20.06., 13:08 Wochenrückblick Whistleblowing- unsere Medienauswahl (KW-25/2016)

Helden oder Verräter? – Whistleblower erzählen ihre Geschichte

WDR 5 mit einem sehr hörenswerten Feature über das Thema Whistleblowing – auch die Whistleblower-Netzwerk e.V. Aktivisten OStA a.D. Robert Bungart und RA Harro Schultze kommen zu Wort!

WDR5, Helden oder Verräter? – Whistleblower erzählen ihre Geschichte, Karin Lamsfuss

Ermittlungen gegen Doping-Whistleblower

Deutschlandfunk mit einem Artikel zu Doping im russichem Hochleistungssport: Auch dort kommt es zu Ermittlungen und Repression gegen Whistleblower.

Deutschlandfunk, Ermittlungen gegen Doping-Whistleblower


Für Assange beginnt fünftes Jahr im Exil

n-tv Der Nachrichtensender berichtet über die Situation von Julien Assange: Für ihn begann gestern das fünfte Jahr im Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London.

n-tv, Für Assange beginnt fünftes Jahr im Exil

Kasseler Bürgerpreis geht an Edward Snowden

Wie die hessenschau.de berichtet, geht in diesem Jahr der Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“ an den Whistleblower Edward Snowden. Snowden habe mit Mut, Kompetenz und Vernunft eine Gewissensentscheidung getroffen und dabei Leben und Sicherheit für eine größere Sache aufs Spiel gesetzt.

Den ganzen Beitrag lesen

Wochenrückblick Whistleblowing – unsere Medienauswahl

In dieser Woche startet das WBNW mit einem wöchentlich erscheinenden Rückblick auf die Medien und das Thema Whistleblowing. Das Hauptthema dreht sich in dieser Woche um Edward Snowden und den NSA-Untersuchungsausschuss.

Für den wöchentlichen Rückblick arbeiten mehrere Mitglieder und Unterstützer zusammen, sammeln Links und werten die Presse aus. Wir laden die Leser herzlich dazu ein, Themenvorschläge einzureichen, die wir in unserem Wochenrückblick aufführen sollen.

Whistleblower Edward Snowden und der NSA-Untersuchungsausschuss

Tilo Jung hat für seinen Podcast „Jung und Naiv“ einen Blick auf den NSA-Untersuchungsausschuss geworfen. Eingeladen waren die Obleute der Opposition Konstantin von Notz (Grüne) und Martina Renner (LINKE) sowie der freie Journalist Andre Meister von Netzpolitik.org . Sie berichten über die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung des Überwachungsskandal, der durch den Whistleblower Edward Snowden öffentlich gemacht wurde:

Ebenfalls zum Thema NSA-Untersuchungsausschuss führten die Piraten aus NRW eine Podiumsdiskussion durch. Eingeladen waren mehrere Journalisten und Teilnehmer der Sitzungen: Diskussionsabend vom 30.10.2014

Am 6. November 2014 startet in Deutschland der Film „Citizenfour“. Edward Snowden nutzte den Decknamen „Citizenfour“, um mit der Journalistin Laura Poitras in Kontakt zu treten. 3sat hat die Journalistin  zu ihrem Dokumentarfilm interviewt :

Den ganzen Beitrag lesen

Buchbesprechung: Mobbing am Arbeitsplatz – Trainingsmanual für Psychotherapie und Beratung

Angeregt durch den Aufsatz des Diplom Psychologen Dr. Josef Schwickerath im vor kurzem besprochenen Werkbuch Mobbing, haben wir uns nunmehr dessen, gemeinsam mit seinem Kollegen Moritz Holz verfasstes, Trainingsmanual angesehen. Das Buch sammelt die Erfahrungen der Autoren aus 15 Jahren Arbeit mit Mobbingopfern.

Der Begriff Whistleblowing wird dabei leider nur an einer einzigen Stelle kurz definiert. Dennoch dürften sich Whistleblower, wenn sie sich in ambulante oder stationäre Psychologische Behandlung begeben, häufig ähnlichen Behandlungsmethoden gegenüber sehen, wie jenen die hier, als Teil eines mehrstufigen Behandlungsprozesses, beschrieben werden. Das weitgehend auch für Laien gut lesbare Buch sei daher all jenen Betroffenen, aber auch deren Angehörigen, empfohlen, die eine Psychotherapie erwägen oder auch die Methoden, die Ihnen gegenüber in einer Psychotherapie angewandt werden, in ihrer Systematik überprüfen oder besser verstehen wollen. Dieser selbstbestimmte Patient ist auch ganz im Sinne der Aussage der Autoren: “Transparenz in der Therapie ist eine Grundvoraussetzung”.

