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	<title>Whistleblower-Netzwerk &#187; Wirtschaft</title>
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		<title>TV-Tipp: Challenger &#8211; Countdown einer Katastrophe</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 15:40:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute um 20:15 Uhr l&#228;uft auf ARTE der Dokumentarfilm Ă [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute um<a href="http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=1127699,day=1,week=30,year=2010.html"> 20:15 Uhr l&#228;uft auf ARTE der Dokumentarfilm</a> &#252;ber die Explosion die 1986 beim Start der US-Raumf&#228;hre sieben Menschenleben kostete. Einer der Protagonisten des Films ist der Whistleblower <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Boisjoly">Roger Boisjoly</a> der f&#252;r die Firma Morton Thiokol, die Produzenten der Feststoffraketen der Raumf&#228;hre  Challenger arbeitete. Er wies bereits im Juli 1985 auf die fehleranf&#228;llige Konzeption der so genannten Dichtungsringe  hin, deren Ausfall letztlich zum Ungl&#252;ck am 28. Januar 1986 f&#252;hren sollte. </p>
<p>Der vorgesehene Start der Raumf&#228;hre am 28. Januar 1986 fand unter besonders ung&#252;nstigen Wetterbedingungen statt. Die Nachttemperaturen betrugen â14Â°C und Boisjoly vertrat mit seinen Kollegen die Ansicht, dass dies die Funktionsf&#228;higkeit der Dichtungsringe gef&#228;hrlich beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Das Management von Morton Thiokol stimmte zu, dass diese Frage ernst genug w&#228;re, um den schon mehrfach verschobenen Start nochmals zu verschieben. Die NASA stand allerdings unter dem Druck der &#214;ffentlichkeit. Im Rahmen einer Telefonkonferenz mit dem NASA-Management zogen sich die Manager von Morton Thiokol letztlich auf die Position zur&#252;ck, dass ihre Daten nicht eindeutig interpretierbar w&#228;ren. Daraufhin wurde die fatale Challenger-Mission STS-51-L  gestartet. Boisjolys Warnungen erwiesen sich als berechtigt.</p>
<p>Nach der Explosion der Raumf&#228;hre, ordnete Pr&#228;sident Ronald Reagan eine Untersuchungskommission zur Erforschung der Ungl&#252;cksursache an. Roger Boisjoly war einer der Zeugen. In der Folge verlie&#223; Boisjoly,<strong> als Whistleblower zum Au&#223;enseiter geworden</strong>, seine Firma. Er besch&#228;ftigt sich derzeit mit<a href="http://www.springerlink.com/content/q515ux8572880733/"> Ethik</a> am Arbeitsplatz.</p>
<p>Mit diesem Thema wurde er zum beliebten Gastredner und hielt Vortr&#228;ge an &#252;ber 50 US-amerikanischen Universit&#228;ten. 1988 wurde er von der American Association for the Advancement of Science mit dem âPreis f&#252;r wissenschaftliche Freiheit und Verantwortungâ ausgezeichnet.</p>
<p>Sendetermine auf ARTE: Samstag, 24. Juli 2010 um 20.15 Uhr, Wiederholungen: 25.07.2010 um 14:55, 12.08.2010 um 14:45<br />
(Grossbritannien, 2006, 100mn), Regie: Stuart Everett</p>
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		<title>Primat der Politik sichern und Missbrauch von Wirtschaftsmacht verhindern: mit Whistleblowing</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 10:44:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Beim Versuch, die Ursachen der Finanzkrise anzugehen un [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Beim Versuch, die Ursachen der Finanzkrise anzugehen und staatliche Kontrollmechanismen auszubauen, setzen die USA jetzt verst&#228;rkt auf ein Instrument, welches diesseits des Atlantiks noch weitgehend unbekannt ist: Whistleblowing. Nach Meinung des Whistleblower-Netzwerks sollten sich Politiker in Deutschland und Europa hieran ein Beispiel nehmen.<br />
</em></p>
<p>Schon beim Entstehen der Finanzkrise hatte es immer wieder Whistleblower, also Brancheninsider, wie z.B. Harry Markopoulos oder Paul Moore gegeben, die fr&#252;hzeitig auf Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht haben. Leider hatten die Aufsichtsbeh&#246;rden ihnen kein Geh&#246;r geschenkt. Stattdessen wurden sie von ihren Arbeitgebern abgestraft oder vor die T&#252;r gesetzt.</p>
<p>Dies alles soll das soeben in Kraft gesetzte US-Gesetz zur Finanzmarkreform jetzt &#228;ndern. Es enth&#228;lt zahlreiche Elemente, die daf&#252;r sorgen sollen, dass:</p>
<p>    * Whistleblower zuk&#252;nftig kompetente Ansprechpartner haben (z.B. durch Schaffung einer eigene Abteilung bei der B&#246;rsenaufsicht SEC),<br />
    * es f&#252;r sie nicht nur Risiken, sondern auch Anreize gibt (Ausweitung der z.B. im Pharmabereich bewehrten Regelungen des False Claims Acts)<br />
    * sie im Verwaltungsverfahren und vor Gericht bessere Chancen haben (Verl&#228;ngerung von Ausschlussfirsten, Ausweitung von Jury-Verfahren),<br />
    * sie besser vor Repressalien aller Art gesch&#252;tzt sind (ausgeweiteter arbeitsrechtlicher Schutz und strafrechtliches Sanktionierungsverbot).</p>
