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	<title>Whistleblower-Netzwerk &#187; Korruption</title>
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		<title>SPD-Fraktion beschlie&#223;t Gesetzesentwurf zum Whistleblowerschutz</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 07:21:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was lange w&#228;hrt. Bereits vor &#252;ber einem Jahr hatte di [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was lange w&#228;hrt. Bereits vor &#252;ber einem Jahr hatte die SPD Bundestagsfraktion einen Gesetzesentwurf zum Schutz von Whistleblowern/Hinweisgebern <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/01/20/spd-kuendigt-gesetzentwurf-zum-informantenschutz-an/">angek&#252;ndigt</a>. Nun scheint ein konkreter Text vorzuliegen und soll noch in dieser Woche offiziell in den Bundestag eingebracht werden. Dies ergibt sich aus <a href="http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&#038;n_firmanr_=109407&#038;sektor=pm&#038;detail=1&#038;r=482749&#038;sid=&#038;aktion=jour_pm&#038;quelle=0">zwei</a> <a href="http://www.spd.de/aktuelles/News/23694/20120207_whistleblower_schutz.html">Pressemitteilungen</a> der SPD und <a href="http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-02/gesetzentwurf-whistleblower">mehreren</a> <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/transparenz-gesetzentwurf-will-besseren-schutz-von-whistleblowern/6169092.html">Berichten</a> in den Medien.</p>
<p>Nach den uns vorliegenden Informationen verfolgt die SPD den Ansatz eines eigenst&#228;ndigen Gesetzes. Dies ist aus Sicht von Whistleblower-Netzwerk ein Vorteil gegen&#252;ber den lediglich auf die &#196;nderung bestehender arbeits- und beamtenrechtlicher Regelungen setzenden Vorschl&#228;gen von <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/251/1/lang,de/">B&#252;ndnis90/Die Gr&#252;nen</a>, dem <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/09/08/berliner-senat-kopiert-csu-vorschlag-zum-whistleblower-schutz/">Land Berlin</a> und der <a href="http://webarchiv.bundestag.de/archive/2010/0304/bundestag/ausschuesse/a10/anhoerungen/a10_81/16_10_849.pdf">gro&#223;en Koalition des Jahres 2008</a>. Erst eine genaue Analyse des SPD-Vorschlages wird jedoch zeigen, ob die SPD auch bereit ist, die sich hierdurch er&#246;ffnenden gr&#246;&#223;eren M&#246;glichkeiten f&#252;r den Schutz von Whistleblowern zu nutzen. Wie dies aussehen sollte, hat <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/229/1/lang,de/">Whistleblower-Netzwerk e.V. in seinem eigenen Gesetzesvorschlag</a> schon im April 2011 aufgezeigt.</p>
<p>Spannend wird auch zu beobachten, welche Voraussetzungen die SPD an &#8220;rechtm&#228;&#223;ige Hinweise&#8221; kn&#252;pfen wird, denn nur jene sollen den Schutz des Benachteiligungs- und K&#252;ndigungsverbotes ausl&#246;sen. Jedenfalls sollen &#8220;leichtfertige&#8221; Hinweise auch nach dem Willen der SPD wohl nicht gesch&#252;tzt werden. Unklar ist allerdings noch, wer das Vorliegen von Leichtfertigkeit im Streitfall wird beweisen m&#252;ssen. Zur Durchsetzung des Benachteiligungsverbots will die SPD dem Whistleblower Anspr&#252;che auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, sowie unter besonderen Voraussetzungen auch ein Leistungsverweigerungsrecht zuerkennen.</p>
<p>Whistleblower-Netzwerk unterst&#252;tzt die Feststellung der SPD, dass es an der Zeit ist die Rechte und Pflichten von Hinweisgebern endlich verbindlich zu regeln und deren Leistungen als Fr&#252;hwarner mit Zivilcourage gesellschaftlich zu w&#252;rdigen. Wir fordern die Koalitionsfraktionen auf, sich diesen Erkenntnissen nicht mehr zu verschlie&#223;en. Die aufgrund eines <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/064/1706492.pdf">Antrags der Linksfraktion</a> am <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37624772_kw09_pa_arbeit_soziales/index.html">27.02.2012 stattfindende &#246;ffentliche Anh&#246;rung </a>im Ausschuss f&#252;r Arbeit und Soziales des Bundestages, bei der Whistleblower-Netzwerk durch seinen Vorsitzenden Guido Strack vertreten sein wird, bietet hierzu eine weitere Gelegenheit. </p>
<p><strong>UPDATE: Mittlerweile liegt eine <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_073/02.html">Pressemitteilung des Bundestages</a> und eine Bundestagsdrucksache mit dem <a href="http://dip.bundestag.de/btd/17/085/1708567.pdf">Text des SPD-Entwurfs</a> vor.<br />
</strong></p>
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		<title>Stellenausschreibung: Whistleblowing f&#252;r Transparency International</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 07:41:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Internationale Sekretariat der Anti-Korruptions Org [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internationale Sekretariat der Anti-Korruptions Organisation Transparency International (TI) in Berlin sucht baldm&#246;glichst eine/n &#8220;<a href="http://www.transparency.org/contact_us/work/jobs#whistleblowing">Programme Coordinator for Whistleblowing</a>&#8220;. Bewerbungsschluss ist der 31.01.2012.</p>
<p>Anlass der Stellenausschreibung ist die Durchf&#252;hrung eines EU-Projekts mit dem, als Nachfolgeprojekt zur <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2009/12/03/ti-studie-zu-whistleblowing-in-10-eu-mitgliedstaaten/">TI-Studie zu Whistleblowing in 10 EU-Mitgliedstaaten,</a> nunmehr die Situation von Whistleblowern und die Rechtslage in allen 27 EU-Mitgliedstaaten erforscht werden soll. Auch die <a href="http://fairwhistleblower.ca/content/international-whistleblowing-conference-brings-together-best-brains">internationale zivilgesellschaftliche Vernetzung im Bereich Whistleblowing</a> will TI unterst&#252;tzen. </p>
