Menschen retten, nicht Banken !

Rudolf Elmer, der ehemalige Manager der Bank Julius Bär hielt laut „Liberté Info“ am 22. September 2011 eine Ansprache im Rahmen einer Kundgebung der Occupy Bewegung. Elmerhatte Wikileaks mit Informationen versorgt und war deswegen in Untersuchungshaft genommen worden.
In der Ansprache geht es u.a. um  WikiLeaks, soziale Verantwortung und Whistleblowing. Die Webseite „Liberté Info“, auf welcher die Ansprache auch in einer englischsprachigen Übersetzung1 zu lesen ist, fasste diese wie folgt zusammen:

  • Wie Dinge grundsätzlich an Orten, wo das Bankgeheimnis gilt, funktionieren
  • Wie die Wahrheit unterdrückt und Lobbies die Demokratie unterminieren
  • Wie Banken, Medien und die Justiz versuchen, die Glaubwürdigkeit von jemanden, der Steuerhinterziehungenaufdeckt, zu zerstören versuchen
  • Mögliche Lösungen
  • Die Notwendigkeit nicht nur von Zivilcourage, sonderauch von Standhaftigkeit selbst auf die Gefahr hin, einen

jahrelangen Einsatz in Kauf zu nehmen oder ins Gefängnis zu landen (essentiell für die Occupy Bewegung).
Nachstehend die Rede in dem von „Liberté Info“ veröffentlichten Wortlaut:
Menschen retten, nicht Banken!

Ohne Zivilcourage kann man keine Menschen retten / und darum geht ohne Zivilcourage nichts!

Die Leute von Occupy Paradeplatz zeigen nicht nur Zivilcourage / sondern auch Durchhaltewillen und nähren damit den politischen Willen / „Missbrauch durch die Banken, aber auch Multinationale Konzerne und gewisse Superreiche“, in der Schweiz und auch weltweit zu stoppen!
Es braucht Zivilcourage und Durchhaltewillen,

  • um insbesondere gegen die Banken, die

Multinationalen Konzerne und auch Superreiche mit ihren
Geheimen-Offshore-Konstrukten vorzugehen,
• um mehr Gerechtigkeit und Fairness durchzusetzen,

  • um die Gesellschaft vor einem Finanz-Schulden-Chaos zu bewahren.


Die Banktop-Manager wollen alle Fairness im Sport , warum lassen wir zu, dass diese Manager in der Finanzwelt das Wort Fairness nicht kennen wollen?

Für Fairness und Rettung von Menschen, ist ein explizites, kompetentes Wissen erforderlich zu fordern, z.B. zu verstehen wie der Missbrauch in der Finanzwelt funktioniert und wie nun dieser Missbrauch bekämpft werden.

Ich bin hier, um zu helfen, den Missbrauch zu verstehen und offenzulegen. Ich zähle mich zu den Experten im Bankgeschäft und und verfüge über hochqualifizierte Kenntnisse über Verdunklungs- und Verschleierungsoasen.
Missbrauch in diesen „Steueroasen“ ist wahrlich ein globales Problem, das den Banken soviel Macht und Profite zugetragen hat. Macht über

1. gewisse Medien
2. gewisse Politiker und Parlamentarier
3. Justiz

Alles Mächte und Machtpositionen, welche heute die Demokratie unterwandern.

Ein Netzwerk der Lobbying-Gruppen, um lukrativen Geschäfte der Banken oder besser Ihre Schurkengeschäfte im Dunkel abzuwickeln.

Die Macht der Bankoligarchien muss dem Volk wieder zurückgegeben werden oder besser: das Volk muss sich diese Macht wieder zurücknehmen.
Ja, das ist alles sehr abstrakt. Ich weiss, aber es geht am Schluss darum, die Macht, welche die komplexe Finanzwelt verkörpert mit ihrem Privilegien z.B. „der uneingeschränkten Geldschöpfung“ , zurückzugewinnen. Wer wenig Sozialverantwortung trägt, hat kein Anrecht auf Macht in einer Demokratie.

Die Mittel hierzu sind einfach:

• Umfassende Transparenz,

  • Know How über die System (Konstrukte) der Bankeninstitute
  • die Veränderung durch Bewegung der Politik

durchzusetzen.