<p>Mit dieser Reform werden f&#252;r die Privatwirtschaft neue Ma&#223;st&#228;be im Hinblick auf Whistleblowerschutz und Whistleblowingf&#246;rderung gesetzt. Dies wird auch von US-Whistleblower-Organisationen begr&#252;&#223;t. Letztere fordern allerdings zus&#228;tzlich die Schaffung entsprechender Regelungen auch f&#252;r Whistleblower aus der &#246;ffentlichen Verwaltung, aus Milit&#228;r und Geheimdiensten, gegen welche die US-Regierung derzeit besonders hart vorgeht.</p>
<p>Nach Meinung von Guido Strack, dem Vorsitzenden des Whistleblower-Netzwerk e.V., wird das Thema von Politikern in Deutschland und Europa verschlafen: âEs ist doch absurd, wenn unsere Politiker zwar eine &#220;bermacht der Wirtschafts- und Finanzlobby und eigene Informationsdefizite beklagen, aber beim Thema Whistleblowing, bei dem sie handeln k&#246;nnten, unt&#228;tig bleiben.â Das Wissen, wo sich die n&#228;chsten Risiken verbergen, ist nach Meinung Stracks heute schon vorhanden: bei kritischen Menschen in den agierenden Unternehmen und Verwaltungen. Hier g&#228;be es viele, die gerne ethisch handeln und der Demokratie eine Chance zum agieren geben m&#246;chten. Aber derzeit w&#252;rden sie von der Justiz, Politik und Gesellschaft alleine gelassen, als Nestbeschmutzer verunglimpft und als Geheimnisverr&#228;ter verfolgt. Dort, wo sie dennoch die Zivilcourage aufbr&#228;chten, sich an Beh&#246;rden zu wenden, h&#246;re ihnen keiner zu. Oder aber die zust&#228;ndigen Stellen sind unterbesetzt und glauben dann, ohne wirkliche Untersuchungen durchzuf&#252;hren, allzu gerne den Beschwichtigungen der M&#228;chtigen.</p>
<p>Das Whistleblower-Netzwerk fordert die Politik auf, dieses zu &#228;ndern und Whistleblowern auch in Deutschland und Europa durch klare gesetzliche Regelungen endlich eine faire Chance zu geben, sich f&#252;r das Gemeinwohl einzusetzen ohne dabei ihre wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzen zu m&#252;ssen: N&#246;tig seien positive Best&#228;rkung f&#252;r Whistleblowing, effektiven Whistleblowerschutz und Ansprechpartner die zuh&#246;ren und &#252;ber gen&#252;gend Macht verf&#252;gen Missst&#228;nden rechtzeitig entgegenzutreten.</p>
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		<title>Was haben die Bahn und Deepwater Horizon gemeinsam?</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 08:07:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[âLieber mal einen Zug ausfallen lassen, als wie die S [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>âLieber mal einen Zug ausfallen lassen, als wie die Sicherheit aufs Spiel setzen. Dieser Grundsatz, der ist ver&#228;ndert worden. Der Grundsatz lautete dann in Zukunft: Gewinnmaximierung. Koste es was es wolle.â</p>
<p>So hatten wir vor recht genau einem Jahr <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2009/07/31/s-bahn-berlin-betriebsratsvorsitzender-als-whistleblower/">an dieser Stelle</a> den Betriebsratsvorsitzenden der Berliner S-Bahn mit Blick auf die Ursachen dortigen Sicherheitsprobleme zitiert. Und die Ursachen der aktuellen <a href="http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EBB66F8AD93394DD2811B71DBB1680E1A~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Probleme der Bahn</a> sind wohl an ganz &#228;hnlicher Stelle zu suchen. Apropos Bahn, gab es da nicht auch einmal etwas in <a href="http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemappen/pressemappeeschede2.pdf">Eschede</a>? Auch diesbez&#252;glich war von &#8220;nicht abgeschlossenen Testl&#228;ufen f&#252;r jenen Radreifentyp, der vielen zum Schicksal wurde&#8221; die Rede. Und weiter &#8220;Beeidete Aussagen zeugen von der &#220;berlastung jener M&#252;nchner Mitarbeiter, die die technische Wartung des Zuges am Vorabend des Ungl&#252;ckes an der Isar vornahmen: âDie Z&#252;ge mussten ja raus!â.&#8221;</p>
<p>Nun aber zu etwas scheinbar g&#228;nzlich anderem, den Ursachen der &#214;lkatastrophe im Golf von Mexiko. Hierzu findet sich derzeit einiges in der <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-07/oelpest-plattform-sicherheit">Zeit</a> und vor allem <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/05/oelkatastrophe-am-golf-bp-ignorierte-whistleblower/">in</a> <a href="http://www.nytimes.com/2010/07/22/us/22transocean.html?pagewanted=2&#038;_r=1&#038;hp">diversen</a> <a href="http://org2.democracyinaction.org/dia/track.jsp?v=2&#038;c=YCDbKtxjT1YMp4Ak%2FoGr%2FAUDG5Vy%2F%2Bv4">US-Medien</a>. Demnach ist jetzt ein Bericht von M&#228;rz 2010, also unmittelbar vor der Explosion der Deepwater Horizon aufgetaucht. Res&#252;mee: &#8220;Darin berichten befragte Mitarbeiter von Transocean von teilweise schwerwiegenden M&#228;ngeln auf der Plattform. Das fortlaufende Anzapfen des &#214;lfeldes sei wichtiger gewesen als geplante Wartungsarbeiten. &#8230;  Da das Transocean-Management im texanischen Houston jedoch &#8220;Angsttaktiken&#8221; anwende, h&#228;tten viele Mitarbeiter potentiell &#8220;riskante&#8221; Situationen lieber verschwiegen. &#8221;</p>