<p>TI hatte bereits Ende 2010 Whistleblowing im Rahmen eines <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/11/23/ti-veroeffentlicht-policy-position-zu-whistleblowing/">Policy Papers</a> zu einem Arbeitsschwerpunkt der n&#228;chsten Jahre erkl&#228;rt und zuletzt im eigenen Blog &#252;ber den <a href="http://blog.transparency.org/2012/01/18/german-nurse-shows-need-for-g20-check-up/">Fall von Brigitte Heinisch</a> und die Situation von Whistleblowern in <a href="http://blog.transparency.org/2011/12/27/whistleblowers-in-ireland/">Irland</a> und <a href="http://blog.transparency.org/2012/01/12/blowing-the-whistle-in-central-america-not-as-easy-as-it-sounds/">Mittelamerika</a> berichtet.</p>
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		<title>Buchbesprechung: Whistleblower im nuklear-industriellen Komplex</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 11:08:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist eine gute Tradition, dass im Anschluss an die Ve [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine gute Tradition, dass im Anschluss an die Verleihung des Whistleblowerpreises die Preistr&#228;ger nochmals in Buchform gew&#252;rdigt werden. So haben Dieter Deiseroth und Annegret Falter es auch diesmal wieder unternommen, den Fall des Preistr&#228;gers 2011, Dr. Rainer Moormann und zugleich die Reden zur Preisverleihung, zu dokumentieren. Man darf gespannt sein, ob dies auch noch dem anderen Preistr&#228;ger wiederfahren wird: demjenigen der das Collateral Murder Video an Wikileaks geleakt hat (wof&#252;r Bradley Manning in den USA derzeit angeklagt ist). </p>
<p>Der Fall von Dr. Rainer Moormann spielt am (Kern-)Forschungszentrum in J&#252;lich, an dem Moormann 35 Jahre als Wissenschaftler und Experte f&#252;r Kugelhaufen/Hochtemperatur-Kernreaktoren (HTR) gearbeitet hat. Ein solcher Reaktor war bis 1988 in J&#252;lich als Forschungsreaktor in Betrieb. In der Bundesrepublik setzte man offiziell noch Anfang der 80iger Jahre gro&#223;e Hoffnungen in diesen alternativen Reaktortyp der angeblich &#8220;inh&#228;rent sicher&#8221; sei, weil das, bei anderen Reaktortypen bestehende Risiko der Kernschmelze, bei ihm baulich ausgeschlossen ist. Der f&#252;r die Stromproduktion vorgesehene gro&#223;e Bruder des J&#252;licher Forschungsreaktors in Hamm Uentrop wurde aber schon 1989, nur f&#252;nf Jahre nach seiner Inbetriebnahme, wieder vom Netz genommen. Das Kapitel HTR schien damit f&#252;r die Bundesrepublik beendet und auch f&#252;r einen scheinbar unbedeutenden St&#246;rfall, den es 1978 in J&#252;lich gegeben hatte, interessierte sich niemand mehr.</p>
<p>Dann aber entdeckten die Bef&#252;rworter jener Technologie die M&#246;glichkeit die Technologie HTR mit dem Siegel &#8220;Made in Germany&#8221; im Ausland, zu vermarkten. Z.B. in S&#252;dafrika wurde mit dem Versprechen von sicherer und g&#252;nstiger Energie ein Milliardenprojekt aus der Taufe gehoben. Dr. Moormann hingegen war nicht bereit, sich von dieser Euphorie anstecken zu lassen. Er tat was ein Wissenschaftler tun sollte: er versuchte unerkl&#228;rliche Effekte (z.B. die gegen&#252;ber den Berechnungen in der Praxis erheblich h&#246;here Temperatur im Reaktor im Reaktor) und auch die Ursachen und Folgen des St&#246;rfalls in J&#252;lich zu ergr&#252;nden und er publizierte dar&#252;ber. Seine Erkenntnis: zwar k&#246;nnen beim HTR bestimmte Risiken anderer Kernreaktoren tats&#228;chlich bauartbedingt vermieden werden, dies hei&#223;t aber noch lange nicht, dass jene Technologie risikofrei oder auch nur insgesamt sicherer ist. </p>
<p>Das Moormann Zweifel an <em>ihrem Baby</em> streute, passte den Technologiebef&#252;rwortern nicht ins Konzept. Sie wollten keine neue teure Forschung, um den von Moormann aufgezeigten Problemen nachzugehen, sie hatten kein Interesse daran, dass jemand erfuhr wie knapp die Region zwischen Aachen und K&#246;ln 1978 einer gro&#223;en Nuklearkatastrophe entgangen war. Dies alles war schlecht f&#252;r ihren Ruf und ihre Gesch&#228;fte. Man reagierte, indem man versuchte Moormann als Unglaubw&#252;rdig darzustellen. Seine Aufs&#228;tze wurden in Mails an Kollegen (z.B. im lesenswerten Dokument 5 im Anhang des Buches) als Pamphlete und L&#252;gen, er selbst als verbittert und verr&#252;ckt bezeichnet. Auch das Forschungszentrum J&#252;lich reagierte. Pl&#246;tzlich war kein Geld mehr da, um lang geplante Kongressreisen von Moormann zu bezahlen und versetzt wurde er auch. Doch Moormann blieb standhaft, lies sich nicht einsch&#252;chtern und trug, insbesondere dadurch, dass er auch mit den Medien sprach dazu bei, dass mittlerweile auch das Projekt in S&#252;dafrika gestoppt und die Sensibilit&#228;t f&#252;r die Risiken des HTR auch au&#223;erhalb Deutschlands gewachsen ist. </p>
<p>Das Buch von Deiseroth und Falter dokumentiert diesen Fall in auch f&#252;r Nicht-Techniker verst&#228;ndlicher Sprache und setzt ihn zugleich in Bezug. In Bezug zu den Ereignissen in Fukushima, zu der von TEPCO gesponserten Ausbildung Japanischer Atomwissenschaftler, zum auch dort aufzufinden Gruppendenken der selbsternannten Wissenschaftler-Eliten, die auch dort jene, die schon fr&#252;hzeitig auf Risiken hingewiesen hatten, mundtot machten. In Bezug aber auch zu generellen Fragen im Zusammenhang mit Whistleblowing, z.B. zur Frage wie Journalisten sich ein Bild &#252;ber Whistleblower machen (im Beitrag des WDR-Journalisten Martin Herzog) oder auch zur Frage welchem psychischen Druck Whistleblower ausgesetzt sind, wenn sie auf einmal wahrnehmen, dass ihre Sicht der Welt von ihrer unmittelbaren Umwelt nicht geteilt und vielleicht sogar als unrichtig zur&#252;ckgespiegelt wird. Hierzu hei&#223;t es schon im Vorwort von Ulrich Bartosch: <em>&#8220;Die damit einhergehende Einsamkeit ist schmerzlich und wird sehr wahrscheinlich noch verst&#228;rkt durch die wahrgenomme Gef&#228;hrdung von eigener beruflicher, wirtschaftlicher Zukunft und vielleicht sogar k&#246;rperlicher Unversehrtheit. Man darf sich nicht wundern, wenn solche Menschen auf ihre Umgebung, bisweilen sonderbar, verbissen oder auch unsicher wirken sollten.&#8221;<br />
</em><br />
Umso wichtiger ist es aber, gerade bei der wissenschaftlichen Beurteilung von gesellschaftlich relevanten Risiken, jene Stimmen und die vorgebrachten Argumente als Fr&#252;hwarnsystem ernst zu nehmen. Das vorliegende Buch und der darin geschilderte Fall sind eine wichtige Erinnerung daran.</p>