Grundtenor des Buches ist die Aussage, dass Mobbing krank macht (vor allem depressive aber auch somatische Störungen sind sehr häufig) und eigentlich einer Lösung bedarf, die an den Ursachen ansetzt, also z.B. der Kommunikation am Arbeitsplatz und alle Beteiligten einschließt, dass andererseits aber in einer Behandlung zumeist nur der einzelne Patient zur Verfügung steht, der sich vor allem als Mobbing-Opfer begreift. Jede auf diesen beschränkte Therapie kann daher nur dessen Handlungspotentiale ausloten und aktivieren, um so für diese Person – aber auch im finanziellen Interesse der Träger und der Gesellschaft – eine Verbesserung zu erreichen.
Größtes Problem dabei ist oft, dass der Patient zumindest anfänglich gerade umgekehrt nicht seine Eigenanteile ergründen oder sein Verhalten ändern will, sondern die Schuld bei den vermeintlichen Tätern sucht und von diesen Veränderungen einfordert.

Den ganzen Beitrag lesen

Buchbesprechung: Umgang mit Mitarbeiterhinweisen – Handlungsempfehlungen für Sicherheitsverantwortliche

Der in der Steinbeis-Edition erschienene Band wendet sich ursprünglich an Studierende des Studienganges Sicherheitsmanagement der Steinbeis-Hochschule Berlin und will diese beim Transfer theoretischen Wissens in die Praxis unterstützen. Autor ist der Rechtsanwalt, Ombudsmann und Mediator Björn Rohde-Liebenau, der bereits zahlreiche Schriften rund um die Themen Risikokommunikation und Whistleblowing verfasst hat.

Im vorliegenden Band macht er deutlich, dass es bei Whistleblowing vor allem darum geht, dass die Kommunikation über potentielle Risiken gelingt, dass Kommunikation generell ein kompliziertes Unterfangen ist, das Chancen und Risiken bietet und dass dies erst recht dort gilt, wo Gegenstand der Kommunikation ein Risikohinweis in einem betrieblichen Kontext ist. Rohde-Liebenau zieht dabei den Kreis der potentiellen Sender und Empfänger bewusst weit und bezieht alle ein, die Insiderwissen aus dem Unternehmen haben können, also z.B. auch Leiharbeiter oder Mitarbeiter von Subunternehmen. Auch externes Whistleblowing wird behandelt.

Nach Rohde-Liebenau kommt es entscheidend darauf an, die ansonsten häufig unterbleibende oder nur unstrukturiert erfolgende Risikokommunikation zu fördern und richtig mit ihr umzugehen. Was dies bedeutet, wird an den Beispielen am Ende des Bandes besonders deutlich, in denen z.B. Reaktionsmöglichkeiten auf scheinbar banale und ganz nebenbei fallen gelassene Sätze wie „Mein Wasserkocher schaltet sich nicht mehr von selbst ab.“ thematisiert werden. Hier wie auch an anderen Stellen gilt es, hellhörig zu sein, also ein aktiver Empfänger zu werden, in eine weiterführende Kommunikation einzusteigen, tieferliegende Ursachen zu ergründen und dann, wo notwendig, angemessen zu handeln.

Den ganzen Beitrag lesen

LAG Köln billigt fristlose Kündigung einer Whistleblowerin

In einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 05.07.2012 hat das Landesarbeitsgericht Köln (6 Sa 71/11) die fristlose Kündigung einer Hausangestellten gebilligt und damit das erstinstanzliche Urteil des Arbeitsgerichts Aachen bestätigt. Diese war mit der Betreuung von zwei Kindern (2 Jahre und 10 Monate alt) beschäftigt und hatte sich, nach einer fristgemäßen Kündigung innerhalb ihrer Probezeit und nach etwas über zwei Monaten Beschäftigungsdauer, mit dem Hinweis an das Jugendamt gewandt, dass die   10 Monate alte Tochter aufgrund des Verhaltens der Eltern verwahrlost sei. Daraufhin erfolgte die fristlose Kündigung, die vom LAG Köln mit der Begründung für Rechtens erklärt wurde, dass die Hausangestellte vor einer Einschaltung des Jugendamtes zunächst ein klärendes Gespräch mit den Eltern hätte suchen müssen. Da dies nicht geschehen sei, stelle die Einschaltung des Jugendamtes eine unverhältnismäßige Reaktion und somit eine Verletzung der Loyalitätspflicht dar.

Weiter heißt es im Urteil des LAG Köln: „Durch die vorschnelle Anzeige beim Jugendamt hat die Klägerin die Beklagte leichtfertig beschuldigt und das Vertrauensverhältnis in einer Weise belastet, dass den Beklagten eine Weiterbeschäftigung auch nur während der noch laufenden Kündigungsfrist nicht mehr zumutbar ist. Die – teilweise widersprüchlichen – Behauptungen der Klägerin zum Zustand des Kleinkindes bedurften daher, auch das hat das Arbeitsgericht richtig erkannt, keiner Aufklärung durch eine Beweisaufnahme“.

Den ganzen Beitrag lesen