Giftcocktail Trinkwasser – fast überall in Deutschland?

In einem aktuellen Bericht äußert sich die Münstersche Zeitung über die Erfolge des Reine-Ruhr-Programms und die damit verbundenen Verbesserungen der (Trink-)Wasserqualität. Wenn man aber auch nur ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen versteht, kommen dabei Fragen hinsichtlich der Trinkwasserqualität in allen jenen Teilen unserer Republik auf, die zufällig gerade nicht von jenem Programm erfasst werden.

“Die Trinkwasserkommission beschäftigt sich darüber hinaus mit neuen Möglichkeiten, chlorresistente parasitäre Krankheitserreger und Viren unschädlich zu machen beziehungsweise aus dem Trinkwasser zu filtern, um Epidemien vorzubeugen. Dazu gebe es „ermutigende Erfahrungen“, sagte Exner, der auch das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn leitet.

… Das Reine-Ruhr-Programm werde „mit Sicherheit auch auf andere Flüsse übertragen“, sagte Exner. Er werde die innovativen Maßnahmen auch in der Trinkwasserkommission des Bundes und bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorstellen, kündigte der Wissenschaftler an.”

Damit fordert Professor Exner jetzt endlich das, was unser Vorstandsmitglied Wilfried Soddemann seit Jahren einfordert.

2004 wurde Soddemann als dem Leiter des Staatlichen Umweltamtes Aachen von der NRW-Landesregierung die Pressearbeit hierzu verboten, im Amt die Kompetenz für das Trinkwasser entzogen, eine amtsärztliche Untersuchung wegen angeblicher Überreaktion angeordnet, ein Disziplinarverfahren eingeleitet, er wurde suspendiert und schließlich des Amtes enthoben und zwangsversetzt – zum Schluss mit ständig wechselnden Begründungen. Depressiv schwer erkrankt wurde Soddemann Ende 2005 mit nur 50 Jahren zwangspensioniert.

NRW Trinkwasserminister Uhlenberg versprach 2007 die Ertüchtigung aller Wasserwerke in NRW. Das muss er jetzt auch endlich umsetzen.

Die Mitteilungen von Professor Exner rehabilitieren Soddemann fachlich. Whistlebower-Netzwerk e.V. fordert auch seine berufliche Rehabilitation und die Umsetzung der versprochenen Maßnahmen zur Trinkwasseraufbereitung nach dem Stand der Technik für ganz NRW und den Rest der Republik.

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2 Reaktionen zu “Giftcocktail Trinkwasser – fast überall in Deutschland?”

  1. Fonfara, Johann J. Dipl.-Ing.

    Auch wir sind sehr, sehr froh, das Wilfried Soddemann nun endlich fachlich rehabilitiert ist. Sein unermüdlicher Einsatz für ein WIRKLICH sauberes und mikrobiell REINES TRINK-Wassser, der ihm ALLES abverlangt hatte und ihn persöhnlich und beruflich an den Rand seiner psychischen und physischen Existenz gebracht hatte, MUSSTE jetzt endlich anerkannt werden. Viele, viele Menschen, die von seinem Kampf garnichts mitbekommen haben, werden von seinem Einsatz gesundheitlich profitieren. WIR hoffen, dass auch das Land NRW die berufliche Rehabilitierung dieses engagierten Beamten zum Wohle der BürgerInnen von NRW schnellstmöglich in die Wege leiten wird.
    Wir werden alles UNS mögliche tun, damit auch dieser Schritt vollzogen wird.
    WIR GRATULIEREN EINEM AUFRECHTEN DIENER DES LANDES NRW und der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND ZU SEINEM STANDVERMÖGEN.
    UND ZU SEINER FACHLICHEN REHABILITIERUNG !! GLÜCKWUNSCH !
    Dipl.-Ing. Johann J. Fonfara für die Deutsche Umwelt- und Gesundheits-INITIATIVE (DUGI) e.V. Kontakt: info@dugi-ev.de; http://www.dugi-ev.de

  2. Whistler

    Der vollständige Bericht der Exner-Kommission wurde mitlerweile veröffentlicht: http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/zwischenbericht_reine_ruhr.pdf

    “Dieses Konzept ist bislang in Deutschland noch nicht eingeführt, ist aber
    insbesondere für Oberflächengewässer mit einem hohen Anteil an gereinigtem
    Abwasser – wie der Ruhr – aus hygienisch-medizinischer Sicht erforderlich. Hier
    besteht noch großer Handlungsbedarf insbesondere hinsichtlich der Umsetzbarkeit der Überwachung.”