<p><em>Deiseroth, Dieter; Falter, Annegret (Hg.): Whistleblower im nuklear-industriellen Komplex &#8212; Preisverleihung 2011 &#8211; Dr. Rainer Moormann; ISBN: 978-3-8305-3021-3; 2011.</em></p>
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		<title>Whistleblowing: Wochen-Nachlese</title>
		<link>http://www.whistleblower-net.de/blog/2012/01/13/whistleblowing-wochen-nachlese/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 19:53:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Leider war in der letzten Woche keine Zeit f&#252;r Blogmel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider war in der letzten Woche keine Zeit f&#252;r Blogmeldungen, d.h. aber nicht, dass nichts passiert ist, z.B.:</p>
<p>Der Leiter der Anh&#246;rung im Fall Manning, der <a href="http://www.politico.com/blogs/under-the-radar/2012/01/the-script-for-alleged-wikileaker-bradley-mannings-109863.html">diese nach Skript ausf&#252;hrte</a>, erf&#252;llt die in ihn gesetzten Erwartungen und <a href="http://www.gulli.com/news/17853-militaerrichter-manning-soll-vor-ein-kriegsgericht-2012-01-12?utm_source=twitterfeed&#038;utm_medium=twitter">schl&#228;gt die Er&#246;ffnung eines formellen Milit&#228;rstrafverfahrens gegen Manning vor</a>.</p>
<p>In Deutschland wird wieder f&#252;r die Freilassung Mannings demonstriert: <a href="http://www.gulli.com/news/17833-manning-unterstuetzer-wollen-am-15-januar-in-berlin-demonstrieren-update-2012-01-09">am 15.01.</a> anl&#228;sslich der dezentralen Global-Change Demonstrationen und <a href="http://www.bradleymanning.de/2012/01/freiheit-fur-bradley-manning-demo-am-sa-21-01-12-frankfurt-hauptbahnhofkaisersack/">am 21.01. in einer Pro-Manning-Demo in Frankfurt am Main</a>.</p>
<p>In der Schweiz <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/philipp_hildebrand_tritt_zurueck_1.14232949.html">trat der Pr&#228;sident der Nationalbank wegen eines Devisenspekulationsgesch&#228;fts zur&#252;ck</a>. Der Hinweis darauf stammte von einem Banker, der sich nach Ver&#246;ffentlichung der Geschichte der Staatsanwaltschaft stellte und sich nun wegen Verletzung des Bankgeheimnisses verantworten muss. Den Whistleblower hat dies alles psychisch so sehr ersch&#252;ttert, dass er einen <a href="http://newsbloggers.ch/2012/01/09/devisenaffare-informant/">Selbstmordversuch</a> unternahm. Dies hat eine intensive <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/reto-t-ist-ein-armer-kerl-191661">Diskussion zum Thema Whistleblowing</a> in der Schweiz angeregt, in der sich u.a. auch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Jetzt-beginnt-die-Aera-der-Whistleblower/story/23432257">Rudolf Elmer</a> zu Wort gemeldet hat. </p>
<p>Der Untersuchungsausschuss zum Fall der hessischen Steuerfahnder muss sich einen neunen Vorsitzenden suchen. Der bisherige Vorsitzende Leif Blum, der <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/09/13/nachtrag-zum-gestrigen-liveblogging/">sich u.a. durch das Verbot der Berichterstattung dieses Blogs einen Namen gemacht hatte</a>, hat angesichts der gegen ihn <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/12/10/leif-blum-laesst-ausschussvorsitz-ruhen/">laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen</a> jetzt <a href="http://www.fr-online.de/rhein-main/der-fall-blum-leif-blum-verlaesst-den-ausschuss,1472796,11436978.html">endg&#252;ltig hingeschmissen und auch seine Mitgliedschaft im Untersuchungsausschuss niedergelegt</a>.</p>
<p>Der englischsprachige Blog von Transparency International berichtet &#252;ber <a href="http://blog.transparency.org/2012/01/12/blowing-the-whistle-in-central-america-not-as-easy-as-it-sounds/">Whistleblower in Latein-Amerika und die Gefahren denen sie ausgesetzt sind</a>. Die Forderungen, die diese an die Politik haben, decken sich dabei weitgehend mit denen von Whistleblower-Netzwerk.</p>
<p>Und dann war da noch die Aff&#228;re um die mit gef&#228;hrlichem Industriesilikon gef&#252;llten <a href="http://www.rp-online.de/gesundheit/news/tuev-entzog-pip-siegel-schon-2010-1.2671411http://www.rp-online.de/gesundheit/news/tuev-entzog-pip-siegel-schon-2010-1.2671411">Brustimplantate aus Frankreich</a>: Aufgedeckt durch <a href="http://pharmagossip.blogspot.com/2012/01/breast-implant-scandal-whistleblowers.html?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+blogspot%2FDlJuM+%28PharmaGossip%29">Whistleblower</a>.</p>
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		<title>Radiotipp: Deutschlandradio Kultur &#8211; Breitband &#8211; zu Leakingplattformen</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 21:17:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[An diesem Samstag, den 07.01.2012, ab 14:05 Uhr auf Deu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Samstag, den 07.01.2012, ab 14:05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur, geht es u.a. um Leakingplattformen, Transparenz und Whistleblowing. In der <a href="http://breitband.dradio.de/leakingtrends-wulffsche-authentizitat-und-audio-games/">Ank&#252;ndigung</a> hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Wie weit darf das Leaken von Informationen gehen? Diese Frage steht erneut im Raum, nachdem die Hacker-Gruppe Anonymous Anfang dieser Woche ein Webportal gegen Neonazis gestartet hat. Die Aussteiger-Initiative EXIT h&#228;lt diese Aktion f&#252;r das falsche Mittel im Kampf gegen Rechts. Anlass f&#252;r Breitband, einen Blick auf die Entwicklung von Leakingplattformen seit Wikileaks zu werfen und nach den Wertma&#223;st&#228;ben zu fragen, die beim Leaken gelten sollten. Wir diskutieren mit Guido Strack vom Whistleblower Netzwerk, Christian Humborg, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Transparency International Deutschland und Kollegen Markus Heidmeier, ehemals Leaks-Blog-Autor bei Zeit Online.</p></blockquote>
