Whistleblower erhält Bundesverdienstkreuz …

Dortmund, 28.6.2011: Im Rathaus ist heute die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Manfred Fabian gefeiert worden. Vertreter aus Politik und Verwaltung in Dortmund hatten Fabian für diese Auszeichnung vorgeschlagen. Er habe Hunderte Menschen vor Schäden durch Gefahrstoffe bewahrt, hieß es bei der Feierstunde. Fabians Initiative sei zu verdanken, dass die gesundheits- und umweltschädlichen Arbeitsbedingungen bei seinem früheren Arbeitgeber Envio bekannt und abgestellt wurden.

Die Envio Recycling GmbH mit Sitz in Dortmund, hat von 2003 bis 2010 mutmaßlich grob fahrlässig bis vorsätzlich gegen Arbeitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen unter anderem beim Recyling PCB-verseuchter Metalle verstoßen. PCB gehört zu den zwölf giftigsten Stoffen der Welt.

Manfred Fabian hatte auf eigene Kosten sein Blut auf PCB testen lassen und Mitte März 2010 das Ergebnis – eine besorgniserregende Überschreitung des Referenzwertes* – der Aufsichtsbehörde vorgelegt. Einen Monat später teilte er dieser Behörde mit, wo sich genehmigungswidrig gelagerte PCB-belastete Bleche auf dem Firmengelände befanden. Das Ergebnis der Messungen an diesen Blechen führte Anfang Mai zur teilweisen Stillegung des Betriebs, der nach weiteren Untersuchungen am 20. Mai 2010 die Stillegung folgte.

Bis heute wurde offenbar, dass mindestens 350 Beschäftigte, Anlieger und Zulieferer von Envio mit PCB vergiftet sind. Das Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen an Menschen, die durch Arbeitsunfälle oder Lebensmittel-Verzehr mit teilweise weniger PCB belastet wurden als einige Envio-Beschäftigte, ist eindeutig: PCB ist nicht akut sondern chronisch toxisch, führt zu einer Vielzahl von Krankheiten und einem qualvollen und vorzeitigen Ableben.

Manfred Fabian will das Bundesverdienskreuz dem Vernehmen nach abwechselnd mit einem Kollegen tragen, welcher die Behörden seit 2008 erfolglos auf Missstände bei Envio aufmerksam gemacht hatte.

… natürlich nicht

Natürlich hat Manfred Fabian das Bundesverdienstkreuz nicht bekommen. Ihm wurde nur die Ehre zuteil, von der Aufsichtsbehörde (Bezirksregierung Arnsberg) und der Stadt Dortmund zu den Treffen des Runden Tischs eingeladen zu werden, bei denen die Vorgänge rund um Envio aufgeklärt werden sollten. Fabian kam selten. Er hat anderes zu tun, z.B. sich mit seinem Anwalt treffen, Papierkram erledigen, mit Journalisten sprechen, Arztgänge machen, mit der Familie zusammen sein und “an der Schippe” stehen. Fabian gehört zu den wenigen ehemaligen Beschäftigten von Envio, die wieder regulär Arbeit haben. Bei dieser Arbeit ist er zwar weiter PCB und anderen Gefahrstoffen ausgesetzt, doch das ist Fabian lieber als von Hartz IV zu leben wie sein Freund. Der hat auch bei Envio gearbeitet und der Aufsichtsbehörde erstmals 2008 detaillierte Hinweise auf Verstöße gegen Arbeits- und Umweltschutzbestimmungen gegeben. Den anonymen Brief leitete die Behörde damals umgehend an den Arbeitgeber weiter, was Fabians Freund in Schwierigkeiten brachte. Beide wurden von einigen Kollegen angefeindet, die ihren Arbeitsplatz bei Envio behalten wollten.

Materiell würde ein Bundesverdienstkreuz Manfred Fabian und seinem Freund nichts nützen. Die Orden bestehen heutzutage aus einer mit Gold beschichteten Kupferlegierung. Was Fabian und die anderen PCB-Vergifteten vor allem brauchen ist eine Entschädigung, die es ihnen erlaubt, ein weitgehend schadstoff- und stressfreies Leben zu führen.

Schaden ohne Entschädigung

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium, Dienstherr der für die PCB-Belastung mit verantwortlichen Aufsichtsbehörde, hat mitgeteilt, für eine Entschädigung der Envio-Beschäftigten sei die Berufsgenossenschaft zuständig.

