5 Jahre SOX

Am 30. Juni 2002 trat der Sarbanes-Oxley Act (SOX) nach Unterschrift durch Präsident Bush in Kraft. Er verpflichtet an US-Börsen gelistete Unternehmen u.a. zur Einrichtung von internen Berichtssystemen und enthält auch Schutzbestimmungen für Whistleblower. Nach und nach schwappte SOX auch nach Europa über und hat, nachdem die Konflikte mit dem Europäischen Datenschutzrecht eingegrenzt wurden, zwischenzeitlich auch in einigen Deutschen Firmen zur Einrichtung von Whistleblower-Hotlines oder Ombudsleuten beigetragen.

In einigen US-Blogs wird der Jahrestag zum Anlass für Rückblicke genommen und es findet sich sogar ein Geburtstagsvideo.

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Veranstaltungsankündigung: Solidarität mit W. Rügemer

Attac München wird für den 07.Oktober zu einer Solidaritätsveranstaltung für und mit Dr. Werner Rügemer in den Münchner Gasteig einladen.

Der Autor wird dort aus seinem – in zweiter geschwärzter Auflage erschienen – Buch “Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim” lesen.

Gegen dieses Buch wurden von der Privatbank Oppenheim über zwei Dutzend Einstweilige Verfügungen erwirkt. Diese beziehen sich auf absolute Nebensächlichkeiten, denn die vom Autor aufgedeckten finanziellen Machenschaften der Bank sind unstrittig / nicht zu widerlegen und umfassen z.B. Arisierungsgewinn-Geschäfte sowie – gerade in jüngster Zeit – auch Immobilienfinanzierungen kommunaler Großprojekte von der Art, die zulasten der öffentlichen Kassen / der Steuerzahler gehen.

Die Unterdrückung der Veröffentlichung des Buches in Form einer Privat-Zensur verdient höchstes allgemeines Interesse, da sie auf schädliche Entwicklungen in drei Bereichen verweist: Auf das von der Öffentlichkeit weitgehend nicht wahrgenommene Agieren von
Privatbanken und ihre finanzpolitisch zentrale Rolle, auf die von Konzernen und anderen finanzmächtigen Akteuren bereits benutzen neuen elektronischen Daten-Aufspürprogramme, sowie schliesslich auf Gesetzesbedingungen und juristische Methoden, die erschreckend geeignet sind, kritisches Denken auf nachhaltige Weise mundtot zu machen.

Sich gegen diese Form der Privatzensur zu wehren, ist ein extrem kostspieliges Unterfangen: der Schuldenberg, den der Prozess, den die Oppenheimbank gegen Werner Rügemer führt, bisher für letzteren angehäuft hat, hat eine für den Autor bereits jetzt eine existenzgefährdende Dimension erreicht.

Mit der vom Whistleblower-Netzwerk unterstützten Solidaritätsveranstaltung am 7. Oktober im Münchner Gasteig möchte Attac München deshalb gerade auch solche verantwortungsbewußten BürgerInnen erreichen, die sich einen finanziellen Solidaritätsbeitrag leisten können.

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Hoffnungsloser VW-Whistleblower

Mein-Parteibuch.com und Mobbing-Gegner.de dokumentieren den erschütternden Fall von Dr. Ralph Rieder eines VW-Whistleblowers der an den Rand des Selbstmordes getrieben wurde. Er lebt und hoffentlich kann auch seine Geschichte jetzt Anstoß für die dringend nötigen Veränderungen bei VW und anderswo sein. Ein schönes Ombudsmann Konzept alleine scheint jedenfalls nicht auszureichen um derartige Tragödien zu verhindern.

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RentnerInnen als Whistleblower

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit entscheiden sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus oft berechtigter Angst vor Repressalien zu schweigen, statt im öffentlichen Interesse auf Missstände hinzuweisen und zum Whistleblower zu werden. Aber diese Entscheidung sollte überdacht werden, wenn der Arbeitgeber, nach einem Arbeitsplatzwechsel oder nach der Verrentung keine Möglichkeit zur Sanktion mehr hat und die Missstände und das öffentliche Interesse an deren Beseitigung weiter bestehen.

Weitere Informationen zu diesem Konzept bietet die Seite von “Green Seniors“.

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