<p>Weitere Themen sind Wulffsche Authentizit&#228;t und Audio Games. Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch <a href="http://breitband.dradio.de/leakingtrends-wulffsche-authentizitat-und-audio-games/">online abrufbar</a>.</p>
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		<title>Buchbesprechung: Manger, Kritik im Arbeitsverh&#228;ltnis und ihre Grenzen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 10:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Thema der juristischen Promotion des Magdeburger Re [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der juristischen Promotion des Magdeburger Rechtsanwalts Manger  geht deutlich &#252;ber das Thema Whistleblowing hinaus. Nichts desto trotz behandelt Manger den Problemkreis des Whistleblowings bzw. der Arbeitnehmeranzeigen und der Flucht des Arbeitnehmers in die &#214;ffentlichkeit ausf&#252;hrlich. Dabei gelingt es ihm, vielleicht gerade auch wegen seines breiteren Ansatzes, durchaus Aspekte zu beleuchten, die von der bislang in Rechtswissenschaft und Rechtsprechung herrschenden Meinung eher vernachl&#228;ssigt werden.</p>
<p>Zu verdanken ist dies vor allem seiner tiefgehenden Analyse der verfassungsrechtlichen Grundlagen des Kommunikationsgrundrechts der Meinungsfreiheit und seiner expliziten und verfassungsimmanenten Schranken. </p>
<p>Konkret kritisiert Manger z.B. die Ansicht des BAG, wonach anonyme Arbeitnehmeranzeigen nicht in den Schutzbereich des Art. 5 GG fallen sollen und h&#228;lt dem BAG zutreffend sowohl die Rechtsprechung des BGH als auch die Grunds&#228;tze des BVerfG entgegen. So hat der BGH in seiner Spickmich-Entscheidung (<a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Internetrecht/Lehrerbewertung-im-Internet/816-BGH-Az-VI-ZR-19608-Spickmich.de.html">Urteil v. 23.06.2009, Az. VI ZR 196/08</a>) ausgef&#252;hrt: <em>&#8220;Eine Beschr&#228;nkung der Meinungs&#228;u&#223;erungsfreiheit auf &#196;u&#223;erungen, die einem bestimmten Individuum zugeordnet werden k&#246;nnen, ist mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar. Die Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, w&#252;rde nicht nur im schulischen Bereich, um den es im Streitfall geht, die Gefahr begr&#252;nden, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu &#228;u&#223;ern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch das Grundrecht auf freie Meinungs&#228;u&#223;erung entgegen gewirkt werden.&#8221;</em> Weiter verweist Manger auf  zwei presserechtliche Entscheidungen in denen das BVerfG den Schutz der Pressefreiheit aus Art. 5 GG auch auf den Abdruck anonymer Meinungs&#228;u&#223;erungen erstreckt (<a href="http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs19980722_1bvr118390.html">1 BvR 1183/90 vom 22.7.1998</a> und <a href="http://www.kanzlei-prof-schweizer.de/bibliothek/urteile/index.html?id=14719">1 BvR 426/80 vom 20.04.1982</a>) hat und h&#228;tte durchaus auch noch die Entscheidung des BVerfG, <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20060621_2bvr178004.html">2 BvR 1780/04 vom 21.6.2006</a> anf&#252;hren k&#246;nnen, wo trotz anonymer Meinungs&#228;u&#223;erung eine Pr&#252;fung anhand von Art. 5 GG vorgenommen wurde. Art. 5 GG sch&#252;tzt demnach, entgegen der Auffassung des BAG, auch die anonyme Form der Meinungskundgabe, wohingegen anonyme Beh&#246;rdenanzeigen nicht in den Schutzbereich des Art. 17 GG fallen. </p>
<p>Was die Zul&#228;ssigkeit des Whistleblowings angeht, so stellt Manger zun&#228;chst die Interessen des Arbeitgebers (Geheimhaltung, Au&#223;endarstellung, Schadensabwendung, Wunsch nicht &#8220;verraten&#8221; zu werden, Unternehmerische Freiheit, M&#246;glichkeit zur Abhilfe, Schutz vor Denunzianten und Kampf gegen die &#8220;innere K&#252;ndigungsmentalit&#228;t&#8221; der Arbeitnehmer) und der Arbeitnehmer als potentiellen Whistleblower (Anzeigepflicht und Anzeigerecht, Nutzen f&#252;r die Gesellschaft, Anonymit&#228;t und Gutgl&#228;ubigkeit) dar. Hinsichtlich der, nicht bewusst oder leichtfertig falschen, Anzeige an eine Beh&#246;rde kommt er dann aber zu dem Ergebnis, dass die Er&#246;ffnung des Anwendungsbereiches der Meinungsfreiheit einen umfassenden Schutz ausl&#246;st: <em>&#8220;Das Aufdecken und die Sanktion von Rechtsverst&#246;&#223;en liegen im Interesse der Allgemeinheit. Dies f&#252;hrt dazu, dass sich der Arbeitnehmer auf das Gewichtungskriterium der Vermutung f&#252;r die Zul&#228;ssigkeit der freien Rede berufen kann. Hinzu kommt die Wechselwirkungslehre des BVerfG, wonach die Loyalit&#228;tspflicht aus der Erkenntnis der wertsetzenden Bedeutung des Art. 5 Abs. 1 GG im freiheitlichen demokratischen Staat ausgelegt wird. Die Vorgaben des BVerfG aus dem <a href="http://www.bverfg.de/en/decisions/rk20011002_1bvr137201.html">Urteil vom 02.07.2001</a> sind deshalb eindeutig. Der Arbeitnehmer hat grunds&#228;tzlich ein Anzeigerecht.&#8221;</em></p>
<p>Trotz dieser recht klaren Worte will Manger in bestimmten Konstellationen ausnahmsweise eine, aus dem Vertrauensverh&#228;ltnis abzuleitende arbeitsvertragliche, Nebenpflicht anerkennen, einen vorherigen Abhilfeversuch beim Arbeitgeber (internes Whistleblowing) unternehmen zu m&#252;ssen. Anders als das BAG allerdings au&#223;erhalb des Anwendungsbereichs von § 17 Abs. 2 ArbSchG nur dann, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der ihm zur Verf&#252;gung stehenden Informationen davon ausgehen muss, dass weder der Arbeitgeber noch einer seine Vertreter (unter Verweis auf § 278 BGB) Kenntnis von dem Missstand hatten und der Arbeitgeber ein internes Meldesystem eingerichtet hat. Selbst wenn all diese Voraussetzungen gegeben sind, h&#228;lt Manger eine K&#252;ndigung wegen des Ausbleibens eines Abhilfeversuchs beim Arbeitgeber jedoch f&#252;r unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig. Hier reiche eine Abmahnung aus.</p>