Der Missbrauch basiert auf:

  • Steuerlichen Vorteilen: Verschiebung der Gewinne inOffshore Zentren und Offshore-Aufwendung z.B. in dieSchweiz, um den steuerbaren Gewinn zu reduzieren
  • Geheimhaltung der Eigentümsverhältnisse in Offshore Zentren
  • Ungenügende Regulierung (z.B. Hedge Fonds)
  • Schwache Aufsichtsbehörden
  • Schwache Strafverfolgungsbehörden in der Finanzwelt
  • der Möglichkeit der uneingeschränkten Geldschöpfung der

Banken.

Vieles davon geschieht unter dem Deckmantel der GEHEIMHALTUNG. Nur ein Bankinsider wird deshalb die Möglichkeit haben, hier Licht ins Dunkel zu bringen.
Ich war über 30 Jahre in diesem Geschäft und ich habe in acht solcher Verdunklungs- und Verschleierungsoasen gearbeitet. Ich kenne einige Tricks und kenne die Verknüpfung der Finanzkrise mit Offshore, aber auch das Schattenbankensystem aus der Praxis!

Wenn jemand, wie ich es dann wagt, als WHISTLEBLOWER den Missbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen, dann ist im Finanzparadise die los.

“Aus dem Nähkistchen zu plaudern, geziehmt sich nicht“, werden Sie sagen. „Er hat jahrelang selbst davon profitiert“ werden sie anmerken. Und ja, diese Zeit war nötig, um hinter die Kulissen blicken zu können, Zusammenhänge zu verstehen und die globale Problematik zu erkennen. Erst dann war es mir möglich aufgrund meiner praktischen Erfahrungen im Interesse der Öffentlichkeit offenzulegen, wie die Banken, und mit ihnen, die multinationalen Konzerne und gewisse Superreiche, den Staat missbrauchen.
Es ist billig, wenn sich nun die Führungsspitzen der Banken und Grossunternehmen als „nichtwissend“ und „unschuldig“ darstellen und behaupten alles sei legal usw.! Nein, mit Hilfe ihrer Steueranwälte, Buchhalter, Revisoren und Banker, werden auch heute noch alle „Käselöcher“ der Gesetze ausgenutzt, um den Missbrauch z.B. hinter dem Schweizer Bankgeheimnis, oder dem Cayman Confidentiality Law zu verstecken.

Die Gleichung:
Schweizer Bankgeheimnis gleich Privatsphäre ist falsch!

Ja, ich bin auch für Privatsphärenschutz, aber nur für Privatphärenschutz einer natürlichen Person und ich will nicht, dass Finanzinstitute, Multinationale Konzerne und gewisse Superreiche mit ihren Offshore-Konstrukten mein Recht auf Privatsphären-Schutz für ihre krummen Geschäfte verwenden. Das lasse ich nicht mehr zu! Sie wollen dies auch nicht!

Privatsphäre hat seine Grenzen, nähmlich dort wo

  • Der Schutz der natürliche Person aufhört und
  • die soziale Verantwortung beginnt!


Viele Manager der Grossbanken haben Ihre soziales Gewissen und damit ihre Verantwortung gegenüber dem Staat und der Demokratie verloren!

Das zeigte ich bereits vor 8 Jahren auf und darum hat man mich diffamiert, pathologisiert, kriminalisiert und schliesslich zwei Mal insgesamt für sieben Monate ins Gefängnis gesteckt. Ich wurde unter Druck gesetzt, isoliert, bedroht etc. Das ganze Programm eines Staatsfeindes, einzig um meine Glaubwürdigkeit zu zerstören und um mich zum Schweigen zu bringen! Ein Zeugenschutzprogramm wurde in Zürich nie in Betracht bezogen!

Das Ganze wurde hauptsächlich inszeniert, weil ich Offshore-Konstrukte von möglichen Steuerbetrügern, Drogen- und Waffenhändlern, Massenmördern, Insiderhandel etc der kantonalen und der eidg. Steuerbehörde offenlegte!

Was nicht sein darf, kann nicht sein!

Die Schweizer Justiz, Teile der Schweizer Presse, das Schweizer Staatsfernsehen aber z. T. auch die kapitalorientierte ausländische Presse, haben den Missbrauch totgeschwiegen und lieber mich diffamiert! Warum wohl?

