Veranstaltungsankündigung: Solidarität mit W. Rügemer
Attac München wird für den 07.Oktober zu einer Solidaritätsveranstaltung für und mit Dr. Werner Rügemer in den Münchner Gasteig einladen.
Der Autor wird dort aus seinem – in zweiter geschwärzter Auflage erschienen – Buch “Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim” lesen.
Gegen dieses Buch wurden von der Privatbank Oppenheim über zwei Dutzend Einstweilige Verfügungen erwirkt. Diese beziehen sich auf absolute Nebensächlichkeiten, denn die vom Autor aufgedeckten finanziellen Machenschaften der Bank sind unstrittig / nicht zu widerlegen und umfassen z.B. Arisierungsgewinn-Geschäfte sowie – gerade in jüngster Zeit – auch Immobilienfinanzierungen kommunaler Großprojekte von der Art, die zulasten der öffentlichen Kassen / der Steuerzahler gehen.
Die Unterdrückung der Veröffentlichung des Buches in Form einer Privat-Zensur verdient höchstes allgemeines Interesse, da sie auf schädliche Entwicklungen in drei Bereichen verweist: Auf das von der Öffentlichkeit weitgehend nicht wahrgenommene Agieren von
Privatbanken und ihre finanzpolitisch zentrale Rolle, auf die von Konzernen und anderen finanzmächtigen Akteuren bereits benutzen neuen elektronischen Daten-Aufspürprogramme, sowie schliesslich auf Gesetzesbedingungen und juristische Methoden, die erschreckend geeignet sind, kritisches Denken auf nachhaltige Weise mundtot zu machen.
Sich gegen diese Form der Privatzensur zu wehren, ist ein extrem kostspieliges Unterfangen: der Schuldenberg, den der Prozess, den die Oppenheimbank gegen Werner Rügemer führt, bisher für letzteren angehäuft hat, hat eine für den Autor bereits jetzt eine existenzgefährdende Dimension erreicht.
Mit der vom Whistleblower-Netzwerk unterstützten Solidaritätsveranstaltung am 7. Oktober im Münchner Gasteig möchte Attac München deshalb gerade auch solche verantwortungsbewußten BürgerInnen erreichen, die sich einen finanziellen Solidaritätsbeitrag leisten können.
Am 15. August 2007 um 10:13 Uhr
[...] Darüber, dass Rechtsanwalt Christian Schertz Redaktionen bereits vor Veröffentlichung von kritischen Beiträgen juristisch unter Druck setzt, berichtete jüngst sogar das Manager Magazin. Wer mehr über die Arbeitsweise der Kanzlei Schertz-Bergmann wissen möchte, mag sich die schier unendliche Geschichte der Attacken auf das Buch von Werner Rügemer zum Bankier Alfred Freiherr von Oppenheim, das mittlerweile in der zweiten geschwärzten Auflage verfügbar ist, anschauen. Selbst Buchhändler wurden juristisch bedroht. Als diese und andere juristische Attacken gegen Publikationen von historischem Wert von Schertz-Bergmann gefahren wurden, da war bei Stefan Niggemeier nichts davon zu lesen, dass Kritiker zweifelhaften Geschäftsgebarens mürbe und mundtot gemacht würden. [...]