Mitte Mai erfuhr Manfred Fabian, dass die von der Berufsgenossenschaft ETEM (Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse) mit der Untersuchung der Envio-Arbeiter beauftragten Arbeitsmediziner bei ihm keine Anzeichen einer Berufskrankheit feststellen könnten und daher bei der Berufsgenossenschaft keinen Antrag auf Anerkennung einer Berufskrankheit stellen würden. Inzwischen reichten sie doch einen Antrag ein, nachdem Fabian darauf hingewiesen hatte, dass ansonsten sein Hausarzt dies tun werde. Möglicherweise spielten dabei auch Fabians bekanntermaßen gute Kontakte zu Journalisten eine Rolle.

Der Umweltmediziner Dr. Kurt Müller bezweifelt, dass die verseuchten Envio-Arbeiter von der Berufsgenossenschaft eine Rente bekommen werden. Arbeitsmedizinern sei nicht klar zu machen, so Müller, “dass bei Stoffen wie PCB nicht die akute toxische Wirkung entscheidend ist, sondern die anfangs eher geringe und später erhebliche Auswirkung auf das Immunsystem. Man wird bei den Envio-Arbeitern nichts weiter tun als sie toxikologisch untersuchen, um dann zu sagen: ‘Wir finden nichts besonderes mehr’. Eben weil die Untersuchung so gestaltet ist, dass ein Krankheitszusammenhang nicht gefunden werden kann.”

Eigenen Angaben zufolge sind die Berufsgenossenschaften, die sich durch Beiträge der Arbeitgeber finanzieren, “der einzige Zweig der Sozialversicherung mit sinkenden Beitragssätzen”.

Die Opfer der Love Parade entschädigte die nordrhein-westfälische
Landesregierung mit über einer Million Euro.


* Die Beschäftigten von Envio liegen bis zu 25.000fach über dem Referenzwert, den das Bundesumweltamt 1998 ermittelte. Niemals zuvor auf der Welt wurde ein so hoher Wert gemessen. Der Referenzwert soll die PCB-Belastung der Envio-Geschädigten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung einschätzen helfen, ist aber für diese Aufgabe so geeignet wie ein Referenzwert zur Einschätzung von Leberschäden, der auf Beprobungen von Alkoholiker-Lebern basiert. Die Blutproben für die Ermittlung des PCB-Referenzwertes wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes “überwiegend anlassbezogen” gewonnen. Der Referenzwert gibt also keine durch Zufallsstichproben ermittelte Durchschnittsbelastung an, sondern die Belastung bei Menschen, die wegen eines Anlasses (vermutete Kontamination mit PCB durch Unfall am Arbeitsplatz z.B.) auf PCB getestet wurden.

Whistleblower-Netzwerk Blog bedankt sich für den vorstehenden Gastbeitrag bei Katinka Schröder

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Buchbesprechung: Pittroff, Whistle-Blowing-Systeme in deutschen Unternehmen

Die Ökonomin Pittroff, unternimmt mit ihrer Promotion gleich vier Dinge auf einmal:

  • Erstens begründet sie auf der Basis der Neunen Institutionenökonomik die Vorteilhaftigkeit der Einführung von Whistleblowing Systemen durch und in Unternehmen.
  • Zweitens stellt sie relativ detaillierte Kriterien auf die ein effektives Whistleblower-System auf Unternehmensebene erfüllen sollte.
  • Drittens bewertet sie die Whistleblowing-System-Kommunikation der 30 DAX-Unternehmen anhand der auf deren Internetseiten verfügbaren Informationen mit einem selbst erstellten Punktekatalog.
  • Viertens stellt sie die Ergebnisse ihrer Unternehmensbefragung zum Thema Whistleblowing-Systeme dar. Ganz schön viel für eine Arbeit! Vielleicht wäre an der ein oder anderen Stelle weniger mehr gewesen.