<p>Weitere Beispiele f&#252;r Profit vor Sicherheit, eingesch&#252;chterte Mitarbeiter und die Verhinderung rechtzeitigen Whistleblowings finden sich z.B. hinsichtlich des <a href="http://www.anstageslicht.de/index.php?UP_ID=14&#038;NAVZU_ID=94&#038;STORY_ID=87">Einsturzes der Eishalle in Bad Reichenhall</a> oder des Untergangs der der <a href="http://www.pcaw.co.uk/aboutus/aboutus_pdfs/PCAW_5_year_review.pdf">Herald of Free Enterprise</a>. Sogar im Golf scheint das Prinzip aktuell weiter angewandt zu werden indem <a href="http://org2.democracyinaction.org/dia/track.jsp?v=2&#038;c=%2BEO9qPYiWpBMqagB2jksMgUDG5Vy%2F%2Bv4">Warnungen hinsichtlich der Gef&#228;hrlichkeit der zur &#214;lbek&#228;mpfung eingesetzten Chemikalien ignoriert</a> werden.</p>
<p>Wann endlich wird diese Systematik als eigentliches Querschnitts-Problem erkannt und ernsthaft in Angriff genommen? Es darf sich zuk&#252;nftig einfach nicht mehr lohnen Profit vor Sicherheit zu stellen und potentielle Whistleblower zum Schweigen zu bringen!</p>
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		<title>Buchbesprechung: Korte &#8211; Die Information des Aufsichtsrats durch die Mitarbeiter</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 15:16:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Grund warum diese juristische Promotion Eingang in  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Grund warum diese juristische Promotion Eingang in dieses Blog findet, wird im Untertitel deutlich: &#8220;Whistleblowing und Mitarbeiterbefragung als Mitel zur Verbesserung der Informationsasymetrien in der AG&#8221;. Es geht also u.a. darum der Frage nachzugehen, ob Whistleblowingf&#246;rderung nicht eigentlich auch durch die Aufsichtsr&#228;te von Aktiengesellschaften betrieben werden sollte?</p>
<p>W&#252;rden diese dann nicht zuk&#252;nftig besser und vor allem fr&#252;her mitbekommen, was im Unternehmen wirklich l&#228;uft, ohne allein auf diejenigen Informationen angewiesen zu sein, die ihnen der Vorstand zur Verf&#252;gung stellt. Und b&#246;te ein solches System nicht auch eine Chance einerseits das &#8211; auch von den meisten Whistleblowern selbst pr&#228;ferierten &#8211; interne Whistleblowing zu f&#246;rdern und dabei gleichzeitig eine gesteigerte Unabh&#228;ngkeit der Nachpr&#252;fung des Whistleblowervorbringens von den Managementinteressen des Vorstandes zu gew&#228;hrleisten?</p>
<p>Wie schon die Zwischen&#252;berschrift &#8220;Whistleblowing als Chance f&#252;r die Unternehmen&#8221; zeigt erkennt die Autorin das Potentialvon Whistleblowing durchaus. Mehr noch, es findet sich auch Aussagen wie: &#8220;Nur wenn den Beschwerden nachgegangen wird und die Whistleblower ein Feedback bekommen, nutzt das Unternehmen die Mitarbeiter als ihm zur Verf&#252;gung stehende Ressource optimal&#8221; oder &#8220;Kann er [der Whistleblower] davon ausgehen, dass seine Enth&#252;llungen nicht nur geh&#246;rt werden, sondern, dass auch geeignete Gegenma&#223;nahmen erfolgen, wird er den Missstand aufdecken&#8221;, &#8220;Geht er davon aus, dass seine Enth&#252;llung keinen Erfolg haben wird, schweigt er&#8221;.</p>
<p>Es w&#228;re &#228;u&#223;erst w&#252;nschenswert, wenn sich diese Erkenntnisse nicht nur bei immer mehr jungen Wissenschaftlern, sondern auch bei den Unternehmensleitungen durchsetzen w&#252;rden, die derzeit bei Whistleblowerhotlines und Hinweisgebersystemen h&#228;ufig noch auf bestimmte eng begrenzte Bereiche &#8211; wie z.B. Korruptionsbek&#228;mpfung &#8211; und auf Anonymit&#228;t und Schutz vor Repressalien focussieren, statt auf Chancen zur Ver&#228;nderung und klare Kommunikation.</p>
<p>Aber zur&#252;ck zum Buch und zur spezifischen Rolle des Aufsichtsrates. Hier ist die Autorin leider weniger fortschrittlich und mutig. Entgegen anderer Autoren, wie z.B. Hopt und Roth ist sie der Auffassung: &#8220;Da der Aufsichtsrat auf die &#220;berwachung des Vorstandes beschr&#228;nkt ist &#8230; kann er die Mitarbeiter weder auffordern ihm Informationen zur Verf&#252;gung zu stellen, noch unaufgefordert &#252;bergebene Informationen der Mitarbeiter entgegennehmen. Scheidet der Vorstand allerdings als Ansprechpartner aus, weil seine Handlungen Gegenstand der Beschwerden sind, muss den Mitarbeitern die M&#246;glichkeit gegeben werden, sich an vom Vorstand unabh&#228;ngige Stellen zu wenden.&#8221;</p>
<p>Erst hier kann nach Korte der Aufsichtsrat ins Spiel kommen. Dies allerdings auch in Bereichen wie z.B. der Rechnungslegung oder bei Missmangement und auch ohne das gleich ein strafbares Handeln n&#246;tig w&#228;re. Insgesamt beharrt Korte somit auf der ihrer Meinung nach aus dem f&#252;r Deutschland typischen und aus dem Aktiengesetz folgenden strengen Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungs- und dem Aufsichtsrat als dessen &#220;berwachungsorgan. Sie bejaht nur jene Informationsm&#246;glichkeiten die dieser spezifischen auf den Vorstand fixierten &#220;berwachungsaufgabe dienen.</p>
<p>Auf dieser Basis spricht Korte dann konsequenter Weise dem Aufsichtsrat, dem die Befugnis zu organisatorischen Ma&#223;nahme fehle, auch die Befugnis ab, eigene Beschwerde- und Anlaufstellen zu schaffen. Auch aus Â§ 111 Abs. 2 S.1 AktG ergebe sich letztlich nichts anderes.</p>
