Radiotipp: Arbeitgebermobbing mit Anwaltshilfe

“Unrecht des Stärkeren” so lautet der Titel eines 55minütigen Radiofeatures, in dem es darum geht, welcher Mittel sich einige Arbeitgeber und deren Anwälte heute bedienen, um unliebsame Mitarbeiter und darunter sicher auch so manchen Whistleblower, los zu werden.

Solche Kanzleien bewegen sich hart am Rande der Legalität: Detektive werden in Unternehmen eingeschleust, um Gründe für die fristlose Kündigung eigentlich “unkündbarer” Arbeitnehmer zu konstruieren; befreundete Unternehmen werden beauftragt, unliebsame aber nicht kündbare Arbeitnehmer mit der Zahlung höherer Bezüge abzuwerben und ihnen die neue Stelle dann in der Probezeit zu kündigen, selbstbewusste Betriebsräte werden mit zahllosen Klagen und Kündigungen mürbe gemacht. Arbeitgeber-Mobbing nennt man das und es steht derzeit hoch im Kurs. Auf der Strecke bleiben gedemütigte Arbeitnehmer, eingeschüchterte Betriebsräte und Belegschaften – und ein beschädigtes Arbeitsrecht. Aber es gibt auch Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren!

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, 30.06.2010 von 22.05 bis 23.00 Uhr auf SWR2 und auch auf WDR5 nämlich am Sonntag, 4.7.2010 von 11.05 bis 12.00 Uhr und am 5.7.2010 von 20.05 bis 21.00 Uhr.

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Eine Reaktion zu “Radiotipp: Arbeitgebermobbing mit Anwaltshilfe”

  1. Eva und Hans Dietrich

    Aus eigener Erfahrung wissen wir, was Mobbing (Arbeitgeber-Mobbing) für den Betroffenen selbst aber auch für das familiäre Umfeld bedeutet.
    (Aufzeichnungen darüber sind auf unserer Homepage http://www.hansdietrich.de/index.php?id=exp&page=1 ersichtlich)

    Oftmals sind es gerade Whistleblower, die aufgrund ihrer Hinweise auf Missstände dem systematischen Fertigmachen von Kolleginnen und Kollegen sowie von Arbeitgebern ausgesetzt sind. Welche Folgen diese Umgangsart nach sich zieht, kann man dem Mobbing-Report von 2002 der Sozialforschungsstelle Dortmund in fundierter Form entnehmen.
    (http://www.sfs-mobbing-report.de/mobbing1024/index.htm)
    Herausgeber dieser Untersuchung ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin als Behörde des Bundesarbeitsministeriums.

    Der Report bezieht sich zwar auf den Untersuchungszeitraum des Jahres 2000, doch kann man davon ausgehen, dass die dort genannten Fallzahlen gerade in der augenblicklich wirtschaftlich schwierigen Situation gewiss nicht abgenommen haben.

    Für das gesamte Jahr 2000 ging man in der Studie von 5,5% aller Beschäftigten in der Bundesrepublik aus, die von Mobbing betroffen waren – also von rund 2 Millionen Mobbingopfern. Das Kompetenzzentrum der Deutschen Wirtschaft nennt als volkswirtschaftliche Kosten pro Einzelfall und Jahr ca. 25.000 – 75.000.- Euro und bezieht sich dabei auf das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) 12/01. Bei einem Mittelwert von 50.000.- Euro kommt man bei diesen Zahlen auf einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von 100 Milliarden Euro. Gleiche Zahlen für dieses Jahr vorausgesetzt, entspräche das etwa einem Drittel unseres gesamten Bundeshaushaltes.

    Das sind nur die reinen wirtschaftlichen Aspekte. Die sozialen Zusammenhänge und Probleme, die sich für unsere Republik daraus ergeben, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

    Eine gewisse Vorstellung über den augenblicklichen Zustand in unserem Staat bekommt man allerdings, wenn man die Kommentare zu der ARD-Sendung von Frau Will liest, die am 24.05.2009 zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes mit dem Titel „Wieviel Grund haben wir zu feiern?“ ausgestrahlt wurde.
    (http://annewill.blog.ndr.de/2009/05/22/wie-viel-grund-haben-wir-zu-feiern/?cp=1#comments)
    Viele enttäuschte Bürger haben sich dort zu Wort gemeldet und aus ihren Kommentaren kann man ablesen, was sie genauso wie wir in diesem Staat vermissen – GLAUBWÜRDIGKEIT.