So bleibt z.B. unklar warum sich die Autorin einer Mindermeinung anschließt, der zu Folge ein Hinweis an einen unmittelbaren Vorgesetzten grundsätzlich kein Whistleblowing darstellt. Überraschend ist dies umso mehr, als sie an anderer Stelle – völlig zu Recht – betont, wie wichtig es ist dem potentiellen Whistleblower eine Angebot verschiedener Adressaten zu geben, um so eventuelle Hemmschwellen überwinden zu können. Demnach und darauf weist z.B. die Empfehlung des British Standard Instituts zu internen Whistleblowing-Systemen hin, kommt es umgekehrt gerade darauf an, jeden Vorgesetzten als potentiellen Adressaten von Whistleblowing auszuweisen und auch zu schulen. Vielleicht liegt dies aber auch daran, dass die Autorin jene Empfehlung gar nicht zur Kenntnis genommen hat. Genauso wenig übrigens wie die in der Edition der Hans Böckler Stiftung erschienene Monographie von Björn Rohde Liebenau zum Thema Whistleblowing, in welcher er sich ebenfalls sehr detailliert mit der Ausgestaltung von Hinweisgebersystemen in Unternehmen und vor allem dem Aspekt der Einbeziehung der Mitarbeiter, z.B. mittels Betriebsvereinbarung, auseinander setzt. Schade, denn so bleibt auch jener Aspekt bei Pittroff unterbelichtet. Völlig zutreffend focussiert sie – wie zuvor schon Donato – aber ansonsten schon auf den Whistleblower und stuft jene Systeme, die dies nicht tun, als bloßes “Window-Dressing” ein. Auch Pittroff bestätigt: Soll ein Whistleblowing-System seinen Zweck erfüllen, so braucht es Nutzer, also muss es so ausgestaltet sein, dass es für potentielle Whistleblower attraktiv ist.

Die vor jenem Hintergrund naheliegende Überlegung der Schaffung von Anreizmechanismen für erfolgreiches Whistleblowing lehnt Pittroff dabei aber letztlich ab. Es sollten keine Anreize zum Denunziantentum geliefert werden, so lautet der schon oft gehörte Chor, in den auch sie insoweit einstimmt. Von einer Promotion, hätte man auch an dieser Stelle allerdings mehr erwartet. So z.B. die unterbliebene Definition des Begriffs “Denunziant”. Ist dies nur jener der bewusst falsche Tatsachen behauptet, oder kann jemand auch Denunziant sein, wenn er Wahres vorbringt? Wäre ersteres der Fall, so sollte ein vernünftig überprüfendes Whistleblowersystem in der Lage sein die Falschheit des Tatsachenvorbringens zu ermitteln, bzw. jedenfalls nicht zu dem Ergebnis kommen, dass richtige Tatsachen vorgetragen wurden. In beiden Fällen wäre also ohnehin kein Raum für eine – immer am Aufklärung- und Schadenvermeidungsserfolg zu orientierende – Belohnung des Whistleblowers. Und wenn denn auch wahre Behauptungen ungewünschte Denunziation sein können, so sollten jene Bereiche vielleicht besser ganz aus dem Whistleblowing-System herausgenommen oder jedenfalls – z.B. durch ein Betriebsratszustimmungserfordernis – aus dem Belohnungssystem herausgenommen werden. All dies diskutiert Pittroff aber leider nicht.

Ansonsten hat die Arbeit aber durchaus auch ihre positiven Seiten. Inbesondere dort wo ihr Anforderungskatalog wie ein gutes Whistleblowing-System aussehen sollte die früheren Ansätze von Briegel und Donato weiterentwickelt und die besondere Bedeutung der Kommunikation über das System und die mit ihm erzielten Erfolge herausstreicht. In der Tat ist Kommunikation ein wesentliches Element um sowohl im Markt als auch bei den potentiellen Whistleblowern berechtigtes Vertrauen in das System zu erzeugen. Auch Pittroff übersieht allerdings, dass hierzu idealerweise auch eine Freigabe der Möglichkeit zu behördlichem Whistleblowing, zumindest aber der Einsatz für gesetzlichen Whistleblowerschutz gehören sollte. Nur durch die Einräumung jener (Eskalations-)Möglichkeit kann letztlich auch beim Whistleblower die Bereitschaft gefördert werden sich auf ein internes Whistleblowing-System, welches letztlich nie völlig unabhängig von der Unternehmensleitung ausgestaltet sein wird, einzulassen. Vertrauen erwirbt letztlich vor allem jener, der freiwillig die eigene Deckung wenigsten ein Stück weit fallen lässt. Jener Unternehmer verdient am ehesten Vertrauen, der zeigt: Ich habe es nicht nötig Whistleblowing an Behörden auszuschließen und stelle mich dem Wettbewerb um das Vertrauen der Whistleblower weil unser internes, transparentes, System schnellere und bessere Resultate im Sinne der umfassenden, unabhängigen Untersuchung und Abstellung des Missstandes und der Information und des Schutzes (ja vielleicht sogar der Anerkennung) des Whistleblowers gewährleistet.