<p>M&#246;glich und vorzugsw&#252;rdig ist laut Korte vielmehr eine Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Einrichtung von Hinweisgebersystemen (bei der je nach Ausgestaltung au&#223;erdem auch die Zustimmung des Betriebsrates erforderlich sein kann) und der Abschluss einer gemeinsamen Organisationsordnung. Betont wird dabei auch die Notwendigkeit zu Transparenz und Information der Mitarbeiter, deren Akzeptanz und Schutz, wobei die Autorin davon abr&#228;t eine Whistleblowing-Pflicht der Mitarbeiter vorzusehen.</p>
<p><span style="font-size: 13.3333px;">Die Einf&#252;hrung von Hinweisgebersystemen sollte dabei nach Meinung Kortes nicht durch Gesetz verpflichtend geregelt, sondern vielmehr durch Aufnahme in die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex nach dem Prinzip comply-or-explain rechtlich gef&#246;rdert werden. Was die Rolle des Aufsichtsrates in einem solchen System angeht, so sollte dieser nach Meinung der Autorin durch dessen Aussch&#252;sse und das Plenum handeln, notfalls unterst&#252;tzt durch einen zuarbeitenden Aufsichtsratsasisstenten. Der Aufsichtsrat sei nach Â§ 109 Abs. 2 S. 2 AktG zur h&#246;chstpers&#246;nlichen Amtsf&#252;hrung verpflichtet. Daher k&#246;nnten auch Sachverst&#228;ndige nur zur Beratung &#252;ber einzelne Gegenst&#228;nde, nicht aber als st&#228;ndige Berater oder Ombudsleute speziell des Aufsichtsrates hinzugezogen werden. Daneben regt Korte eine gesetzliche Regelung an, die dem Aufsichtsrat die Pflicht zur Befragung von Mitarbeitern mit bestimmten Leitungsfunktionen z.B. in der internen Revision &#252;bertragen sollte.</span></p>
<p>Auch wenn die strikte Betonung des rechtlichen Trennungsprinzips nach Ansicht des Verfassers von der Autorin nicht in allen F&#228;llen &#252;berzeugend begr&#252;ndet wird, so ist ihr doch zuzugestehen, dass sie die Grundprobleme des Whistleblowing weit besser verstanden hat, als viele Unternehmen. Dabei wird jedoch eine gewisse Parodoxie deutlich, wenn sie trotz Trennungsprinzip letztlich eine gemeinsame Einrichtung des Hinweisgebersystems durch Vorstand und Aufsichtsrat bef&#252;rwortet und dabei die Reflexion dar&#252;ber unterl&#228;sst wie sich diese Gemeinsamkeit auf das Vertrauen des Whistleblowers auswirkt. Dieser hofft ja auf eine korrekte Bearbeitung seines Falles auch dann, wenn er die Beachtung von Recht und Moral in Bereichen einfordert, in denen diese den kurzfristigen Eigeninteressen der Mitglieder des Vorstandes &#8211; nicht aber zwangsl&#228;ufig auch den langfristigen Unternehmensinteressen an denen sich der Aufsichtsrat orientieren sollte &#8211; entgegensteht. Ein Hinweisgebersystem sollte daher immer so beschaffen und ausgestaltet sein, dass es auch in jener Konstellation funktioniert.</p>
<p><em>Korte, Kathrin: Die Information des Aufsichtsrats durch die Mitarbeiter â WHistleblowing und Mitarbeiterbefragung als Mittel zur Verbesserung der Infromationsasymmetrien in der AG; ISBN: 978-3-631-59228-1; 2010. </em><a href="http://www.amazon.de/gp/search?ie=UTF8&amp;keywords=978-3-631-59228-1&amp;tag=whistleblowne-21&amp;index=blended&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742" target="_blank"><em>[amazon]</em></a><em><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=whistleblowne-21&amp;l=ur2&amp;o=3" border="0" alt="" width="1" height="1" /> <img src="http://ad.zanox.com/ppv/?8697610C228083478" border="0" alt="" hspace="1" width="1" height="1" align="bottom" /></em></p>
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		<title>Umfrageergebnisse zu Kosten und Nutzen von Ombudssystemen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 09:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<description><![CDATA[RCC Risk Communication Concepts hat soeben die Ergebnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.risk-communication.de/">RCC Risk Communication Concepts</a> hat soeben die Ergebnisse einer Online-Umfrage ver&#246;ffentlicht, an der sich im Juni 2010 knapp 100 Nutzer beteiligt haben. Dabei sprachen sich 95% der Teilnehmer allgemein f&#252;r Whistleblower-System und 82% f&#252;r einen Whistleblower-Ombudsmann aus, zugleich w&#252;nschten sich aber auch 45% vor allem die Unterst&#252;tzung der Gesch&#228;ftsleitung. Weitere, wenn auch nicht repr&#228;sentative, so doch interessante, Zahlen und Infos finden sich in der <a href="http://www.openpr.de/news/444324/95-der-Teilnehmer-fuer-Whistleblowing-Systeme-82-fuer-einen-Whistleblower-Ombudsmann.html">Presseerkl&#228;rung von RCC.</a></p>
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		<title>Radiotipp: DRadio-Wissen &#252;ber Whistleblower</title>