Vielleicht um vom Missbrauch und vom Wrongdoing der Banken abzulenken? Ich meint ja!!!

WIKILEAKS zeigte 2008, was soziale Verantwortung bedeutet! Missbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen und mit Informationen und ohne Gewalt Veränderungen zu fordern!

Auch die Occupy Bewegung fordert Veränderung!
Die Occupy Bewegung verdeutlich, wie gewisse Topmanager daran sind, inbesondere mit Hilfe der Verdunklungs- und Verschleierungsoasen und dem Schattenbankensystem, die Bevölkerung in Europa möglicherweise ins finanzielle Chaos zu stürzen. Ich wehre mich dagegen und Sie auch! Ich lasse nicht zu, dass die Letzten die Hunde beissen!


Die selben Banken, welche die Arroganz hatten, zu behaupten, dass sie „too big to fail“ sind.
Ich behaupte, dass diese Banken

  • “Too big to rescue” (zu retten)
  • “Too political to work“ (zu politisch, um zu funktionieren)
  • „Too complex to assess“ (zu schwierig, zu beurteilen)
  • „Too big to manage“ (zu gross, um zu führen)


sind.

Oder ganz einfach anders gesagt:
„Too big to be allowed to exist in the first place“. (dürfte nicht existieren).

Denn Sie haben mit Ihren Geschäftsmodellen (Investment Banking, Hedge Funds, Offshore Strukturen etc.) die Demokratie unterwandert und die Staaten in Gefahr gebracht.

Die Politiker, die Regierung das Volk muss nun diesen Banken die Macht entziehen d.h konkret:

„Die ungebremste Geldschöpfung durch das Schattenbanken-System in den Steueroasen (ein Auswuchs des modernen Geldsystems durch Deregulierung in den 90er Jahren) hat seit Beginn der Finanzkrise dazu geführt, dass das Finanzsystem und viele Banken durch den Steuerzahler gerettet werden mussten. Die uneingeschränkte Geldschöpfung der Banken ist ein grosser Teil Ihrer Macht.“

Zweitens: Gewisse Banken müssen wieder Diener der Realindustrie werden. Sie dürfen nur Diener der Wirtschaft, und keine Wirtschaftskapitäne mehr sein!

Sie verstehen nun, dass mich gewisse schweizerische Medien auf dem Finanzplatz Schweiz zum ENFANT TERRIBLE machten, dass man versuchte mich als Rache süchtigen und gewalttätigen Menschen und Psychopathen darzustellen. Der Occupy Bewegung könnte das gleiche Schicksal blühen. Denn gelänge dies, dann könnte diese Angelegenheit schnell abgehakt werden und zurück zu

„Business as usual“ übergegangen werden!
„Business as usual“ das suchen die Banken.

Das darf nicht sein. Deshalb investiere ich meine Zeit in die Aufklärung des Missbrauch in den Verdunklungs- und Verschleierungsoasen.

Mit Ausnahme von 99 % der Bevölkerung nützen die Finanzinstitute, multinationalen Konzerne und gewisse Superreiche Steueroase ohne Skrupel aus. Die Gründe sind vielfältig

• Geheimhaltung (Eigentümer d.h. kein Transparenz)

  • Rechtlichen Gründe (Keine Strafuntersuchungen gegen den Finanzplatz, Schattenbuchhaltungen)
  • Steuerliche Gründe  (z.B. Umgehung der Erbschaftssteuern)
  • Regulatorische Gründe (ungenügende Regulierung weshalb sind ca. 60 % aller Hedge Funds der Welt in denCayman Islands domiziliert)
  • Überwachungsgründe (schwache Aufsichtsbehörden inJersey, Cayman, Schweiz)


Sieht man zudem die schweizerische Abgeltungssteuer-Vereinbarung mit Deutschland und England genau an, dann findet man Schlupflöcher auch für schweizerische und insbesondere ausländische Steuerhinterzieher/-betrüger, die grösser sind als ein normales Scheunentor!
Merkwürdigerweise behauptet die Schweizerische Bankiersvereinigung und einige Politiker, dass nun mit der Abgeltungssteuer alle Schlupflöcher gestopft seien! Was für eine Illusion? Was für ein Blödsinn? Was für ein Lüge sage ich! Und verkaufen diesen Ablasshandel zudem als Fairness damit Steuerbetrüger und Mithelfer ohne Strafe davonkommen im Dunkel weiter gewirkt werden kann.