Interessant sind auch einige der Ergebnisse der Umfrage von Pittroff, wobei die Autorin sich manchmal etwas zu sehr in statistische Anlaysen und Zahlenspiele ergeht, deren Aufführung in einem Anhang auch ausgereicht und die Arbeit für Nichtstatistiker leichter lesbar gemacht hätte. Immerhin zeigt sich, dass gerade jene (vor allem große) Unternehmen die bereits Whistleblowing-Systeme eingeführt haben mit den Wirkungen (z.B. Compliance und Rufsicherung) durchaus zufrieden zu sein scheinen. Schwächer ist demgegenüber die auf recht wenige Kritieren beschränkte Auswertung der Kommunikation der DAX-Unternehmen. Es verwundert kaum, dass das gebrannte Kind, Siemens hier am besten abschneidet. Aber auch dort ist sicherlich, gerade was die Berichterstattung über konkrete Erfolge des Whistleblowingssystems angeht noch nicht alles Gold was glänzt, obwohl Siemens bei Pittroff die optimale Punktzahl erreicht. Selbst dort und vor allem bei den deutlich schwächer abschneidenden Unternehmen besteht immer noch viel zu viel Angst offen zu eigenen Fehlern und z.B. zum Vorkommen von Korruption und Wirtschaftskriminalität im eigenen Unternehmen zu stehen. Wahrscheinlich weil in der Öffentlichkeit die Aufdeckung von Korruption auch heute noch eher rufschädigend als positiv reinigend verstanden wird. Ein Phänomen, welches von der Autorin aber leider nicht diskutiert wird.

Pittroff, Esther:  Whistle-Blowing-Systeme in deutschen Unternehmen – Eine Untersuchung zur Wahrnehmung und Implementierung; ISBN: 978-3-8349-29995-2; 2011

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Buchbesprechung: Wilful Blindness

Englische Bücher haben bisher selten Eingang in die Rubrik Buchbesprechung dieses Blogs gefunden. Aber dieses Buch hat es wirklich verdient. Es öffnet einem die Augen, um zu verstehen, warum wir alle vor so vielem bewusst die Augen verschließen. Es stellt mit Blicken in das Alltagsleben und in die Geschichte und mit Ereignissen aus Wirtschaft und Politik dar, wohin es führt, wenn wir wegschauen und jene (wie z.B. Whistleblower) ignorieren die rechtzeitig gewarnt haben. Aber es erklärt unter Verweis auf wissenschaftliche Erkenntnisse, z.B. aus (Sozial-)Psychologie, Hirnforschung und Soziologie auch, warum wir es dennoch immer wieder tun und wo die Gefahren lauern.

Als solche Gefahren identifiziert Heffernan z.B.:  Die Attraktivität dessen was wir kennen und was uns ähnlich ist, die uns allzu gern Kritik – in der vielleicht auch ein Stückchen Kritik an uns stecken könnte – überhören lässt. Die Liebe, die uns vergessen macht, auch gegenüber unseren Vorbilder, Muster-Organisationen und Helden einen kritischen Blick zu bewahren. Die Festigkeit unserer einmal gewonnenen Überzeugungen, deren Bestätigungen wir überall sehen, während wir ihre Schwächen lieber nicht zur Kenntnis nehmen. Die Grenzen unserer Fähigkeiten, die wir oft überschätzen, während unsere Gehirne vor allem eines tun: erfahrungsgemäß Unwichtiges, gar nicht erst in unser Bewusstsein dringen zu lassen – aber auch Erfahrungen können trügerisch sein. Erkannte Risiken, auf deren Nichteintritt wir dennoch hoffen und bei deren Anblick wir lieber den Kopf in den Sand stecken, als zu handeln. Das blinde Befolgen von Anweisungen und das konforme Mitlaufen in Gruppen, Rollen und Kulturen, bei dem wir den Mut, uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen, ach so leicht vergessen. Das Zuschauen und geschehen lassen, nur weil keiner den Anfang machen will, als Erster gegen Missstände einzuschreiten. Die Diffusion von Verantwortung dank Arbeitsteilung, Spezialisierung und mit zunehmender, nicht nur räumlicher Distanz einhergehender, Globalisierung. Die Fixierung auf messbaren kurzfristigen Nutzen und Geld, bei der die Moral und die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt.