		<link>http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/30/radiotipp-dradio-wissen-ueber-whistleblower/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 13:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter dem vielleicht nicht ganz passenden Titel "Querul [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem vielleicht nicht ganz passenden Titel &#8220;Querulanten im Dienst der Wahrheit&#8221; ist seit heute auf <a href="http://wissen.dradio.de/index.36.de.html?dram:article_id=3822">DRadio-Wissen in der Rubrik Medien</a> ein 10min&#252;tiger Audiobeitrag verf&#252;gbar. Nach der etwas rei&#223;erischen Aufmachung mit Tonausz&#252;gen ausÂ dem Wikileaks Video<a href="http://collateralmurder.com/"> &#8220;Collatoral Murder&#8221;</a> werden Parallelen zwischen den F&#228;llen<a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/08/us-soldat-wegen-wikileaks-video-verhaftet/"> Manning</a>, <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/14/daniel-ellsberg-ueber-whistleblower-loyalitaet-u-a-m/">Ellsberg</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mordechai_Vanunu">Vanunu</a> gezogen. Nach dieser internationalen Einleitung wird dann n&#228;her auf die Situation von Whistleblowern in Deutschland ein gegangen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Fall von <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/97/82/lang,de/">Brigitte Heinisch</a> und jener der <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/149/82/lang,de/">hessischen Steuerfahnder</a>.</p>
<p>Der Beitrag bleibt aber nicht bei der Schilderung von Einzelf&#228;llen stehen, sondern schildert auch die grunds&#228;tzliche Problematik von Whistleblowing in Deutschland von fehlendem rechtlichen Schutz &#252;ber fehlende gesellschaftliche Anerkennung bis hin zum Abdr&#228;ngen in die Anonymit&#228;t. Schnell wird dabei klar: Â Hierzulande muss sich noch <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/85/78/lang,de/">viel &#228;ndern</a>, damit Whistleblowing seine Kraft als Fr&#252;hwarnsystem zur Bewahrung des Lebens zuk&#252;nftig besser entfalten kann.</p>
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		<title>Radiotipp: Arbeitgebermobbing mit Anwaltshilfe</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 12:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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		<description><![CDATA["Unrecht des St&#228;rkeren" so lautet der Titel eines 55mi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Unrecht des St&#228;rkeren&#8221;</strong> so lautet der Titel eines 55min&#252;tigen Radiofeatures, in dem es darum geht, welcher Mittel sich einige Arbeitgeber und deren Anw&#228;lte heute bedienen, um unliebsame Mitarbeiter und darunter sicher auch so manchen Whistleblower, los zu werden.</p>
<blockquote><p>Solche Kanzleien bewegen sich hart am Rande der Legalit&#228;t: Detektive werden in Unternehmen eingeschleust, um Gr&#252;nde f&#252;r die fristlose K&#252;ndigung eigentlich &#8220;unk&#252;ndbarer&#8221; Arbeitnehmer zu konstruieren; befreundete Unternehmen werden beauftragt, unliebsame aber nicht k&#252;ndbare Arbeitnehmer mit der Zahlung h&#246;herer Bez&#252;ge abzuwerben und ihnen die neue Stelle dann in der Probezeit zu k&#252;ndigen, selbstbewusste Betriebsr&#228;te werden mit zahllosen Klagen und K&#252;ndigungen m&#252;rbe gemacht. Arbeitgeber-Mobbing nennt man das und es steht derzeit hoch im Kurs. Auf der Strecke bleiben gedem&#252;tigte Arbeitnehmer, eingesch&#252;chterte Betriebsr&#228;te und Belegschaften &#8211; und ein besch&#228;digtes Arbeitsrecht. Aber es gibt auch M&#246;glichkeiten, sich dagegen zu wehren!</p></blockquote>
<p>Die Sendung wird ausgestrahlt am<a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/feature/-/id=659934/nid=659934/did=6380486/43mtpd/index.html"> Mittwoch, 30.06.2010 von 22.05 bis 23.00 Uhr auf SWR2</a> und auch auf <a href="http://www.wdr5.de/sendungen/dok-5.html">WDR5 n&#228;mlich am Sonntag, 4.7.2010 von 11.05 bis 12.00 Uhr und am 5.7.2010 von 20.05 bis 21.00 Uhr</a>.</p>
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		<title>BAG: Sieg f&#252;r &#8220;Emmely&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 15:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zun&#228;chst einmal sei an dieser Stelle ein herzlicher Gl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zun&#228;chst einmal sei an dieser Stelle ein herzlicher Gl&#252;ckwunsch an &#8220;Emmely&#8221; und alle ihre Unterst&#252;tzerinnen und Unterst&#252;tzer gerichtet. Der lange und schwere Weg war erfolgreich, das Bundesarbeitsgericht hat heute die K&#252;ndigung aufgehoben. Viel Spa&#223; beim feiern!</p>
<p>Obwohl das Urteil dem Verfasser dieser Zeilen noch nicht vorliegt lassen sich bereits aus der <a href="http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&amp;Art=pm&amp;Datum=2010&amp;nr=14384&amp;pos=0&amp;anz=42" mce_href="http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&amp;Art=pm&amp;Datum=2010&amp;nr=14384&amp;pos=0&amp;anz=42">Presseerkl&#228;rung des BAG</a> drei Erkenntnisse entnehmen, die auch f&#252;r Whistleblower und deren Arbeitsgerichtsverfahren relevant sein d&#252;rften:</p>
<p><span mce_name="em" mce_style="font-style: italic;" style="font-style: italic;" class="Apple-style-span">1. Das BAG stellt vor allem auf die Umst&#228;nde des Einzelfalls ab</span><br />