<p>Bei der Information der &#214;ffentlichkeit durch Whistleblower unterscheidet Manger drei Fallgruppen: 1. Mit der Bekanntgabe von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen bzw. vertraulichen Informationen m&#252;sse sich der Arbeitnehmer zur&#252;ckhalten. 2. Bei Rechtsverst&#246;&#223;en des Arbeitgebers, k&#246;nne, soweit es sich nicht um Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnisse handele, die Offenbarung der zugrunde liegenden Tatsachen nur bei f&#252;r die &#214;ffentlichkeit gewichtigen Fragen ausnahmsweise erforderlich und zul&#228;ssig sein. 3. Sind hingegen blo&#223;e Meinungskundgaben ohne Bezug zu Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen nach Manger grunds&#228;tzlich zul&#228;ssig, soweit sie die Ehre Dritter nicht verletzen und der Arbeitnehmer seine Stellung nicht ausnutzt um seinem Arbeitgeber Schaden zuzuf&#252;gen.</p>
<p>Interessant sind auch die Ausf&#252;hrungen Mangers zum Mobbing (welches er mit der Rechtsprechung nur unter sehr engen Voraussetzungen als gegeben ansieht) und zur Relativit&#228;t des Schuldverh&#228;ltnisses Arbeitsvertrag, aus welcher er folgert, dass negative &#196;u&#223;erungen und selbst Ehrverletzungen gegen&#252;ber Kollegen (anders jedoch bei Kunden) als solche nicht zwangsl&#228;ufig Auswirkungen auf jenen Arbeitsvertrag haben sollten, sondern allenfalls wenn daraus konkrete Beeintr&#228;chtigungen des Arbeitsverh&#228;ltnisses resultieren. Wenn Manger an anderer Stelle herausarbeitet, dass der Gesetzgeber dem Arbeitgeber mit dem AGG ausnahmsweise besondere gesellschaftliche Aufgaben zur Verhinderungen von Diskriminierungen &#252;bertragen hat, so regt dies zum Nachdenken dar&#252;ber an, ob eine solche &#220;bertragung auch generell im Bereich der Kriminalit&#228;tsbek&#228;mpfung, die Unternehmen zunehmend f&#252;r sich in Anspruch nehmen, stattgefunden hat.</p>
<p><em>Manger, Michael: Kritik im Arbeitsverh&#228;ltnis und ihre Grenzen &#8212; Unter Ber&#252;cksichtigung der Relativit&#228;t der Schuldverh&#228;ltnisse; Verlag Dr. Kovac, ISBN: 978-3-8300-5807-6; 2011</em></p>
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		<title>Hinweise auf &#246;ffentliche Gerichtsverhandlungen</title>
		<link>http://www.whistleblower-net.de/blog/2012/01/03/hinweise-auf-oeffentliche-gerichtsverhandlungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 09:49:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie bereits angek&#252;ndigt, stehen im Januar gleich mehre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/12/31/zwischen-den-jahren/">bereits angek&#252;ndigt</a>, stehen im Januar gleich mehrere Gerichtsverhandlungen an, die vom Whistleblower-Netzwerk e.V. begleitet werden:</p>
<p>Die erste Verhandlung findet morgen, am <strong>04.01.2012 um 12:00 Uhr in Berlin, Arbeitsgericht, Magdeburger Platz 1, Raum 522</strong> statt. Es geht um den Fall von Angelika-Maria Konietzko, die alles tat um als Pflegerin Demenzpatienten die notwendige Pflege zukommen zu lassen und jetzt eventuell ins Gef&#228;ngnis muss. Ihr Fall wurde vor einigen Tagen i<a href="http://www.taz.de/Wegen-zu-intensiver-Betreuung/!84608/">n der Taz ausf&#252;hrlich beschrieben</a>.</p>
<p>Voraussichtlich <strong>am 17.01.2012 um 12:00 Uhr findet vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Gutleutstra&#223;e 130,</strong> die n&#228;chste Verhandlung in Sachen der Whistleblowerin Andrea Fuchs gegen <a href="http://www.corporate-portal.dzbank.de/">DZ-Bank</a> statt. Diesen Fall haben wir im Rahmen unserer <a href="http://www.whistleblower-net.de/ausstellung/Andrea_Fuchs.htm">Ausstellung</a> dokumentiert. Aktuell geht es um die Abwehr einer weiteren K&#252;ndigung, die gegen Frau Fuchs im Zusammenhang mit der Ver&#246;ffentlichung ihres Buches &#8220;<a href="http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&#038;keywords=die+judasbank&#038;tag=googhydr08-21&#038;index=stripbooks&#038;hvadid=8035110921&#038;ref=pd_sl_9cr0e78yvy_b">Die Judasbank</a>&#8221; ausgesprochen worden war. </p>
<p>Am <a href="http://curia.europa.eu/jcms/jcms/Jo1_6581/?dateDebut=19/01/2012&#038;dateFin=19/01/2012"><strong>19.01.2012 ab 15:00 Uhr </a>schlie&#223;lich steht vor dem Gericht der Europ&#228;ischen Union f&#252;r den &#214;ffentlichen Dienst, in Luxemburg,</strong> Rue du Fort Niedergr&#252;newald, eine weitere Runde der <a href="http://www.wdr.de/tv/bab/sendungsbeitraege/2011/1412/whistleblower.jsp">Verfahren des EU-Beamten</a> <a href="http://www.whistleblower-net.de/ausstellung/Guido_Strack.htm">Guido Strack </a>gegen die Europ&#228;ische Kommission an. Gegenstand ist seine abgelehnte Stellenbewerbung aus dem Jahre 2004, mit der sich das Gericht nach einem <a href="http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&#038;docid=68574&#038;pageIndex=0&#038;doclang=de&#038;mode=lst&#038;dir=&#038;occ=first&#038;part=1&#038;cid=426768">ersten Urteil </a>welches in einem Berufungsverfahren <a href="http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&#038;docid=81723&#038;pageIndex=0&#038;doclang=DE&#038;mode=lst&#038;dir=&#038;occ=first&#038;part=1&#038;cid=426887">teilweise aufgehoben</a> wurde, jetzt erneut besch&#228;ftigen muss. </p>
<p><em>Bitte beachten Sie, dass sich die angek&#252;ndigten Termine eventuell auch kurzfristig noch verschieben k&#246;nnen.</em></p>
<p>PS: Einen Hinweis h&#228;tten wir noch. Es ist zwar kein Whistleblowing-Fall im engeren Sinne, aber es geht um das Ansehen Deutschlands in der Welt und die &#8211; auch f&#252;r viele Whistleblower nicht unerhebliche &#8211; Frage inwieweit unsere Justiz bereit und in der Lage ist, F&#228;lle von m&#246;glichem Missbrauch staatlicher Gewalt r&#252;ckhaltlos aufzukl&#228;ren und zu sanktionieren:  <a href="http://thevoiceforum.org/node/2366">The VOICE Refugee Forum</a> ruft zu einer<strong> Kundgebung und Prozessbeobachtung auf, am Montag den 09.01.2012 um 09:30 Uhr vor dem Landgericht Magdeburg</strong>. Es geht um den bis heute nicht aufgekl&#228;rten Tod von Oury Jalloh der am 07.01.2005 in Zelle Nr. 5 des Polizeireviers in Dessau verbrannte. </p>
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		<title>Petition zur Freilassung von Gustl Mollath wegen gravierender Verfahrensfehler und Falschgutachten</title>
