Veranstaltungstipp: Der Kongress bloggt! (Köln 11.-13.02.2011)

KÖLNER BLOGGER KONGRESS vom 11. bis 13. Februar im Kunsthaus Rhenania

Hier treffen hochkarätige Journalisten und Herausgeber der interessantesten deutschen politischen Blogs auf „Krisenreaktionskünstler“, um gemeinsam mit den Teilnehmern des „Schwerpunktpanels Whistleblowing“ über die Frage zu diskutieren:
„RETTEN DIE BLOGGER DIE DEMOKRATIE?“ Die „Schwergewichte“ des kritischen Netzjournalismus analysieren als Referenten die vielen Krisen, die in Deutschland letztlich zur großen Glaubwürdigkeitskrise gegenüber Parteien und der parlamentarischen Demokratie geführt haben. „Wir wagen hier ein Experiment“, sagen die Initiatoren des Kongresses, Jürgen und Ulrike Beck, von der Agentur Zeitgeist XL. Normalerweise sind die Referenten gewohnt, ihre Vorträge am Stück vorzutragen. Wir wollen, ohne die Fakten zu entkräften, in Interaktionen mit Krisenreaktionskünstlern die „trockene Materie“ erlebbarer machen und den Analysen direkt mit Kunst, Literatur und Musik antworten. Das kann mal die Geschichte eines Betroffenen sein, der die Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik am eigenen Leib spürt oder die musikalische Umsetzung der fallenden Aktienkurse sein, die ein Ergebnis der Finanzkrise gewesen sind. Performancekünstler, Maler und Musiker reagieren mit ihrer live dargebotenen Aktionskunst auf die Vorträge.
Selbst die Pioniere der kritischen Meinung im Netz, Dr. Wolfgang Lieb, Herausgeber der „Nachdenkseiten“, und Dr. Werner Rügemer, Kölner investigativer Publizist (Oppenheim) und neuerdings Blogger, sind von der Idee angetan, die sonst etwas aufkommende „akademische Sterilität“ bei Kongressen aufzubrechen und sind bereit gewesen, sich auf das Experiment einzulassen. „Vielleicht gelingt es ja neben den „Gutmenschen und Wutbürgern“ auch diejenigen damit zu erreichen, die sich enttäuscht von der Beteiligung an einer lebendigen Demokratie verabschiedet haben?“, hoffen die Veranstalter. Jens Berger vom SPIEGELFECHTER, der zur jungen aber ebenso auf journalistisch hohem Niveau erfolgreich publizierenden Garde politischer Netzjournalisten gehört wie Duke Erdmann vom FEYNSINN oder Frank Benedikt vom BINSENBRENNER, freuen sich auf die Synergien, die der Kongress bietet. Alle hoffen auf rege Anteilnahme und aktive Beteiligung der Kongressbesucher während der Diskussionen.
KRISENFLUTSCHI TATÜTATA – Live2 – Das Leben ist Gaga Plus Plus: So lautet das Motto der permanenten Ausstellung des Kongresses Eine „wirkliche Lösung“ aller Krisen bietet der vom Niederrhein stammende und in Norddeutschland lebende Maler und Aktionskünstler M. GILTJES/BOBOK an. Seit 2009 setzt er sich mit dem medialen Krisenhype unter dem Einfluss seiner persönlich durchlebten Krisen auseinander. Die Ergebnisse hat er in einer aufregenden Reihe von Einzelexponaten dokumentiert und als Netzaktivist im Netz versteigert. Wunderbare Lösung: Lasst uns die Krisen einfach meistbietend versteigern! Mike Jansen, Düsseldorfer Künstler und Musiker wurde vor der Krise in den mittleren Osten (Dubai, Katar, Oman etc.) von „Gulf Projects“ eingeladen um dort interkulturellen Dialog herzustellen. Er zeigt für diesen Anlass hergestellte Arbeiten. Ingo Bätzel, Düsseldorfer Senior Grafik/Designer, der sein Leben vor der Kunst in Premium-Werbeagenturen verbrachte, in denen er internationale Kampagnen seinen Stempel aufdrückte, sind seine Erfahrungen „Durch den Kopf gegangen“. Das Ergebnis ist in einem hochwertigen Kunstdruck festgehalten. In Köln stellt er zum ersten Mal die dafür konzipierten Werke aus. Schließlich zeigt Whistleblower-Netzwerk e.V. bei dem Kongress auch Teile seiner Ausstellung: „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen!“ mit Bild und Text-Portraits von Whistleblowern aus Deutschland.