Damit sichern sich die Richter auch in Zukunft einen weiten eigenen Handlungsspielraum, bewirken aber letztlich vor allem eins: Rechtsunsicherheit. Bei Whistleblower F&#228;llen gilt weitgehend das Gleiche. Gefordert w&#228;re jetzt eigentlich der Gesetzgeber f&#252;r mehr Klarheit zu sorgen. Aber dieser ignoriert mittlerweile seit fast 20 Jahren die Pflicht aus dem Einigungsvertrag ein Arbeitsgesetzbuch zu schaffen und hat bisher auch in punkto Whistleblowerschutz versagt.</p>
<p><span mce_name="em" mce_style="font-style: italic;" style="font-style: italic;" class="Apple-style-span">2. Prozessverhalten darf nicht zu Lasten der Kl&#228;gerin ber&#252;cksichtigt werden</span><br />
Bereits in <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2009/08/04/emmely-das-bag-und-die-whistleblower/" mce_href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2009/08/04/emmely-das-bag-und-die-whistleblower/">unserem Bericht &#252;ber die Zulassung der Revision im Fall Emmely </a>hatten wir darauf hingewiesen, dass &#228;hnlich wie es bei Emmely das LAG getan hat, auch Whistleblowern immer wieder gerne der Vorwurf gemacht wird, dass sie der so genannten &#8220;Aufkl&#228;rung des Sachverhalts durch Gericht und Arbeitgeber&#8221; immer wieder beharrlich ihre Sicht der Dinge entgegensetzen und aus diesem Verhalten dann der Vertrauensverlust abgeleitet und zur Rechtfertigung der Aufl&#246;sung des Arbeitsverh&#228;ltnisses herangezogen wird. Hierzu sagt das BAG nunmehr recht deutlich: &#8220;Dagegen konnte das Prozessverhalten der Kl&#228;gerin nicht zu ihren Lasten gehen. Es l&#228;sst keine R&#252;ckschl&#252;sse auf eine vertragsrelevante Unzuverl&#228;ssigkeit zu. Es ersch&#246;pfte sich in einer m&#246;glicherweise ungeschickten und widerspr&#252;chlichen Verteidigung. &#8221; Immerhin!</p>
<p><span mce_name="em" mce_style="font-style: italic;" style="font-style: italic;" class="Apple-style-span">3. &#214;ffentlicher Druck und Solidarit&#228;t hilft &#8211; zumindest manchmal</span><br />
Gerade bei der hier und anderswo vorgenommenen &#8220;Abw&#228;gung im Einzelfall&#8221; sind auf dem Boden des Rechts meist beide m&#246;glichen Entscheidungen begr&#252;ndbar. Daher kann man sich bei Betrachtung der Geschichte des Falles Emmely und der erreichten &#214;ffentlichkeits- und Skandalisierungswirkungen nicht vollends dem Gedanken verschlie&#223;en, dass das weitgehend negative Echo welches das LAG-Urteil erfahren hat, nicht spurlos an den BAG Richtern vorbeigegangen ist. Auch die Dritte Gewalt bedarf halt der Kontrolle durch die 4. Gewalt und den Souver&#228;n. Zu beidem ist es aber nur gekommen, dank des Engangements und der Solidarisierung vieler Menschen und Organisationen. Genau diese Unterst&#252;tzung brauchen auch Whistleblower! Helfen Sie Whistleblower-Netzwerk dabei dies zu f&#246;rdern!</p>
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		<title>&#214;lkatastrophe am Golf &#8211; BP ignorierte Whistleblower</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 07:53:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[W&#228;hrend das ausstr&#246;mende &#214;l immer gr&#246;&#223;ere Teile de [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend das ausstr&#246;mende &#214;l immer gr&#246;&#223;ere Teile des Golfs von Mexiko verseucht (<a href="http://www.ifitwasmyhome.com/">hier ein illustrativer Fl&#228;chenvergleich mit Zuhause</a>) warnt die US-NGO Food &#038; Water Watch (FFW) vor einer drohenden, noch gr&#246;&#223;eren Katastrophe. </p>
<p>Auf der Webseite <a href="http://www.spillthetruth.org/">http://www.spillthetruth.org/</a> dokumentiert sie die Warnungen des Whistleblowers Kenneth Abbott. BP wusste demnach bereits mindestens seit dem 15.August 2008 dass &#8220;hunderte wenn nicht tausende von Seiten&#8221; der Sicherheits-Dokumentationen ihrer Altlantis &#214;lplattform fehlen. Atlantis ist, ebenso wie dies Deepwater Horizont war, eine Offshore-Plattform im Golf von Mexiko, allerdings noch wesentlich gr&#246;&#223;er. </p>
<p>Problematisch ist das Fehlen von Teilen der Sicherheitsdokumentation vor allem weil an der Konstruktion solcher Plattformen eine sehr gro&#223;e Zahl von Vertragspartnern und Untervertragspartnern mitwirkt und es immer wieder zu Abweichungen von den urspr&#252;nglichen Bau- und Betriebspl&#228;nen kommt. Wo diese nicht hinreichend Dokumentiert sind sind Katastrophen letztlich vorprogrammiert. </p>
<p>Abbott hatte sich bereits im M&#228;rz 2009 an den Ombudsmann von BP und auch an die US-Aufsichtsbeh&#246;rde Mineral Management Service (MMS) gewandt. Passiert ist jedoch nichts. Am 17.3.2010 hat er schlie&#223;lich mit Unterst&#252;tzung von FFW Klage gegen MMS auf Schlie&#223;ung von Atlantis, bis zu jenem Zeitpunkt zu dem BP einen sicheren Betrieb nachweisen kann, eingereicht.</p>
