| Whistleblowerschutz als Wahlkampfthema |
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| Mittwoch, 16 September 2009 | |
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Darstellung und Bewertung der Positionen der Parteien Gesetzlicher Whistleblowerschutz stand im letzten Jahr auf der Tagesordnung des Bundestages. Während dieses Thema im letzten US-Wahlkampf und auch danach eine große öffentliche Bedeutung hatte, findet es im derzeitigen Bundestagswahlkampf jedoch kaum statt.
Transparency International Deutschland
hat jetzt im Rahmen einer Befragung der derzeit im Bundestag
vertretenen Parteien zur Korruptionsbekämpfung, auch deren
Einstellungen zum Thema Hinweisgeberschutz (Whistleblowing) abgefragt,
die wir nachfolgend kurz zusammenfassen möchten.
Der Informantenschutz, den die Gerichte bisher gewähren, ist ausreichend. Spezielle gesetzliche Regelungen wären geeignet “das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie zwischen Arbeitnehmern untereinander massiv zu beschädigen”.
SPD:
FDP
Bündnis 90/Die Grünen:
Die Linke:
Bewertung aus Sicht des Whistleblower-Netzwerk e.V.: Nachdem die Piratenpartei unsere Analyse und Vorschläge zur Einführungen eines effektiven gesetzlichen Whistleblowerschutzes bereits vollständig übernommen hatte, scheinen diese auch bei Bündnis 90/Grüne und bei der Linkspartei auf weitgehende Zustimmung zu stoßen. Die Grundaussage der SPD ist zwar begrüßenswert, die Partei lässt aber wichtige inhaltliche Fragen offen. Der Verweis auf den Vorschlag zu § 612a BGB und die sehr engen Regelungen im Beamtenrecht, weckt dabei die Besorgnis, dass bei der SPD am Ende nur ein unzureichender Schutz heraus käme. Die FDP scheint sich noch nicht genug mit der Thematik befasst zu haben und sich nicht entscheiden zu können, ob sie sich als Bürgerrechtspartei oder als Vertreterin vermeindlicher Unternehmerinteressen profilieren will. Letzters erklärt die Position der CDU/CSU. Dabei ist es durchaus bedauerlich, dass sich Herr Seehofer nicht mehr an seine Versprechungen zu Hochzeiten des Gammelfleischskandals und seine eigene Gesetzesinitative zu § 612a BGB zu erinnern scheint und dass die CDU/CSU auch die Erkenntnisse von Wissenschaft und Praxis ignoriert, denen zu Folge effektiver Whistleblowerschutz auch für Unternehmen ein wichtiger Baustein zur Korruptionsbekämpfung und für ethischeres Handeln darstellt. Whistleblower-Netzwerk ruft dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und bei der Wahlentscheidung vielleicht auch die Positionen der Parteien zum Whistleblowerschutz mit zu berücksichtigen. Jenseits programmatischer Erklärungen ist uns aber vor allem wichtig, wie die Parteien ihre Positionen in der Praxis und bei konkreten Fällen jeweils dort, wo sie über Gestaltungsmacht verfügen, umsetzen. Wir werden daher nicht nur die Koalitionsverhandlungen und die Politik der nächsten Bundesregierung, sondern auch die Aktivitäten aller Parteien auf Kommunaler- und Landesebene weiterhin kritisch begleiten. |