Aber trotz all dieser Gefahren steckt Heffernan den Kopf nicht in den Sand. Ihr Motto lautet: “Cassandras und Whistleblower zeigen uns, dass die Kräfte, die bewusstes Wegsehen begünstigen, überwunden werden können. ” Sie rät zur Förderung von Whistleblowing und zu Mechanismen und Außenseitern die z.B. Führungskräfte und Eliten – ganz in der Tradition der Hofnarren oder des Kindes in “Des Kaisers neue Kleider”- mit der ungeschminkten Wahrheit konfrontieren. Aber Vorsicht: die beschriebenen Gefahren lauern. So sollten z.B. auch institutionalisierte Kritiker und Prüfer nicht nur unabhängig sein, sondern auch regelmäßig wechseln, damit Nähe, Sympathien und Erwartungen den kritischen und unbefangenen Blick nicht trüben.

Weiter schreibt Heffernan: “Wir dürfen uns aber dennoch nicht allein auf Außenstehende verlassen. Wir selbst müssen zwei kritische Gewohnheiten entwickeln: kritisches Denken und Mut”. Mut eingefahrene Wege zu verlassen, den Konflikt vielleicht zunächst auch nur spielerisch zu suchen, um die Angst vor ihm abzubauen; Komplexität zu hinterfragen. Nach dem zu suchen, was wir nicht sehen!  ”Sehen beginnt mit einfachen Fragen: Was kann ich wissen, was sollte ich wissen was ich nicht weiß? Was entgeht mir ich hier gerade?”

Dieses Buch jedenfalls, sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein eindrucksvolles Plädoyer für Whistleblowing und einen kulturellen Wandel, der beim Einzelnen anfangen, aber nicht aufhören sollte.

Heffernan, Margaret:  Wilful Blindness – Why we ignore the obvious at our peril; ISBN: 978-1-84737-770-8; 2011

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Whistleblowing Austria ist online!

Getragen von einem gleichnamigen Verein, ist in Österreich soeben die Webseite “Whistleblowing Austria” online gegangen.

Die Ziele von Verein und Webseite sind laut Satzung:

•die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für Whistleblowing in Österreich in Anlehnung an den Entwurf einer Whistleblower Gesetzgebung von Transparency International zu unterstützen

•Die Umsetzung von in internationalen Verträgen normierten Whistleblowing Regelungen (z.B. Artikel 33 des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Korruption, BGBl. III Nr. 47/2006) in Österreich  zu fördern sowie die Ratifizierung solcher Verträge zu unterstützen

•Gesellschaftliche Anerkennung für Whistleblowing und Zivilcourage gegen alle Arten von Missständen und Fehlverhalten zu fördern sowie das Bewusstsein für die Richtigkeit und Nützlichkeit von Whistleblowing in einer modernen, transparenten und demokratischen Gesellschaft zu schärfen

•Die Beratung von Whistleblowern in rechtlicher und psychologischer Sicht sowie deren Umgang mit den Medien zu erleichtern.

•Das Instrument des Whistleblowings in Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, u.a. im Wege von Forschung und Lehre bekanntzumachen

•Den Kontakt zu Gesellschaften und Organisationen mit ähnlichen Zielsetzungen wieWhitleblowing Austria sowie zu Gesellschaften zur Förderung von Massnahmen gegen die Korruption (z.B. Transparency International oder UNCAC Coalition) im In- und Ausland zwecks Informationsaustausch und Zusammenarbeit zu pflegen

Whistleblower Netzwerk e.V. wünscht ein gutes Gelingen und hofft auf eine fruchtbare Zusammenarbeit!

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Konferenz des Internationalen Forscher-Netzwerks zu Whistleblowing

Vor recht genau zwei Jahren hat Prof. David Lewis von der University of Middlesex in London zum ersten Mal eine Konferenz veranstaltet, um ein internationales Netzwerk derjenigen Wissenschaftler zu etablieren, die sich mit dem Thema Whistleblowing beschäftigen. Zu jener Konferenz ist mittlerweile auch ein lesenswertes Buch erschienen, welches wir in diesem Blog bereits besprochen hatten.

Am 23. und 24. Juni treffen sich die Whistleblowing-Forscher jetzt ein zweites Mal in London. Das Programm der Konferenz, an der u.a. Forscher aus Australien, Israel, Norwegen, USA und Großbritannien aber auch einige Praktiker teilnehmen, ist auf der Webseite der Universität Middlesex verfügbar. Anmeldungen sind noch bis zum 17.06.2011 möglich.

Im Umfeld der Konferenz wird auch erstmal ein Treffens von Whistleblowing-Praktikern aus den Bereichen Zivilgesellschaft und NGOs stattfinden. Wer daran Interesse hat, kann sich mit uns in Verbindung setzen.

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