<p>Die Frage liegt auf der Hand, ob auch die Deepwater Horizont Katastrophe h&#228;tte verhindert werden k&#246;nnen, falls BP &#252;ber ein Jahr zuvor das Vorbringen von Kenneth Abbott ernst genommen h&#228;tte. Stattdessen wurde der Vertrag mit Abbott nicht wie urspr&#252;nglich geplant verl&#228;ngert, wogegen Whistleblower Abbott auch nach US-Recht schutzlos war. Diese Whistleblowing-Dimension des Falles wird n&#228;her beleuchtet in GAP-Video &#8220;<a href="http://whistleblower.org/multimedia/whistle-where-you-work">Whistle Where You Work #26&#8243;</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Verdachtsk&#252;ndigungen und Loyalit&#228;t im Arbeitsrecht &#8211; Nachlese und Ausblick</title>
		<link>http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/03/verdachtskuendigungen-und-loyalitaet-im-arbeitsrecht-nachlese-und-ausblick/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 19:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachlese zur Diskussionsveranstaltung" Arbeitsrecht und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Nachlese </strong>zur <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/06/01/veranstaltungstipps-zweimal-berlin/">Diskussionsveranstaltung&#8221; Arbeitsrecht und Menschenw&#252;rde in der Krise&#8221;</a> am 1.6.2010<br />
Veranstalter: Stiftung Menschenw&#252;rde und Arbeitswelt; Arbeitskreis âArbeit-Teilhabe-Gerechtigkeitâ in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Komitee âSolidarit&#228;t mit Emmelyâ.</em></p>
<p>Thematischer Mittelpunkt der Veranstaltung bildeten Bagatell- und Verdachtsk&#252;ndigungen. Dabei tr&#228;fen vor dem Arbeitsgericht âkriegsf&#252;hrenden Parteienâ aufeinander. Aufgabe der Arbeitsrichter sei es, mittels einer Waagschale die Grenzverl&#228;ufe zu definieren. Die von den Richtern und Kommentatoren entwickelte Vorstellung, dass f&#252;r das fortbestehen Arbeitsverh&#228;ltnisse, ein âbesonderes Vertrauensverh&#228;ltnisâ notwendig sei, gebe im Streitfalle fast regelm&#228;&#223;ig den Ausschlag zu den verk&#252;ndeten Arbeitsbeendigungen. Im Laufe der Diskussion wurde dieses von der Rechtsprechung vorausgesetztes und sch&#252;tzenswertes Vertrauensverh&#228;ltnis kritisch hinterfragt. Dies geschah in Hinblick auf seine feudalistischen Wurzeln, der Angemessenheitspr&#252;fung, der M&#246;glichkeit vertrauensbildenden und heilenden Ma&#223;nahmen bis hin zur Notwendigkeit der Neudefinition des Vertrauensprinzips im K&#252;ndigungsrecht. </p>
<p>Ein Anwesender ehrenamtlicher Richter &#228;u&#223;erte sein Unverst&#228;ndnis dar&#252;ber das erst jetzt im âFall Emmelyâ eine Debatte um die Verdachts- und Vertrauensk&#252;ndigung entstehe. Wie umstritten diese Rechtspraxis inzwischen in Politik und Judikative aktuell ist zeigten die ausgew&#228;hlten Zitate zum âFall Emmelyâ.&#8212;-Bundestagsvizepr&#228;sident Wolfgang Thierse: &#8220;Das ist ein barbarisches Urteil von asozialer Qualit&#228;t.&#8221; Worauf hin der Berliner Anwaltsverein den R&#252;cktritt forderte sowie die &#196;u&#223;erungen der Pr&#228;sidentin des Bundesarbeitsgerichts (BAG), Ingrid Schmidt hierzu, &#8220;Es gibt keine Bagatellen&#8221;âŚ&#8221;. Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber etwas entwenden, zeigten ein Verhalten, das &#8220;mit fehlendem Anstand&#8221; zu tun habe. &#8212;<br />
Dabei war durch die Staatsanwaltschaft nicht bewiesen worden, das Emmely Ihrem Arbeitgeber etwas entwendet hatte. Die meisten Kollegen schwiegen aus Angst. Entlastende Zeugnisse zu finden wurde f&#252;r Emmely schwierig.  Im Zweifel f&#252;r den Angeklagten? Dieser Satz aus dem Strafrecht gilt nicht so im deutschen Arbeitsrecht, dass das Rechtsinstitut der Verdachtsk&#252;ndigung benutzt ohne das eine Straftat nachgewiesen worden sein muss. Die begr&#252;ndete Vermutung, dass das Mittel der Verdachtsk&#252;ndigung auf Grund einer Bagatelle ausgesprochen wurde, um die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern und die &#252;brige Belegschaft einzusch&#252;chtern wirkte sich damals nicht prozessrelevant aus. </p>
<p>Die Richterin im âFall Emmelyâ urteilte auch im Fall der Whistleblowerin Brigitte Heinisch mit den Instrument des âgest&#246;rten Vertrauensâ zur Beendigung des Arbeitsverh&#228;ltnis. Frau Heinisch warf man nicht vor 1,30âŹ sondern Informationen nach Au&#223;en getragen zu haben und wurde ebenfalls gek&#252;ndigt. Die Frage an das Podium, ob den aus Sicht der Experten ein F&#246;rderung des Whistleblowertums sich nachhaltig auf die Demokratisierung des Arbeitslebens auswirken k&#246;nne und sich auch im Bereich der Beweisf&#252;hrung in den Gerichtsprozessen zu mehr Transparenz und damit auch zu einem gerechteren Urteilsfindung f&#252;hren w&#252;rde blieb, von Teilnehmern des Podiums unbeantwortet. Viele Veranstaltungsteilnehmer h&#246;rten den Fachbegriff âWhistleblowerâ zum ersten Mal. Ein Rechtsanwalt wiederholte inzwischen schon gebetsm&#252;hlenartig verbreitete Rechtsauffassung, dass der Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) die freie Meinungsstreit&#228;u&#223;erung am Arbeitsplatz sch&#252;tzen w&#252;rde und im Ergebnis Whistleblower deshalb mit ihren Anliegen nur scheitern w&#252;rden, weil sie schon im Vorfeld der rechtlichen Auseinandersetzung sich im juristischen Sinne fehlerhaft verhalten w&#252;rden. Frau Heinisch trat in der Diskussion einem weiteren Vorurteil gegen&#252;ber âwhistleblowingâ, dem Skandalisierungsvorwurf entgegen, indem sie feststellte, das nicht die Ver&#246;ffentlichung von offiziell festgestellten Missst&#228;nden in der Altenpflege ist in diesem Whistleblowerfall der Skandal sei, sondern der Pflegenotstand selbst der Skandal ist. Ebenso wie die Tatsache, das die Verantwortlichen die unt&#228;tig blieben nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern belohnt werden und letztendlich die Justiz diesen als menschenunw&#252;rdig erlebten Treiben offenbar keinen Einhalt gebietet.</p>