Denkt man weiter über die Aktionen von Amerika gegen die Schweizer Banken nach und betrachtet die unheimlichen Belohnungen für das Offenlegen von Steuerbetrügern (Birkenfelds Anspruch wird auf USD 560 Mio geschätzt), das Anreizprogramm um Steuerbetrüger oder auch kriminelle Banker auffliegen zu lassen, dann hat Amerika, aber auch Deutschland ein „Business Modell“ ins Leben gerufen, das in meinen Augen heute schnellstens wieder abzuschaffen ist. Einerseits verschafft es dem Staat lange Untersuchungsprozesse aber auch viele Steuereinnahmen, andererseits zerstört es aber das Vertrauen in unsere Gesellschaft, den Staat und Mitmenschen. Es ermöglicht, dass z.B. frustrierte Banker zu Datensammlern werden und sich persönlich zusätzlich bereichern können. Ein neues kriminelles Business Modell ist damit geboren, dass zum Wirtschaftskrieg führen könnte!

Ja, es gibt viele Entscheide durchzusetzen, packen wir es an!

Ein anderes Zeichen der Gerechtigkeit wäre, Zivilcourage von Whistleblowern zu schützen. Whistleblower werden heute jedoch durch unsere Richter z.B. unter dem Deckmantel des schweizerischen Bankgeheimnisses, Amtsgeheimnis etc. bestraft! Man schätzt zwar den Verräter, aber bestraft werden muss der Whistleblower trotzdem. Hierfür werden die Gesetze gebeugt, gestreckt und gedehnt und Sachverhalte ignoriert wie dies in Seldwyla üblich war, um einfach die wahren Kriminellen der Bankenwelt mittels Zweiklassenjustiz zu schützen!

Es darf offensichtlich nicht sein, dass das Insiderwissen über kriminelle Machenschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird oder eine der grossen Schweizer Banken Strafuntersuchungen ausgesetzt würde. Das schadet dem Finanzplatz. Der Finanzplatz wird damit zur Staatspolitik und auch der Schutz der Steuerbetrüger!

Viele Banker haben enormes Insiderwissen welches den Missbrauch betrifft, aber sie sind zum Schweigen verpflichtet und wenn sie dies nicht tun, dann kommen die Ermessenspielräume und Gestaltungsfreiräume der Strafverfolger, die riesig und willkürlich (Das Bundesgericht erteilte der Zürich Justiz in meinem Fall eine „Willkürrüge“) sind. Hier kaum auch die kapitalgesteuerten Medienwelt zum Zuge! Strafverfolger und die kapitalgesteuerte Medienwelt zeigen dem Whistleblower, wer der Chef ist! Natürlich alles legal, aber nicht legitim!

Der Whistleblower wird verurteilt, die Bank wird geschützt.
Occupy Paradeplatz bedeutet für mich heute Hoffnung und auch Zuversicht, dass das Volk die Macht den Banken wegnehmen will und die Justiz in die Schranken gewiesen wird, um kriminelle Banker strafrechtlich zu verfolgen! Occupy Movement verlangt globales Committment und globale Aktionen.

Occupy Paradeplatz soll bestrebt sein, alternative Wege aufzuzeigen wie z.B. die Vollgeld-Reform, das Trennbankensystem, die Einschränkung des Eigenhandels der Banken und mehr Verantwortung den Revisionstellen, betreffend der Prüfung von Finanzinstituten und Multinationalen Konzernen zuweisen ist. Die letzteren sind leider mit ihren Steuerberatungsabteilung Teil des Systems und proftieren davon enorm! Ihre Unabhängigkeit wage ich deshalb in Frage zu stellen! Weshalb findet man diese Revisionsfirmen insbesondere  in Steueroasen und weshalb haben sie die Probleme im UBS-Risk-Management nicht erkannt?

Abschliessend halte ich fest, dass es hier um die Sachen Missbrauch zu stoppen und um Gerechtigkeit geht und NICHT um den Meldeläufer „Elmer“, aber der Fall ist ein eindrückliches Beispiel wie das System reagiert!

Also: Rettet Menschen und nicht Banken!

Danke schön!“

1 Übersetzung Walter Gehr ad personam.

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