblowing

Wir wollen WhistleblowerInnen und ihre Geschichten bekannt machen. Ihr Schicksal aus der Anonymität herausholen und ihnen ein Gesicht geben. An konkreten Beispielen soll deutlich werden, welche Bedeutung Whistleblowing schon heute hat, aber auch, welchen Problemen sich jene Menschen die so Zivilcourage beweisen derzeit gegenüber sehen und wo hier Hilfe nottut

Dies tun wir z.B. ganz konkret im Rahmen unserer Foto-Ausstellung „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen!“. Hinweisen möchten wir auch auf die Preisträgerinnen und Preisträger des seit 1999 alle zwei Jahre von IALANA und VDW vergebenen Whistleblower-Preises. Außerdem zeigen wir noch Fälle in denen Whistleblowing ausblieb oder nicht gehört wurde und schließlich finden sich auch in unserem Blog immer wieder Informationen zu aktuellen Fällen.

Die Texte enstanden in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner dem dok-zentrum ansTageslicht.de. Dort finden sich z.T. noch weitergehende Dokumentationen von Fällen, VON MENSCHEN, DIE ETWAS BEWEGEN.

Diese Zusammenstellung, die einen Schwerpunkt auf den deutssprachigen Raum und EU-Institutionen setzen will, ist noch höchst unvollständig. Internationale Listen mit Whistleblowern finden sich z.B. bei Wikipedia. Falls Sie andere Fälle kennen oder Interesse an Recherche und Dokumentation von Whistleblowerfällen haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.

5 Gedanken zu „Fall-Beispiele für Whistleblowing

  1. Ich möchte auf den Fall Inge Hannemann aus Hamburg Altona aufmerksam machen, sie war Jobcenter-Mitarbeiterin und weigerte sich aus Gewissensgründen und weil sie auf das Grundgesetz vereidigt war, Menschen zu sanktionieren – sie begann statt dessen, ihre Vorgesetzten auf die Missstände aufmerksam zu machen, vergebens – sie erhielt nie eine Antwort! Als sie daraufhin vor über einem Jahr anfing, über diese Situationen zu bloggen und die Missstände öffentlich zu machen, wurde sie vom Arbeitgeber freigestellt und es wurde versucht, sie zu diffamieren und ihre Kollegen gegen sie aufzuhetzen…..bitte unterstützt Inge Hannemann, sie ist das Sprachrohr der Ärmsten der Armen!!!!!!! Danke

  2. Angesichts solcher Skandale wie der Steuerhinterziehung im großen Maßsstab durch Hoeneß wird klar, dass mit verschiedenerlei Maß gemessen wird. Inge Hannemann hat mutig und richtig gehandelt. Ihre Kaltstellung durch Vorgesetzte zementiert derzeit ein System, das Arme bei kleinen (oft aus höchster Not begangenen) Vergehen bestraft und zugleich Reiche bei großen Vergehen laufen lässt. Zu suspendieren wären eigentlich die Verantwortlichen selbst, die Frau Hahnemann des Dienstes enthoben haben. Sie scheinen das Grundgesetz nicht zu kennen und sind damit als Repräsentanten unseres Rechtsstaates nicht tragbar und peinlich für unsere Demokratie und unser Land.

  3. Sehr beeindruckend diese Frau Hannemann! Meine Hochachtung!
    Es ist sehr mutig für Ungerechtigkeit aufzustehen! Es ist einfach mit der Masse mit zulaufen! Aber so funktioniert eben immer ein Unrechtsstaat ob zur Nazi zeit oder heute. Später will wieder niemand etwas gewusst haben. Letztendlich möchten doch alle nur einfach glücklich Leben und das lässt sich nicht mit Geld erkaufen. Ich bin sicher, jeder möchte etwas zur Gesellschaft beitragen um ein Teil dieser zu sein. Im Grunde geht es doch um Anerkennung und Respekt unter einander.

  4. Ich möchte Frau Hannemann meinen absoluten Respekt und meine Hochachtung für ihr mutiges Verhalten bekunden. Da ich selbst gerade in einer ähnlichen Situation bin, kann ich nachfühlen, was es bedeutet, auf eine solche Weise ausgegrenzt zu werden. Sie braucht unendlich viel Kraft, um weiterhin für ihre Werte und ihre Überzeugung einzustehen. Besonders, weil man dann plötzlich ganz allein ist. Möge Sie diese Kraft, Stärke und Gesundheit weiterhin haben und wir alle sollten uns ein Beispiel daran nehmen. Lassen wir diese Frau nicht allein in ihrem Kampf, denn es läuft viel zu viel unmoralisch, menschenverachtend und doch zugedeckt und beweihräuchert. Hut ab vor dieser starken Frau!!!

  5. Frau Hannemann ist für die Tätigkeit in einer Behörde nicht tragbar, sorry. Ihr Verhalten zeugt nicht von Zivilcourage. Sie war nicht als Zivilistin aktiv. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Behörde als Angestellte verstieß sie gegen geltende Gesetze. Meine Hochachtung gilt eher Beamten, die ihren Job gut und rechtmäßig ausüben, selbst in schwierigen Situationen bzw mit schwierigen Gesetzen. Sich im Job – je nach eigenem Gutdünken – über Gesetze hinwegzusetzen ist definitiv nie Ausdruck von Zivilcourage. Niemand ist gezwungen, einen Job in einer Behörde anzunehmen – und man kann gehen, wenn das eigene Gewissen die Ausübung nicht zulässt. Darüber hinaus kann auch ein Beamter sich für bessere Gesetze aktiv einsetzen z.B. über Arbeitskreise, in politischen Gremien etc. ohne den Job zu riskieren. Aber die Ausübung eines Jobs in einer Behörde erfordert grundsätzlich Rechtstreue. Darauf basiert dieser Rechtsstaat. Ansonsten wären plötzlich auch Polizisten Helden, die sich nach eigenen Gesetzen für die Gerechtigkeit einsetzen… – wie auch immer. Gegen rechtswidrige Sanktionen kann man sich wehren als AlgII-Bezieher – rechtmäßig. Ein Recht auf Leistungen vom Staat ganz ohne Bereitschaft zur Gegenleistung lehne ich persönlich ab. Frau Hannemann ist für mich kein Fall für Zivilcourage, wenn sie dies anders sieht und ihre Ansicht mit rechtswidrigen Mitteln umsetzt.

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