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08.02.2012
 
Presseerklärung 12.01.2010 PDF Drucken
Dienstag, 12. Januar 2010

Zivilcourage am Arbeitsplatz?

Gründungsaufruf für eine Selbsthilfegruppe in Köln

Missstände und gemeinschädliches Verhalten am Arbeitsplatz sind leider keine Seltenheit. Beobachter wissen oft nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sie wollen Kollegen nicht verraten, sich mit Vorgesetzen, die z.B. mit unsauberen Methoden Gewinne schönen, nicht anlegen, haben Angst vor Repressalien oder meinen, es würde sich auch nach einem Hinweis ohnehin nichts ändern.

Whistleblower, so heißen in Großbritannien und den USA Menschen, die Zivilcourage zeigen und auf Missstände am Arbeitsplatz hinweisen. Während in Deutschland Arbeitnehmer, die dies z.B. in Form einer Strafanzeige tun, mit Mobbing oder gar mit einer fristlosen Kündigung rechnen müssen, sind Whistleblower dort und in anderen Ländern vor Kündigungen und Repressalien gesetzlich geschützt. In der öffentlichen Wahrnehmung genießen Whistleblower, denen man die Aufdeckung vieler Affären – bis hin zu Watergate – verdankt, im Ausland oft ein viel größeres Ansehen als jene, die in Deutschland immer noch als Nestbeschmutzer oder Denunzianten verunglimpft werden.

Zivilcourage am Arbeitsplatz zeigen, Kritik richtig äußern und auf Missstände so hinweisen, dass diese und nicht die eigene Karriere ein Ende finden, ist risikoreich und erfordert Mut. Aber auch Wegsehen ist, spätestens wenn sich Missstände wiederholen und verschärfen oder sich das eigene Gewissen rührt, für Beobachter keineswegs unproblematisch. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen die vor der schwierigen Entscheidung stehen, was sie tun sollen, oder jene die nach ihrem Whistleblowing Repressalien erleiden, bisher oft keine Ansprechpartner oder gar Unterstützer haben.

Zumindest letzteres soll sich in Köln durch die Gründung einer Selbsthilfegruppe jetzt ändern. Unter dem Titel „Zivilcourage am Arbeitsplatz?“ laden die Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (Tel.: 0221/951542-16) und Whistleblower-Netzwerk e.V. für Dienstag den 26. Januar 19:00 Uhr, Marsilstein 4-6 zum Gründungstreffen einer Selbsthilfegruppe ein. In einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung und unter Wahrung der Anonymität besteht in der Gruppe die Möglichkeit los zu werden, was auf der Seele brennt, vor Zuhörern, die dies auf Grund eigener Erfahrungen nachvollziehen können. Außerdem bieten die Teilnehmer einander, in dem sie über sich und ihre eigenen Erfahrungen sprechen, einen Kreativitäts- und Ideenpool, aus dem ohne Bevormundung Lösungsansätze für die geeignete Vorgehensweise gewonnen werden können. Es geht um Unterstützung und Solidarität, damit jeder die Möglichkeit hat, seine ‚Batterien’ wieder auftanken zu können, die durch den Konfliktherd Arbeitsplatz zerschlissen werden. 

Whistleblower-Netzwerk e.V. ist ein 2006 gegründeter, bundesweit tätiger, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Köln, der sich einsetzt für Whistleblower und solche, die es werden wollen. Politisch fordert der Verein die Schaffung von speziellen Regelungen zum Schutz von Whistleblowern in Staat und Wirtschaft und hat hierzu einige konkrete Vorschläge entwickelt, die 2008 im Rahmen einer Anhörung auch im Bundestag vorgestellt, von der jetzigen Regierungskoalition aber abgelehnt wurden. Whistleblower-Netzwerk e.V. berät außerdem Arbeitgeber und Betriebsräte, die Whistleblowing als Frühwarnsystem fördern und gemeinsam mit ihren Mitarbeitern verantwortliche Risikovorsorge betreiben wollen. Über seine Webseite (www.whistleblower-net.de) bietet der Verein vielfältige Informationen rund um das Thema Whistleblowing, vor allem aber Beratung, Vernetzung und Hilfestellung für Betroffene.

Einladungsflyer

Kontaktdaten:

Whistleblower-Netzwerk e.V., Tel.: 0221/1692194 (GuidoStrack),
Email: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Bitte beachten Sie: Die Teilnahme an dem Gründungstreffen  der Selbsthilfegruppe ist ausschließlich Betroffenen vorbehalten.

 

 
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