		<link>http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/12/31/petition-zur-freilassung-von-gustl-mollath-wegen-gravierender-verfahrensfehler-und-falschgutachten/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 16:38:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Edith und Gerhard D&#246;rner von der AG Solidarit&#228;t mit G [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Edith und Gerhard D&#246;rner von der AG Solidarit&#228;t mit Gustl Mollath aus N&#252;rnberg haben jetzt bei OpenPetition.de eine <a href="http://openpetition.de/petition/online/freilassung-von-gustl-mollath-wegen-gravierender-verfahrensfehler-und-falschgutachten">Petition an den Bayerischen Landtag zur Mitzeichnung eingestellt</a>. </p>
<p>Wir hatten bereits &#252;ber den Fall Mollath, der auf m&#246;gliche Steuerhinterziehung hinwies und seit dem 27.02.2006 in der bayerischen Psychiatrie weggesperrt ist, <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/12/13/tv-tipp-i-gustl-mollath-unschuldig-in-der-psychiatrie/">berichtet</a> und weisen gerne nochmal auf den ausf&#252;hrlichen, <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=8940916/dgvq5/index.html">online abrufbaren</a>, Bericht bei Report Mainz und die <a href="http://www.gustl-for-help.de/index.html">hervorragende Unterst&#252;tzer-Webseite</a> hin.</p>
<p>Die Kernforderungen der aktuellen Petition lauten:</p>
<blockquote><p>• Die sofortige Freilassung von Gustl Mollath aus der forensischen Psychiatrie.</p>
<p>• Die umfassende und unabh&#228;ngige juristische Kl&#228;rung des Falles Mollath, hinsichtlich der Fehlurteile und Falschgutachten, die zu seiner Zwangsverwahrung in den bayerischen Forensiken gef&#252;hrt haben.</p>
<p>• Die juristische Verfolgung der damaligen Anzeigen hinsichtlich von Steuerhinterziehung, Schwarzgeldtransfers und Insidergesch&#228;ften.</p>
<p>Da die Vorg&#228;nge im Fall Gustl Mollath keinen Einzelfall darstellen sondern ein strukturelles Problem sind, fordern wir ebenfalls:</p>
<p>• Die Aufkl&#228;rung &#228;hnlich gelagerter F&#228;lle von Rechtsbeugung und versuchter Psychiatrisierung von Whistleblowern (Hinweisgebern) in Bezug auf Wirtschaftskriminalit&#228;t.</p>
<p>• Die unabh&#228;ngige &#220;berpr&#252;fung der bayerischen forensischen psychiatrischen Anstalten hinsichtlich menschenunw&#252;rdiger Zust&#228;nde und das Abstellen dieser, soweit vorhanden.</p></blockquote>
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		<title>Zwischen den Jahren</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 14:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir wissen, dass wir das Leid der Angeh&#246;rigen der Opfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir wissen, dass wir das Leid der Angeh&#246;rigen der Opfer nicht wiedergutmachen k&#246;nnen. Aber ihnen und uns gemeinsam sind wir es schuldig, die Taten umfassend aufzukl&#228;ren und alle Beteiligten, auch die Helfershelfer, zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist unsere Pflicht, die Werte unserer offenen und freiheitlichen Gesellschaft entschlossen zu verteidigen &#8211; jederzeit und gegen jede Form von Gewalt. Das ist eine Daueraufgabe &#8211; f&#252;r die Politik wie f&#252;r uns alle.</p></blockquote>
<p>So manche Whistleblowerin und so mancher Whistleblower h&#228;tten sich gew&#252;nscht, dass jene <a href="http://www.tagesschau.de/inland/merkelrede108.html">Worte aus der Neujahrsansprache der Kanzlerin</a> auch auf sie bezogen w&#228;ren. Sie w&#252;nschten: Dass in Deutschland Whistleblower nicht l&#228;nger als Nestbeschmutzer diffamiert w&#252;rden. Dass es mehr Ansprechpartner g&#228;be, an die man sich mit Fragen und Hinweisen bez&#252;glich m&#246;glicher Rechtsbr&#252;che wenden k&#246;nnte. Dass diese Ansprechpartner und Ermittlungsbeh&#246;rden &#8211; wie z.B. die <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2010/03/09/eugh-verlangt-wirkliche-unabhaengigkeit/">Staatsanwaltschaften in den meisten anderen Staaten Europas &#8211; unabh&#228;ngig</a> w&#228;ren. Dass die zust&#228;ndigen Stellen den Hinweisen unbefangen und gr&#252;ndlich nachgehen w&#252;rden &#8211; auch dann, wenn die Vorw&#252;rfe zun&#228;chst unglaublich klingen, weil sie sich gegen <a href="http://www.ethikverband.de/cms/front_content.php?client=1&#038;lang=1&#038;idcat=66&#038;idart=628">wohlangesehene Wirtschaftslenker</a> oder hohe und <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13790894/Bundespraesident-Wulff-soll-sich-selbst-anzeigen.html">h&#246;chste Staatsdiener</a> richten. </p>
<p>Dann, h&#228;tte es vielleicht auch bei der Polizei und in den Verfassungsschutz&#228;mtern fr&#252;hzeitig Whistleblower gegeben, die schon vor Jahren erfolgreich h&#228;tten einfordern k&#246;nnen, dass beim rechten Terror &#8211; und auf diesen bezieht sich die Kanzlerin im Eingangszitat &#8211; nicht l&#228;nger bezahlt und weggeschaut wird. So aber wurden die wenigen Whistleblower, die es gab, wie z.B. <a href="http://www.whistleblower-net.de/ausstellung/Sven_Gratzik.htm">Sven Gratzik</a> und seine beiden Kollegen, die beim LKA Sachsen-Anhalt gegen Neo-Nazis vorgingen, zur&#252;ckgepfiffen und ins Puppentheater versetzt. </p>
<p>Whistleblower-Netzwerk e.V. nimmt sich der von der Kanzlerin beschriebenen Daueraufgabe an. Wir bieten auch eine Antwort auf ihre Frage &#8221; Wie lernen wir als Gesellschaft?&#8221;: In dem wir hinschauen, Whistleblowern zuh&#246;ren, ihre Hinweise pr&#252;fen und wo n&#246;tig Konsequenzen daraus ziehen. In dem wir Whistleblowern eine bestm&#246;gliche Chance geben, Ver&#228;nderungen von Missst&#228;nden anzusto&#223;en, ohne selbst dabei zu Schaden zu kommen.</p>