<p>Insgesamt gab sich dass Podium optimistische in seiner perspektivischen Einsch&#228;tzung. Die gro&#223;e Teilnehmerzahl der Veranstaltungen zu diesem Thema, als Spiegel des &#246;ffentlichen Interesses, w&#252;rde die Richter zuk&#252;nftig noch mehr motivieren, mehr Kreativit&#228;t bei der Anwendung und Interpretation der Rechtsnormen zu zeigen und veranlassen neue Wege zu gehen. Frau Dr. Herta D&#228;ubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.) sprach sich gegen weitere Lockerungen des K&#252;ndigungsschutzes aus. Dr. Ingrid Artus betonte die immer h&#228;ufiger gezeigte Zivilcourage von immer mehr Frauen im Arbeitsleben und sprach sich f&#252;r die Entlohnung von Hausarbeit aus, um hier den Druck vom Arbeitsmarkt zu nehmen. Rechtsanwalt  Staehle verwies auch auf die M&#246;glichkeit, dass ein Arbeitnehmer, der das Vertrauen in seinen Prinzipal verloren habe auch in das Recht besitze zu k&#252;ndigen. Insgesamt wurde deutlich dass auf Seiten des Podiums ein uneingeschr&#228;nktes Vertrauen in die Personen und Gesetze der Rechtsfindung und Rechtsprechung, ja in das gesamte Justizsystem bestehe und es g&#228;lte lediglich an einzelne Stellen nachzujustieren und Richter zu motivieren. Auf der Seite der Teilnehmer fanden tiefe Betroffenheit, Entsetzen, Unverst&#228;ndnis und Emp&#246;rung ihren sprachlichen Ausdruck. Es wurde vereinzelt die Abschaffung der Verdachts- und Bagatellk&#252;ndigung gefordert.</p>
<p>Emmely als Ausl&#246;ser der Diskussion und gleichzeitig Betroffene ergriff nicht das Wort, &#252;berlie&#223; das Reden dem Diskutanten. Mittels Stellw&#228;nden informierte sie &#252;ber ihren Rechtsstreit mit dem Lebensmittelh&#228;ndler âKaisersâ. Emmely erfuhr uneingeschr&#228;nkt wohlwollende Sympathy und Solidarit&#228;t. In den Gespr&#228;chen &#228;nderte sich die Begrifflichkeiten. Von dem âFall Emmelyâ hin, zu den âvielen EmmelyÂ´s in Deutschlandâ die das gleiche Schicksal teilen. </p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong>Ausblick:</strong></p>
<p>Die Leute vom Solidarit&#228;ts-Komitee werden am <a href="http://www.bundesarbeitsgericht.de/termine/junitermine.html#10">10. Juni zur Revisionsverhandlung von Emmelys K&#252;ndigungsschutzklage in Erfurt</a> sein und freuen sich, wenn viele Menschen Emmely begleiten. Wir zitieren aus deren Email:</p>
<blockquote><p>So sieht unsere Zeitplanung f&#252;r den 10. Juni aus:</p>
<p>- 10 Uhr Kundgebung<br />
 auf dem Vorplatz des Bundesarbeitsgerichts<br />
 Hugo-Preu&#223;-Platz 1<br />
 99084 Erfurt</p>
<p> Wir denken, dass es dem Anlass angemessen ist, nicht einfach nur dem Prozess bei zu wohnen, sondern vorab unsere Erfahrungen  mit und Erwartungen an die Arbeitsrichter aus zu dr&#252;cken.  Wir  hoffen, dass Ihr Euch daran beteiligt.</p>
<p>- 11:30 Prozessbeginn<br />
 Der Prozess ist &#246;ffentlich.  Wir freuen uns &#252;ber Publikum, denn  die Debatte der letzten zwei Jahre zeigt: Den Arbeitsgerichten  auf die Finger gucken, ist dringend geboten.</p>
<p> Uns wurde gesagt, dass an dem Tag extra eine mobile  Einlassschleuse aufgebaut wird.  Die Polizei wird da sein.  Das alles ist in Erfurt wohl nicht &#252;blich, wir wissen auch nicht, wozu das gut sein soll, aber so sei es.  Vielleicht hat jemand Angst?  Die Pl&#228;tze im Saal werden nach dem nach dem Prinzip, wer zuerst kommt, bekommt die Pl&#228;tze vergeben, eine  Reservierung gibt es f&#252;rs Publikum nicht.</p>
<p>- ??:?? Urteilsverk&#252;ndung<br />
 Es ist unklar, wie lange die Verhandlung dauern wird und wann  das Urteil verk&#252;ndet wird.  Es k&#246;nnte auch vertagt werden.</p>
<p>- ??:?? + 30 Minuten: Pressekonferenz beim DGB nach der Urteilverk&#252;ndung/Verschiebung:</p>
<p>- 17:00 Kundgebung des Erfurter B&#252;ndnisses f&#252;r soziale  Gerechtigkeit Auf dem Erfurter Anger, in der Innenstadt  Erfurts, etwa 2 km vom Bundesarbeitsgericht entfernt.</p>
<p> Seit langem findet jeden Donnerstag um 17 Uhr in Erfurt eine Kundgebung des B&#252;ndnisses f&#252;r soziale Gerechtigkeit statt.  Wir  werden dort hingehen und &#252;ber den Prozess und unsere  Erfahrungen mit der Kampagne gegen Bagatell- und Verdachtsk&#252;ndigung berichten.</p>
<p>- In Berlin gibt es um 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Kaisers an der Revaler Stra&#223;e//Wahrschauer Stra&#223;e, um die Meinung zum Ausgang des Urteils &#246;ffentlich auszudr&#252;cken.
</p></blockquote>
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