Der Kongress gibt sich die Ehre Politisches Kabarett in einer satirische Show und urbane Beats zum Auftakt des Kongresses: Freitag Abend 11.02. um 20 Uhr geht’s los mit Kabarett, Musik und Performance. Neben dem Kölner Urgestein des Kabaretts Heinrich Pachl haben der scharfzüngige Kölner Kabarettist und Autor Reiner Griess und die „echte Bundeskanzlerin“ Maria Grund-Scholer zugesagt. Jaki Liebezeit von der Kölner Kult-Band „Can“ wird mit „Drums of Chaos“ die Langeweile musikalischer Einheitsbrei-Musik ebenso beenden wie Dominik von Senger, den viele noch von „Dunkelziffer“ aus dem besetzten alten Kölner Stollwerk-Gelände gut in Erinnerung haben. Frank Köllges und Mike Jansen haben mit Jürgen Beck als „Padlt Noidlt, das wahnsinnige Zirkusorchester des Circus Roncalli“ Bernhard Paul unterstützt sein Imperium zu verwirklichen. Der Kongress gibt sich die Ehre mit einem Abend voller Überraschungen.
Der Tag der Whistleblower Sonntag der 13.02: Kommt der „Swiss Whistleblower“ Rudolf Elmer oder bleibt er in U-Haft in der Schweiz? Die ehrliche Antwort ist: Wir wissen es noch nicht! Wir sind aber ständig in Kontakt mit der Familie und der Anwältin. Die Hoffnung haben wir aber noch nicht aufgegeben, da der Haftprüfungstermin noch nicht stattfand. Am Sonntag stehen die Whistleblower im Fokus des Kongresses. Eine unglaublich interessante Begegnung von zwei prominenten „Wutbürgern“ Unterschiedlicher können Sie nicht sein. Während der Eine als Schweizer Top Banker auf den Caymans saß und die Gelder der Steuersünder verwaltete, hat der Andere mit der Deutschen Steuerfahndung in Frankfurt Jagd auf die Steuerbetrüger gemacht, die Ihr Geld über die Schweiz auf die Caymans brachten. Beide sind heute (nicht gerade freiwillig) aus Ihren Positionen ausgeschieden. Der Eine heißt Rudolf Elmer und ist ein von Julian Assange „geadelter“ Whistleblower, der zum Albtraum der Schweizer Finanzindustrie und des Selbstverständnisses des Schweizer Geschäfts- und Gesellschaftsmodell wurde. Der Andere heißt Rudolf Schmenger und wurde von seinem Dienstherren für „dienstuntauglich“ erklärt, nachdem er Frankfurter Geschäftsbanken auf die Schliche kam, die für Bad Homburger Millionäre ein Geschäftsmodell entwickelten, um Millionen am Fiskus vorbei in die Schweiz zu schieben. Drei Dinge vereinen Beide: 1. Beide wurden von oberster Stelle miserabel behandelt und in den Medien für „verrückt“ erklärt. 2. Es ist die Wut über diese unglaublichen Zustände in den beiden hochentwickelten Rechtstaaten und dem Rest der Welt, die beide treibt. 3. Beide sind der Meinung: Da muss sich was ändern! Schon jetzt darf man auf die Diskussion dieser ganz besonderen „Wutbürger“ gespannt sein. Vor allen Dingen aber auf die gemeinsame Erklärung die von Rudolf Elmer und Rudolf Schmenger auf dem Kongress bekannt gegeben wird. Mit dabei ist Guido Strack, der 1. Vorsitzende des Whistleblower Netzwerkes e. V., und abgerundet wir die Runde von dem Würzburger Kriminalhauptkommissar Uwe Dolata, der ein ausgewiesener Experte für Korruption und Wirtschaftsdelikte ist. Geleitet wird die Diskussion von dem Kölner Autor und Publizisten Dr. Werner Rügemer.
Der Kongress hat was zu bieten…… Über 60 Künstler, Blogger, Referenten, Musiker, Dokumentarfilmer, Whistleblower, Performance Künstler werden in Köln als Mitwirkende auf der Bühne stehen. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stadt Köln Kulturamt, die Otto Brenner Stiftung, Frankfurt, das Whistleblower Netzwerk e.V., Köln.
Sehen, hören, mit-diskutieren Sie auf dem 1.Kölner Blogger Kongress, der unter dem Motto: „Re(E)volution-Krise muss nicht traurig sein“, vom 11.bis zum 13. Februar 2011 in Köln im Kunsthaus Rhenania stattfindet.
Mehr Informationen und Karten unter: www.derkongressbloggt.de

Ein Gedanke zu „Veranstaltungstipp: Der Kongress bloggt! (Köln 11.-13.02.2011)

  1. „Das kann mal die Geschichte eines Betroffenen sein, der die Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik am eigenen Leib spürt“

    In diesem Zusammenhang würde ich gerne auf mein Blog „Gerhards Gedankenbuch“ aufmerksam machen, in dem ich aus sehr persönlicher Sicht immer wieder auf die Auswirkungen meiner 20jährigen Arbeitslosigkeit (davon die letzten fünf Jahre ohne Unterbrechung) eingehe und immer wieder schildere – schildern muss – welche Auswirkungen „unsere“ Arbeitsmarktpolitik hat – Auswirkungen, die über mich hinaus wirken und sehr viel Mitmenschlichkeit und Solidarität zerstören.

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