<p>F&#252;r dieses Ziel haben wir auch 2011 gearbeitet: Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, dem <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=dok-zentrum%20anstageslicht.de&#038;source=web&#038;cd=2&#038;ved=0CCwQFjAB&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.anstageslicht.de%2FWhistleblower%2F&#038;ei=WBf_ToveIJDTsgaAgrGADA&#038;usg=AFQjCNH3XBZDBmMIapEHAZplEP0nWlpS7g&#038;sig2=f57AB7U-bSw3yIWWhWKk3w">Dok-Zentrum AnsTageslicht.de</a> haben wir die Geschichte von Sven Gratzik und seiner Kollegen und mehr als zwanzig weitere Whistleblowerf&#228;lle in unserer <a href="http://www.whistleblower-net.de/ausstellung/intro.htm">Ausstellung &#8220;Whistleblowing &#8211; Licht ins Dunkel bringen!&#8221; </a>dokumentiert und pr&#228;sentiert. Im Auftrag der Hans B&#246;ckler Stiftung haben wir in einer <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/244/1/lang,de/">Studie interne Whistleblowing-Systeme</a> in der deutschen Wirtschaft untersucht und ein detailliertes <a href="http://www.boeckler.de/mbf_bvd_gr_whistleblowing.pdf">Gestaltungsraster</a> entwickelt, wie Unternehmen in transparenter Weise und im Dialog mit ihren Mitarbeitern internes Whistleblowing f&#246;rdern und als Fr&#252;hwarnsystem nutzen k&#246;nnen. Wir haben die Diskussion um die Notwendigkeit effektiven gesetzlichen Whistleblowerschutzes national und international eingefordert und konstruktiv begleitet und auch 2011, soweit dies mit unseren bescheidenen Mitteln m&#246;glich, war einzelne Whistleblowerinnen und Whistleblower unterst&#252;tzt. </p>
<p>Erfolge blieben dabei nicht aus: Unser Vorstandsmitglied Brigitte Heinisch hat ein bedeutsames <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/07/21/urteil-des-egmr-whistleblowing-von-meinungsfreiheit-geschuetzt/">Urteil des Europ&#228;ischen Gerichtshofs f&#252;r Menschenrechte</a> erreicht. Unsere Arbeit wurde international wahrgenommen und gew&#252;rdigt, sowohl bei <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/09/16/internationale-ngos-wollen-bestmoeglichen-whistleblowerschutz-in-g20-staaten/">NGOs</a> und im neu gegr&#252;ndete <a href="http://fairwhistleblower.ca/content/international-whistleblowing-conference-brings-together-best-brains">WIN (Whistleblowing International Network)</a> als auch bei der <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/11/29/oecd-legt-studie-und-empfehlungen-fuer-g20-staaten-vor-und-zitiert-whistleblower-netzwerk/">OECD und den G20-Staaten</a>. Wir stehen auch im Dialog mit der <a href="http://www.sicherheitspolitik-blog.de/2011/11/16/interview-mit-guido-strack-whistleblower-netzwerk-e-v/">Wissenschaft</a> und der Politik und auch die Medien greifen unsere Themen und Vorschl&#228;ge immer mal wieder auf. In Deutschland haben wir es mittlerweile immerhin erreicht, dass <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/09/30/bundestagsdebatte-zum-gesetzlichen-whistleblowerschutz/">sich alle Oppositionsfraktionen im Bundestag f&#252;r gesetzlichen Whistleblowerschutz aussprechen</a>. Bis zur Umsetzung unseres <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/229/1/lang,de/">eigenen Gesetzesentwurfs</a> ist es zwar noch<br />
ein weiter Weg, aber wir wollen auch zuk&#252;nftig das Gespr&#228;ch suchen, Schwachpunkte in der bisherigen Rechtslage und den <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2011/12/14/replik-in-sachen-gesetzesentwurf-der-gruenen/">ersten zaghaften &#196;nderungsvorschl&#228;gen der Parteien</a> aufzeigen und effizienten gesetzlichen Whistleblowerschutz einfordern.</p>
<p><strong>Das Jahresende wollen wir nutzen, um all jenen ganz herzlich zu danken, die uns 2011 unterst&#252;tzt haben.</strong> </p>
<p>Unsere Arbeit geht 2012 weiter: Im Januar stehen gleich mehrere Gerichtsverhandlungen von Whistleblowerinnen und Whistleblowern an, die wir begleiten wollen. Im Februar wird es eine <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a11/anhoerungen/index.html">&#246;ffentliche Anh&#246;rung zur Notwendigkeit gesetzlichen Whistleblowerschutzes im Bundestagsausschuss f&#252;r Arbeit und Soziales</a> geben, bei dem wir vertreten sind. Ende M&#228;rz werden wir <a href="http://www.whistleblower-net.de/ausstellung/intro.htm">unsere Ausstellung</a> im Europ&#228;ischen Parlament in Br&#252;ssel pr&#228;sentieren.</p>
<p>Um all dies und noch viel mehr auch 2012 erfolgreich leisten zu k&#246;nnen,  brauchen wir noch mehr Menschen, die unsere Ziele teilen, die mitarbeiten (sei es <a href="http://www.whistleblower-net.de/component/option,com_contact/task,view/contact_id,1/Itemid,4/lang,de/">projektbezogen</a> z.B. bei &#220;bersetzungen unserer Ausstellungstexte oder regelm&#228;&#223;ig als <a href="http://www.whistleblower-net.de/images/stories/downloads/WBNW_beitritt.pdf">neues Vereinsmitglied</a>) und wir brauchen auch mehr <a href="http://www.whistleblower-net.de/component/option,com_wrapper/Itemid,56/lang,de/">Spenden</a> um unsere Aktivit&#228;ten finanzieren zu k&#246;nnen. Hierf&#252;r bitten wir um Ihre Unterst&#252;tzung!</p>
<p><strong>Whistleblower Netzwerk e.V. w&#252;nscht Ihnen allen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2012.<br />
</strong></p>
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		<title>Buchbesprechung: Groneberg, Whistleblowing</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 17:03:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Whistler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die juristische Promotion von Rut Groneberg bietet was  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die juristische Promotion von Rut Groneberg bietet was der Untertitel verspricht: &#8220;Eine rechtsvergleichende Untersuchung des US-amerikanischen, englischen und deutschen Rechts unter besonderer Ber&#252;cksichtigung des Entwurfs eines neuen § 612a BGB&#8221;. </p>
<p>Obwohl erst im Nobember 2011 erschienen, ist die Arbeit im wesentlichen auf dem Stand der Promotionsabgabe im WS 2009/2010. Die neusten Entwicklungen in den USA (Dodd-Frank-Act), auf der Ebene des Europarates (PACE-Entschlie&#223;ung und EGMR Urteil), bei den G20 (Seoul und follow-up), die Empfehlungen von Transparency International oder auch <a href="http://www.whistleblower-net.de/content/view/229/1/lang,de/">unser Vorschlag f&#252;r einen Gesetzesentwurf</a> haben daher keine Ber&#252;cksichtigung mehr finden k&#246;nnen. Dennoch kann die Arbeit, die nach dem Heinisch Urteil des EGMR neu in Gang gekommene Diskussion um die Ausgestaltung eines gesetzlichen Whistleblowerschutzes sicherlich befruchten.</p>
<p>Groneberg erschlie&#223;t die Materie anhand vorangestellter Kapitel zur Kl&#228;rung des Begriffs Whistleblowing, zur Herausarbeitung der unterschiedlichen Interessen sowie zu den Whistleblowingregelungen in Internationalen Organisationen und Vereineinbarungen. </p>
<p>Daran schlie&#223;t sich der Rechtsvergleich zwischen USA und England an, dem  zwei Kapitel, diesmal zur Darstellung des arbeitsrechtlichen Umfeldes und zur Entwickung des Whistleblowingrechts in den jeweiligen L&#228;ndern vorangestellt sind. Der eigentliche Vergleich erfolgt sodann anhand der Kriterien: pers&#246;nlicher und sachlicher Geltungsbereich, Adressaten der Offenlegung und Gutgl&#228;ubigkeit und Motive, wobei die Verfasserin auch die Fragen im Zusammenhang mit der Rechtsdurchsetzung behandelt. Die Darstellung ist pr&#228;zise und zeichnet sich dadurch aus, dass neben der Gesetzeslage auch detailliert auf die hierzu sowie zu den relevanten allgemeinen Rechtsprinzipien (Common law, First Amendment, public policy/concern) ergangene Rechtsprechung in den USA und England eingegangen wird.</p>
<p>Schlie&#223;lich wird der Blick nach Deutschland auf die Ausgangslage &#8211; vor allem anhand der bisherigen Rechtsprechung &#8211; und auf den, im Jahre 2008 im Bundestag diskutierten, Vorschlag dreier Bundesministerien zur Einf&#252;hrung eines neuen §612a BGB gerichtet. Groneberg fasst ihre Ergebnisse angesichts des &#8220;unbefriedigenden&#8221; Schutzes von Whistleblowern in Deutschland schlie&#223;lich in einem eigenen Gesetzesvorschlag zusammen, der zumindest einige Schw&#228;chen des damaligen Vorschlages der gro&#223;en Koalition und auch des jetzigen Vorschlages der Gr&#252;nen vermeidet. </p>
<p>Groneberg schl&#228;gt dabei, meist in Anlehnung an zuvor dargestellte Vorbilder aus USA oder England, u.a. vor: den pers&#246;nliche Anwendungsbereich auf arbeitnehmer&#228;hnliche und Leiharbeitsverh&#228;ltnisse auszuweiten, den sachlichen Anwendungsbereich auch auf drohende Rechtsverletzungen zu erstrecken, Gutgl&#228;ubigkeit ausreichen und die Motivation des Whistleblowers unber&#252;cksichtigt zu lassen, sowie die Rechtsdurchsetzungschancen f&#252;r Whistleblower durch Beweiserleichterungen zu verbessern. </p>
<p>Andererseits will die Autorin, mit der bisherigen BAG-Rechtsprechung und dem damaligen Vorschlag der gro&#223;en Koalition, aber grunds&#228;tzlich an der Pflicht zum vorrangigen internen Whistleblowing festhalten und dem Whistleblower bewusst kein Wahlrecht zwischen dem internen und dem Whistleblowing an Beh&#246;rden einr&#228;umen. Dies obwohl sie zugleich selbst ausf&#252;hrt: &#8220;Auch die Besch&#228;ftigten werden aus Loyalit&#228;tserw&#228;gungen oftmals einen internen Hinweis vorziehen. Zudem haben sie regelm&#228;&#223;ig ein Eigeninteresse am Erhalt ihres Arbeitsplatzes und damit an der Lebensf&#228;higkeit und Profitabilit&#228;t des Unternehmens und wollen negative Reaktionen bei den Beh&#246;rden und in der &#214;ffentlichkeit vermeiden&#8221;. </p>
<p>Statt hieraus aber zu schlie&#223;en, dass, wenn Besch&#228;ftigte sich gegen eine interne Meldung entscheiden, hierf&#252;r regelm&#228;&#223;ig gute, oft allerdings kaum belegbare Gr&#252;nde vorliegen und ihnen daher ein Wahlrecht zuzubilligen, bleibt auch Groneberg bei dem wegen des angeblich notwendigen Schutzes des Arbeitgebers (vor der Kenntniserlangung durch Beh&#246;rden !) n&#246;tigen Kriterium der, um Regelbeispiel-Ausnahmen (z.B. bei Straftaten des Arbeitgebers ist eine direkte Beh&#246;rdenanzeige zul&#228;ssig) erg&#228;nzten, Zumutbarkeit stehen. N&#246;tig sei, &#8220;dass aus Sicht eines verst&#228;ndigen Arbeitnehmers objektive Anhaltspunkte bestehen m&#252;ssen&#8221; und die Arbeitnehmer h&#228;tten auch eine &#8220;sorgf&#228;ltige und gewissenhafte Pr&#252;fung im Rahmen ihres Erfahrungshorizonts und ihrer Informationsbeschaffungsm&#246;glichkeiten&#8221; durchzuf&#252;hren. </p>
<p>Die Verfasserin &#252;bersieht dabei jedoch, dass all diese nuancierten juristischen Kritierien letztlich zur Folge haben d&#252;rften, dass jenen Menschen, die sich ja in der Situation oft auch schnell und ohne Rechtsberatung zwischen Schweigen und Whistleblowing entscheiden m&#252;ssen, eben kein eindeutiges Signal zum Melden gegeben wird. Dass sie &#8211; wie im Fall der von der Verfasserin leider nicht rezipierten <a href="http://www.whistleblower-net.de/blog/2009/06/09/lkw-fahrer-die-gesetze-und-das-whistleblowing/">Entscheidung des LAG-Mainz zum &#228;hnlich lautenden § 17 Abs. 2 ArbSchG</a> &#8211; nicht vorhersehen k&#246;nnen wie ein Richter die Situationund ihre Nachforschungspflichten im Nachhinein beurteilen wird und dann mehrheitlich auch weiterhin lieber schweigen werden.</p>
<p>Schade ist auch, dass die Autorin zu eng am Grundkonzept des § 612a BGB klebt. Sie sieht zwar, dank des Blicks in die USA und England, die &#246;ffentlichen Interessen als wichtiges und von der Rechtsprechung deutscher Arbeitsgerichte bisher vernachl&#228;ssigtes Abw&#228;gungskritierum, wenn es um den Schutz von Whistleblowern geht. Sie stellt aber nicht die, zwingend &#252;ber das Arbeitsrecht hinausgehende Frage, wie gesetzliche Regelungen beschaffen sein m&#252;ssten um eben jene &#246;ffentlichen Interessen durch die F&#246;rderung von Whistleblowing besser zur Geltung zu bringen. Dies nicht einmal im Hinblick auf die &#220;bertragbarkeit des AGGs, obwohl im rechtsvergleichenden Teil immer wieder Parallelen zum Anti-Diskriminierungsrecht, das ebene auch proaktive Komponenten umfasst, gezogen werden.</p>
<p><em>Groneberg, Rut: Whistleblowing &#8212; Eine rechtsvergleichende Untersuchung des US-amerikanischen, englischen und deutschen Rechts unter besonderer Ber&#252;cksichtigung des Entwurfs eines neuen § 612a BGB; ISBN: 978-3-428-13530-1; 2011.</em></p>
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